KommentarEinlagerung von Atomschutt Verpasste Chance

Der Umweltausschuss hätte ein klares Signal an die Kreisräte, vor allem aber an die Bürger des Landkreises geben müssen.

Wird hier bald Bauschutt aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim angeliefert? Der Eingang der Deponie am Froschgraben in Schwieberdingen. Foto: factum/Granville
Wird hier bald Bauschutt aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim angeliefert? Der Eingang der Deponie am Froschgraben in Schwieberdingen. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Nur selten muss bei einer Ausschusssitzung des Kreistags der kleine Saal zum großen erweitert werden, damit die Gäste hineinpassen. Am Freitag war das so: Etwa 40 Bürger, vor allem aus Schwieberdingen und Vaihingen, waren da – jene Kommunen, auf deren Deponien der freigemessene Bauschutt aus Neckarwestheim gelagert wird. Sie wollten hören, was das für diesen Fall zuständige Fachorgan des Kreises als Abstimmungsempfehlung ans Plenum weitergibt.

Aber sie wurden alle enttäuscht. Denn nach dem AVL-Aufsichtsrat im März drückte sich nun auch dieses Gremium vor der Verantwortung, mit dem Hinweis, dass man rechtlich verpflichtet sei, den Schutt anzunehmen.

Der Ausschuss hat am Freitag die Chance verpasst, eine politische Willensäußerung zu empfehlen. Das hätte er tun müssen, wenn er, wie alle Fraktionen beteuert haben, die Sorgen der Bürger ernst nimmt.