KommentarKommentar zur Bahnsteig-Posse Zweierlei Maß

Von Jörg Nauke 

Man muss aus der Posse von Hegne am Bodensee nicht den Schluss ziehen, dass die Bahn auch in Stuttgart beim Bau des neuen Durchgangsbahnhofs für Stuttgart 21 falsch misst. Aber man sollte die kritischen Stimmen hören, meint StZ-Redakteur Jörg Nauke.

Wenn der Tiefbahnhof  (hier eine Visualisierung) erst einmal gebaut sein wird,  ist es für Wehklagen  über Tokioter Verhältnisse in Stuttgart zu spät, kommentiert Jörg Nauke. Foto:  
Wenn der Tiefbahnhof (hier eine Visualisierung) erst einmal gebaut sein wird, ist es für Wehklagen über Tokioter Verhältnisse in Stuttgart zu spät, kommentiert Jörg Nauke.Foto:  

Stuttgart - Die Bahnsteig-Posse von Hegne beweist zweierlei: Auch von der Bahn verpflichtete Planer liegen mitunter daneben. Wer einen 2,16 Meter breiten Bahnsteig auf 1,77 Meter schrumpfen lässt, muss sich jedenfalls nicht darüber wundern, dass er dafür allenthalben Kopfschütteln erntet.

Viele Stuttgart-21-Gegner werden aus dieser Fehlmessung auf einem verwaisten Provinzbahnsteig sicher schlussfolgern, die Bahn könnte bei der Bewertung von Sicherheitsaspekten beim Tiefbahnhof in der Landeshauptstadt ähnlich dramatisch daneben liegen. Immerhin haben sie wegen dieses Themas einen eigenen Bürgerentscheid initiiert. So weit muss man nicht zwingend gehen. Der Gemeinderat ist aber gut beraten, sich von der Bahn im April nicht nur den Brandschutz erklären, sondern noch einmal im Detail die erwarteten Passagierströme auf den Bahnsteigen unter der Erde simulieren zu lassen. Wenn die Station erst einmal gebaut sein wird, ist es für Wehklagen über Tokioter Verhältnisse in Stuttgart zu spät.

Falls die Stadträte Zweifel plagen sollten, ob sie den Bahn-Experten trauen können, sei ihnen externer Sachverstand empfohlen: Der Projektkritiker Christoph Engelhardt hat der Bahn in diesem Punkt massive Täuschung unterstellt, ohne von ihr bisher widerlegt worden zu sein. Auch wenn sein Auftritt im Gemeinderat ungemütlich für die S-21-Bauherrin Bahn werden könnte, so täte der Projektpartner Stadt Stuttgart gut daran, auch der kritischen Stimme Rederecht einzuräumen.

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51 Kommentare Kommentar schreiben

Thomas Schmidt, 16:38 Uhr: netter versuch, aber schon wieder am ziel vorbeigeschossen. ich habe ihnen schon oft widersprochen. aber egal. sie haben recht und ich meine ruhe.

@Frau Theissen: netter Versuch! Leider schon wieder am Ziel vorbei. Sie haben mir nicht widersprochen oder ihre Meinung geschrieben, sondern mir vorgeworfen zu bestimmen was sinnvoll zu sein hat. Ich sehe, dass es ein Problem für Sie ist, sich da wieder rauszuwinden - ihr Pech!

Thomas Schmidt, 13:29 Uhr: dann versuche ich es nochmal. ich maße mir schon an beurteilen zu können, dass kitas und der generationenvertrag sinnvolle einrichtungen sind, genau wie s 21. wissen sie, nur weil ich ihnen widerspreche heißt das nicht, dass ich ihre meinung nicht akzeptiere. das heißt nur, dass ich eine andere habe. ich sehe, dass das fü sie ein problem ist. das ist aber ihr pech.

@ Hr. Peter / Fr. Theiss: @PP: Ich maße mir an sehr wohl beurteilen zu können, dass Kitas und der Generationenvertrag sinnvolle Einrichtungen sind und S21 bzw. die Ausstellung nicht, auch als Laie. Sie als Laie maßen sich übrigens schon eher an, Wertungen zu kolportieren. @Fr.Theiß: Ich bestimme nicht, ich erachte. Anscheinend sind sie weder auf Kitas noch auf Rentenansprüche oder einen Pflegeplatz angewiesen und gehen auch nicht ins Theater. Ihre beiden Kommentare beweisen jedenfalls mal wieder, dass sie in keinster Weise gewillt sind, andere Meinungen zu akzeptieren und ständig auf billigste Weise zu Populismus zu verbreiten versuchen und Randbemerkungen in den Fokus zu rücken um vom eigentlichen Thema abzulenken.

Thomas Schmidt, 16:48 Uhr: aha, und was sinnvoll ist bestimmen sie. dann wissen wir das jetzt auch.

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