Kommentar zur Energiepolitik Ende einer Hängepartie
Roland Pichler, vom 06.09.2010 18:13 Uhr
In der Energiepolitik wirkte die Regierung zuletzt wie ein zerstrittener Haufen. Jetzt gibt es eine Entscheidung. Foto: dpa
Berlin - Es ist Angela Merkel, die das hilflose Schauspiel beendet. Über Monate hinweg liefert sich die schwarz-gelbe Koalition erbitterte Grabenkämpfe zur Frage, wann die deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen. Am Schluss musste es deshalb schnell gehen. Die Kanzlerin hat spät gemerkt, dass das ständige Hin und Her vor allem sie selbst beschädigt. Wieder einmal bekam die Republik einen Eindruck davon, wie Merkel zaudert und Positionen zu lange offenhält. Die Kanzlerin erlebte beim Fall Opel, dass die Bürger die Entscheidungsfreude des Wirtschaftsministers durchaus schätzen. In der Energiepolitik wirkte die Regierung zuletzt wie ein zerstrittener Haufen. Nach den glücklosen Auftritten ihrer Minister hat Merkel erkannt, dass es so nicht weitergeht.
Insofern ist es ein Fortschritt, dass Schwarz-Gelb endlich Klarheit über den energiepolitischen Kurs der nächsten Jahrzehnte schafft. Am Ergebnis werden sich viele Bürger reiben, was die Prognose nahelegt: In der Energiepolitik stehen der Koalition harte Auseinandersetzungen bevor. Gerade die Unentschlossenheit hat die Verunsicherung noch vergrößert. Das Bekenntnis zu längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken wird Schwarz-Gelb kaum Sympathien zutragen. Dennoch ist die Entscheidung notwendig. Schon die Große Koalition machte die Ankündigungen nicht wahr, ein umfassendes Energiekonzept vorzulegen. Eine verantwortungsvolle Politik muss aber Antworten finden, wie der Übergang zu erneuerbaren Energien gelingen kann. Die Atomkraft ist für diese Brücke längere Zeit notwendig, als dies Rot-Grün mit dem Atomausstiegsbeschluss im Jahr 2000 vorhergesehen hat. Gerade ein Industrieland wie Deutschland ist auf verlässliche und bezahlbare Energie angewiesen. Die Aussicht, dass die deutschen Meiler im nächsten Jahrzehnt vom Netz gehen und der Strom aus Frankreich bezogen wird, kann keine ernsthafte Alternative sein.
Koalition zeigt lange vermissten Gestaltungswillen
Warum längere Laufzeiten notwendig sind, hat die Regierung bisher zu wenig erklärt. Mit dem Energiekonzept, das gerade auf die Förderung von erneuerbaren Energien und staatlichen Anreizen zur Gebäudesanierung setzt, liegt nun ein umfassender Plan vor. Die Politik muss sagen, warum sie diesen Weg beschreitet. Die Vermittlung geriet allzu sehr in den Hintergrund.
Die Koalition zeigt mit der Verständigung in der Energiepolitik den lange vermissten Gestaltungswillen. Trotzdem stehen ihr noch schwierige Monate bevor. Das liegt auch an selbst verschuldeten Fehlern. Zu den größten Unwägbarkeiten gehören die juristischen Auseinandersetzungen. Es war von vornherein klar, dass die Opposition gegen längere Laufzeiten der Atomkraftwerke klagen wird. Die Regierung hat sich mit ihrer Unentschlossenheit selbst in die schwierige Lage gebracht. Hätte sie das Thema vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl abgeräumt, stünde das Gesetz auf sicherem Fundament. Denn bis zum Frühsommer besaß Schwarz-Gelb eine Mehrheit im Bundesrat. Nun muss die Regierung bangen, ob das Atomkonzept vor dem Verfassungsgericht Bestand hat. Dies wird sich nicht sofort entscheiden, sondern vermutlich erst 2012. Der Schwebezustand setzt sich somit fort.
Merkel verbindet mit den Beschlüssen in der Atompolitik weit mehr als eine Korrektur der Energiepolitik. Sie will mit der Einigung den Beweis antreten, dass die Koalition entgegen vielen Unkenrufen handlungsfähig ist. Das Energiekonzept soll der Auftakt zu dem immer wieder verschobenen Neustart der Regierung sein. Zunächst einmal muss sich Berlin auf viel Gegenwind einstellen, denn Proteste sind bereits angekündigt. Immerhin hat die Koalition in einer schwierigen Frage eine Lösung gefunden. Ob damit schon eine Wende hin zu mehr Entschlusskraft eingeläutet wird, bleibt offen. Schlechter als in den vergangenen Monaten kann es nicht werden.
Endlich hat die Regierung einen Durchbruch in der Kenenergie geschafft. Aber schaut man Nachbarländer von Deutschland an, so sind selbst die durchschnittlichen 12 Jahre Laufzeitverlängerung schwach.
Zu Entlagerung: Schwach- und mittelaktive Rückstände haben eine Halbwertszeit von 30 resp. 100 Jahren. Alslo auf dem Boden bleiben Einstein und nich gleich auf den moralischen machen, von denen gibt es in Deutschland genug...
Die Menge an hochradioaktiven Rückständen erhöht sich mit der LAufzeitverlängerung von knapp 17.ooo t auf 21.000t. Ist also relativ zu betrachten. Abgesehen davon hat man schon Endlagerstätten, nur fehlt hier der politische Wille!!!
