Kommentar zur Nationalelf Eiertanz
Peter Stolterfoht, vom 02.09.2010 07:07 Uhr
Frankfurt - Joachim Löw sollte für den Schokoriegel Snickers Werbung machen, dessen Slogan lautet: Wenn's mal wieder länger dauert. Viele Wochen vergingen, bis der Bundestrainer die Antwort auf die Kapitänsfrage gegeben hat. Philipp Lahm übernimmt die Chefrolle in der Nationalmannschaft, wenn Michael Ballack nicht im Kader steht - so wie in den anstehenden EM-Qualifikationsspielen gegen Belgien und Aserbaidschan. Sobald Ballack zurückkehrt, soll er der Kapitän sein.
Wenn Löw diese von Anfang an naheliegende Lösung früher verkündet hätte, wäre ihm und der Nationalmannschaft viel Aufregung erspart geblieben. Erst das zaudernde Vorgehen des Bundestrainers in dieser Angelegenheit hat der Kapitänsfrage eine unverhältnismäßig große öffentliche Bedeutung gegeben. Und sich selbst hat Löw mit seiner Defensivtaktik dem Verdacht ausgesetzt, Probleme nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit lösen zu können.
Wobei der Eiertanz um das Kapitänsamt nicht mehr als ein Vorgeplänkel ist. Denn die viel entscheidendere Frage ist doch: Wird Michael Ballack jemals wieder in die Nationalmannschaft berufen? Sollte Löw nicht mehr mit dem 33-Jährigen planen, dann wäre es angemessen, ihm das auch mitzuteilen - und zwar schnell.