Kommentar zur Freibadöffnung in Stuttgart Ein attraktives Angebot weniger

Von Jürgen Löhle 

Stuttgart spart mit der Einschränkung der Öffnungszeiten am falschen Ort, meint unser Autor Jürgen Löhle, der bedauert, dass das Möhringer Freibad nicht früher öffnet.

Das Anbaden in Möhringen fand 2016 noch im April statt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Das Anbaden in Möhringen fand 2016 noch im April statt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Dass man als Kommune sparsam sein sollte, ist einzusehen. Dass der Betrieb eines Freibades bei unwirtlichem Wetter noch defizitärer ist als eh schon, ist bekannt. Das frühe Öffnen des Möhringer Freibads im April hatte aber lange eine wertvolle Funktion. Es war ein attraktives Angebot der Stadt für gesundheitsbewusste Bürger, für die man zudem eine Wärmehalle baute. Eine ganze Gemeinde von Schwimmern hat dieses Angebot gerne genutzt, die nebenbei seit vielen Jahren auch die treuesten Dauerkartenkäufer sind. Und die sind jetzt verärgert.

Das kann man verstehen, zumal sich bei gestiegenem Dauerkartenpreis das Angebot verringern wird. Allein die Umstellung auf eine nur noch optionale Öffnungszeit verschlechtert den Service. Schließlich geht es auch um Planungsunsicherheit. Wird die Option der frühen Öffnung nicht gezogen – und danach sieht es zumindest für das Frühjahr aus – hieße das weniger Öffnungszeiten für mehr Geld. Denn der Preis der Dauerkarte ist gestiegen.

Mit der neuen Öffnungszeitregel fällt Stuttgart noch weiter hinter eine Kommune wie etwa Karlsruhe zurück, die ihren Bürgern ein Freibad von Februar bis November anbietet. Im Wunnebad in Winnenden kann man sogar das ganze Jahr in einem 50-Meter-Becken im Freien schwimmen ziehen. In Stuttgart bleibt statt dessen der Ausweichort Hallenbad sowie die Mineralbäder Leuze und Bad Cannstatt, für die der Eintritt deutlich teurer ist.