SEP
08
10:27 Uhr, geschrieben von A. Einstein
727 neue Castoren für neuen Atommüll. Der strahlt 40 000 Jahre. Was für eine Hypothek.
Aufwachen!
Durch die von der Regierung geplanten AKW-Laufzeitverlängerungen werden in Deutschland zwischen 4400 und 4800 Tonnen hochradioaktiver Atommüll zusätzlich anfallen. Das zeigen Berechnungen von Greenpeace sowie Daten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS).
Zudem fallen rund 9200 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver - also ebenfalls strahlender - Atommüll an. Kein Mensch kann diesen endgültig entsorgen - niemand will diesen strahlenden Menschenvernichtungsmüll.
Was für eine Hypothek für die nach uns kommenden Generationen!
Was für eine Unverantwortlichkeit!
Was für eine geld- und spendengierige Atom-Regierung!
Was für eine menschenverachtende Wirtschaft!
SEP
08
08:21 Uhr, geschrieben von Michael
Atom "Kompromiss"
Wenn mann die Verlängerung aus dem Ausstieg als Übergang nutzen will ist das verständlich. Aber daß die Regierung der Atomindustrie ca 20 Milliarden Euro an Gewinn schenken wird (50 Mrd minus die Brennelementesteuer) ist für mich völlig unverständlich. Es wird momentan über die hohen Ausgaben für Stuttgart 21 diskutiert und hier wirft die Regierung einen wesentlich höheren Geldbetrag einfach den Atom-lobbyisten in den Rachen. Zudem trägt der Steuerzahler die vollen Kosten für die völlig ungeklärte Lagerung der Abfälle. Was ist denn bitte ökologisch daran radioaktiven Müll über Jahrhunderte lagern zu müssen ohne überhaupt zu wissen, wie? Wenn schon eine Übergangslösung, dann richtig - die zusätzlichen Gewinne komplett abschöpfen und zum Ausbau erneurbarer Energien verwenden. Für mich ist dieser Kompromiss eine Farce - zu Lasten zukünftiger Generationen.
Tel Aviv - Am fünften Tag eines Streiks im öffentlichen Dienst hat die israelische Gewerkschaft den Arbeitskampf beendet. Der Gewerkschaftsdachverband Histadrut teilte zu Beginn der israelischen Arbeitswoche mit, man habe eine Einigung mit dem Finanzministerium gefunden. Unter anderem solle der Mindestlohn für Reinigungskräfte und Sicherheitspersonal angehoben werden. Die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern im öffentlichen Dienst sollten verbessert werden. Seit Mittwoch waren Behörden, Museen, Universitäten und Banken geschlossen.
09:49Whitney Houston ist tot - Musikwelt trauert »
New York - Whitney Houston ist tot. Die Sängerin starb in einem Hotel in Beverly Hills bei Los Angeles. Sie wurde nur 48 Jahre alt. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Houston litt seit vielen Jahren unter den Folgen von Rauschgift- und Alkoholmissbrauch und hatte im vergangenen Jahr erneut in eine Entzugsklinik gebracht werden müssen. Die Musikwelt reagierte erschüttert: Houstons Patentante Aretha Franklin schrieb auf Twitter, es sei so überwältigend und unglaublich. Auch Popsänger Justin Bieber trauerte: "Eine der größten Stimmen aller Zeiten ist von uns gegangen."
09:46"Bild": Hertha trennt sich von Trainer Skibbe »
Berlin - Fußball-Bundesligist Hertha BSC trennt sich der "Bild"-Zeitung zufolge nach nur fünf Spielen von Trainer Michael Skibbe. Der Rauswurf des Trainers solle in Kürze verkündet werden, berichtet die Zeitung. Seit Skibbes Amts-Übernahme hatten die Berliner alle vier Bundesliga-Spiele verloren und waren im Viertelfinale des DFB-Pokals gescheitert. Skibbe hatte den Posten nach dem Rauswurf von Trainer Markus Babbel im Dezember übernommen. Vorläufig plane die Hertha mit einer Interimslösung, hieß es.
09:31Verkehrssünder: Nachschulung soll keinen Punkteerlass mehr bringen »
Berlin - Notorische Verkehrssünder sollen die Möglichkeit verlieren, Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister durch freiwillige oder angeordnete Nachschulungen abzubauen. Das sehen laut des "Spiegel" die Reformpläne von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vor. Ein Verkehrsverstoß soll danach künftig mit maximal zwei Punkten bestraft und der Führerschein bei acht entzogen werden. Bisher können Autofahrer ihren Kontostand mit einer kostenpflichtigen Schulung um bis zu vier Punkte verringern.
09:24Sieben Menschen sterben im Kosovo unter Lawine »
Pristina - Mindestens sieben Menschen sind im Kosovo von einer Lawine getötet worden. Die Schneemassen hatten in dem Dorf Restelica südlich der Stadt Prizren ein Haus mit elf Personen verschüttet, wie Medien in Pristina unter Berufung auf die Rettungsmannschaften berichten. Ein Mädchen sei aus den Schneemassen gerettet worden. Nach drei Vermissten werde noch gesucht. Im Dorf liegt der Schnee zweieinhalb Meter hoch und die Zufahrtswege sind unpassierbar.