Stuttgart - Soeben noch schienen die erfolgsverwöhnten Stuttgarter Grünen stark in der Defensive. Da erfolgt jetzt mit einem Mal ein regelrechter Befreiungsschlag. Gewiss, noch ist Fritz Kuhn nur ein Angebot an die Partei, schließlich erfolgt die eigentliche Kandidatenkür erst bei einer Mitgliederversammlung im März. Kaum anzunehmen aber ist, dass die Basis dem profilierten und über alle Parteigrenzen hinweg angesehenen Bundestagsabgeordneten die Gefolgschaft verweigern wird. Allzu sehr verbindet sich mit dem Namen Kuhn der erwartete Anspruch der Grünen, nach der Villa Reitzenstein nun auch das Stuttgarter Rathaus erobern zu wollen. Daran konnten zuletzt Zweifel entstehen.
Der 56-jährige Kuhn ist ohne Zweifel ein politisches Schwergewicht; er hat nach wie vor enge Bezüge in die Landeshauptstadt, in der er viele Jahre gelebt hat – und kann doch unbelastet von all den zuletzt so tiefgreifenden Auseinandersetzungen um das Streitprojekt Stuttgart 21 in den Wahlkampf ziehen. Insofern passt der ausgewiesene Realo ideal ins Anforderungsprofil seiner Partei, zumal er mit seiner Kompetenz in Finanz- und Wirtschaftsfragen auch die bürgerliche Mitte anspricht.
Der CDU ist also quasi über Nacht eine ernsthafte Konkurrenz erwachsen. Und während die Union angesichts des internen Kandidatenwettbewerbs mit sich selbst beschäftigt sein wird und nach außen wieder einmal ein Bild der Zerrissenheit abgibt, haben die Grünen in dieser Zeit die Chance, weiteren Boden gutzumachen.
Die SPD muss aufpassen, nicht an den Rand gedrängt zu werden
Deutlich wird aber nun, dass das Kandidatenkarussell, das lange Zeit stillzustehen schien, doch in Fahrt kommt – so wie es sein sollte, wenn es um den Spitzenposten im größten Rathaus des Landes geht. Denn selbst wenn die Christdemokraten keinen geborenen Bewerber haben, sollte auch deren Machtwille nicht unterschätzt werden. Immerhin ist mit dem Unternehmer Sebastian Turner ein Mann im internen Rennen, dem als parteilosen und klugen Strategen auch bei der eigentlichen Wahl im Herbst manches zuzutrauen ist. Und auch der frühere Singener Oberbürgermeister Andreas Renner ist – sofern er sich tatsächlich für den Sprung nach Stuttgart entscheidet – ein potenzieller Kandidat von Rang. Eines ist dabei ohnehin sicher: wenn es ernst wird im Wahlkampf, wird die CDU ihre Reihe zu schließen wissen. Allzu viel steht auf dem Spiel für die Partei, die seit 1974 im Stuttgarter Rathaus regiert.
Und die SPD? Diese muss aufpassen, nicht von vornherein an den Spielfeldrand gedrängt zu werden. Unabhängig davon aber dürfen sich die Stuttgarter Bürger auf einen spannenden Wahlkampf freuen, der weit ins Land hinaus ausstrahlen wird.


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@Stephan - Wenn ener die Stadt und das Land gespalten hat, dann ist das die SPD!!
Und zwar auf allen Ebenen: Im Gemeinderat, im Landtag und sogar jetzt innerhalb der Regierungskoalition hetzen sie in Teilen gegen den grünen Partner. Die SPD - das ist der Regierungspartner mit dem schlechtesten Wahlergebniss in Ba-Wü ever, und das ist der kleinere Partner - sollte mal das Hirn einschalten und begreifen, dass die Bahn sie verarscht hat. Stuttgart 21 wird niemals gebaut werden. Weil die Bahn es nicht kann. Es liegt auch an der SPD, ob die Bäume im Park für ein großes NICHTS final noch gefällt werden, Sollte die SPD das zulassen, hat sie ein großes Problem in der Zukunft. Es geht auch unter 20 %. Die CDU und die SPD gilt es als OB zu verhindern. Da bleibt nur Grün. Und Fritz Kuhn ist eine gute Wahl.
GRÜNE haben die Stadt gespalten.
Leider ist in Stuttgart das liberal-weltoffene Klima vor die Hunde gegangen, seit die grüne Partei aus rein wahltaktischen Gründen das Thema S21 gepuscht und mit mit viel Hetze die Stadt gespalten hat. Vor diesem Hintergrund wäre die Führung Stuttgarts durch einen grünen OB so mit das Schlimmste, was dieser schönen Stadt passieren könnte. Kuhn ist der typische Vertreter einer Politikerkaste, die keinerlei kommunale Führungserfahrung hat und vor allem auf das Lifestyle-Gefühl grüner Stadtschickeria und diverser Eliten schielt.
Der falsche Mann.
Der grüne Parteisoldat hat keinerlei Erfahrung bei der Leitung einer Kommunalverwaltung. Und mit 56 Jahren ist ein Lehrling schlichtweg zu alt - das hat mit Jugendwahn nichts zu tun. Insofern ist Kuhn nur eine Notlösung.