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Stuttgart - Nun traut er sich also doch in die Schlangengrube: Nach reiflicher Überlegung gab Andreas Renner am Dienstag bekannt, sich der CDU-Basis im Kampf um die Kandidatur für den Posten des Stuttgarter Oberbürgermeisters als Alternative zum Bewerber Sebastian Turner anzubieten. Das ist erst einmal eine gute Nachricht für die Parteifreunde: Anders als die Grünen, die aller Voraussicht nur zwischen Fritz Kuhn und Fritz Kuhn entscheiden dürfen und anders als die SPD, die noch gar keinen Freiwilligen gefunden hat, können die Christdemokraten zwischen zwei Biografien wählen, die nicht unterschiedlicher sein können: Hier der Ex-Unternehmer Turner, der sich nach erfolgreichem Wirken ins Privatleben zurückgezogen hat und Lust auf Kommunalpolitik verspürt; und da der Politikprofi Renner, der das Tagesgeschäft als Oberbürgermeister in Singen gelernt, darüber hinaus bis zu seinem jähen Rücktritt als Sozialminister gewirkt hat und seitdem als Lobbyist für die EnBW in Brüssel und Berlin die Strippen zieht. Am 17. März werden sich die Mitglieder beim Parteitag für einen entscheiden – oder womöglich doch für einen Dritten, falls sich weitere Interessenten nicht abschrecken lassen. Bei der CDU ist schließlich nichts unmöglich.
Bereits jetzt ist das Mindestmaß an demokratischer Mitbestimmung erfüllt, das sich die Basis der Volkspartei nach jahrzehntelanger Bevormundung erkämpft hat. Bei der CDU scheinen die Zeiten vorbei, in denen die Parteigranden ihren Wunschkandidaten bestimmt und danach einem ausgewählten Kreis von Delegierten zum Abnicken präsentiert haben.
Praktisch noch nicht so weit
So weit die Theorie. Praktisch sind die Stuttgarter Christdemokraten aber noch nicht so weit, allein die Qualität der Bewerber ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Es ist vielmehr ein Lagerwahlkampf zu erwarten, an der Spitze geführt von Stefan Kaufmann, der sich früh für Sebastian Turner entschied, sowie von Bürgermeisterin Susanne Eisenmann, die ihm 2011 im Kampf um den Kreisvorsitz unterlegen war und Andreas Renner ins Spiel brachte. Dazwischen ist ein tiefer Graben. Bei dieser Ausgangslage laufen die Bewerber zwangsläufig Gefahr, sich bis zur Nominierungsversammlung schon so weit aufgerieben zu haben, dass danach die für den eigentlichen OB-Wahlkampf bis zum 7. Oktober dringend nötigen Kräfte fehlen.
Geschlossenheit war früher die Stärke der CDU, damit gewann sie jahrzehntelang Wahlen. Damit scheint es vorbei zu sein. Nach diversen Vorfestlegungen – Mitglieder von der Hinterbank präsentieren sich als Unterstützer Turners, die Junge Union hingegen plädiert für Renner – darf man gespannt sein, ob sich am Ende beide Lager hinter dem siegreichen Kandidaten sammeln werden. Falls nicht, dann darf sich der grüne OB-Konkurrent Fritz Kuhn freuen, dass nur die „halbe“ CDU gegen ihn antritt. Diese prekäre Situation kann Stefan Kaufmann nur verhindern, indem er sich als Kreisvorsitzender für alle Bewerber präsentiert. Gestern hat er einen Anfang gemacht. Auch für ihn gilt: erst kommt die Partei und dann das Amt, auch wenn seines als Kreischef in Gefahr wäre, sollte seine Rechnung mit Turner nicht aufgehen.


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Die CDU vor der Zerreißprobe
Ich finde es gut, dass es von einer Partei min. zwei Kandidaten gibt. Noch mehr wäre mich noch lieber. Hoffentlich melden sich noch manche, z. B. Dr. Nopper aus Backnang. Die Diskussion darüber, welche Richtung mehr erwünscht wird und welcher/welche KandidatIn das zukunftsorientierte Vorhaben der Partei besser umsetzen könnte, wird die CDU nur stärken. Egal was ein hochnäsiger Kuhn mit einer "Hälfte" mein. "Grün" ist auch kein Garant des "Neuen". Und demokratisches Verhalten ist da auch nicht immer vorhanden. Weiter so, CDU. Streitet Euch. Nur in einer Gesellschaft mit den von oben festgelegten Werten darf man nicht streiten.
OB Kandidat A. Renner will ...
... dass er es will, kann ich´s mir gut vorstellen. Aber wer wird schon dem Hüpfer Renner glauben können? Der hatte schon manche Chancen, die Ihm gegeben waren, vermasselt.
Neuer grüner "Betrug" im Anmarsch.
Wer wieder betrogen und getäuscht werden möchte, muss einen Grünen wählen, also Fritz Kuhn. Das Grundproblem der grünen Partei ist doch, dass diese gern jedem alles verspricht. Hauptsache, es bringt Stimmen. So eine Rechnung kann auf Dauer nicht aufgehen, weshalb zur Verschleierung und Beruhigung des Wahlvolks permanent getrickst und getäuscht werden muss. Es ist ja nicht so, dass man zum Beispiel für das Projekt S21 sein muss - da gäbe es vielleicht noch Besseres. Aber Kretschmann, der alte Politprofi, wusste ganz genau, dass er S21 nicht stoppen kann und vermutlich auch nicht wollte. Dass er hierüber seine Wähler bewusst täuschte, ist die Krux. Und jetzt wird von grünen Funktionären so getan, als ob von der Bürtgerschaft alles irgendwie falsch verstanden worden wäre. Das ist in höchstem Maße beleidigend. Deshalb hat die grüne Partei ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, das durch Schimpfen auf die CDU/FDP-Vorgängerregierung nicht besser und vom herbeigerufenen Parteisoldaten Fritz Kuhn nicht gelöst wird.