Kommentar zur LBBW Die Sanierung ist mühsam
Andreas Schröder, vom 26.08.2010 18:04 Uhr
Stuttgart - Für Vorstandschef Hans-Jörg Vetter erweist sich die Sanierung der Landesbank Baden-Württemberg als langwierige und mühsame Aufgabe. Nach der Atempause im ersten Quartal, das die LBBW unter dem Strich mit einem Gewinn abschließen konnte, ist die Bank im zweiten Quartal mit einem Verlust von knapp einer halben Milliarde Euro wieder deutlich in die roten Zahlen gerutscht. Das schlechte Halbjahresergebnis ist ernüchternd und zeigt ein weiteres Mal schonungslos auf, dass sich die LBBW in den vergangenen Jahren mit ihrem Engagement auf dem Kapitalmarkt verhoben hat. Die Bank wird noch einige Zeit benötigen, bis sie die negativen Folgen vollständig verkraftet hat.
Die LBBW hat auf lange Sicht Glück im Unglück
Insofern kann sich die Europäische Union mit ihrem Forderungskatalog bestätigt sehen, den sie der LBBW als Gegenleistung für die milliardenschweren Hilfen der Bankeigner vorgelegt hat: Das unkalkulierbare und über die Jahre aufgeblasene Kreditersatzgeschäft, bei dem mangels Kunden Milliarden in großvolumige Anleihen investiert und verloren wurden, muss auf Anweisung aus Brüssel abgebaut werden. Eine Landesbank hat andere Aufgaben.
Deshalb machen die Erfolge im Kerngeschäft mit vor allem mittelständischen Unternehmens- und Privatkunden Mut. Die konjunkturelle Erholung führt zu einem Aufschwung bei den Betrieben und reduziert dadurch in erheblichem Maße das Kreditausfallrisiko für die Bank. Insofern hat die LBBW auf lange Sicht Glück im Unglück: Keine andere Landesbank kann ihr Geschäft auf solch einer vielfältigen und gesunden Unternehmenslandschaft aufbauen wie die LBBW. Die Betriebe erfolgreich im In- und Ausland zu begleiten ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Angesichts der immer kürzeren und heftigeren Konjunkturzyklen wird die Bank künftig genug zu tun haben, um in der Spur zu bleiben.