KommentarKommentar zur Partyszene in Stuttgart Nicht harmlos

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Die Clubs im Ausgehviertel bereichern das Partyleben. Doch zu viel buntes Treiben hat seine Schattenseiten. Deswegen müssen Spielregeln eingehalten werden – ganz im Sinne der Partygäste, meint StZ-Redakteurin Christine Bilger.

Die Polizei muss immer öfter an die Partymeile  ausrücken Foto: Achim Zweygarth 7 Bilder
Die Polizei muss immer öfter an die Partymeile ausrückenFoto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Keine Party ohne Alkohol, keine attraktive Innenstadt ohne engagierte Gastwirte: diese Fakten stehen außer Frage, wenn es am runden Tisch im Rathaus darum geht, wie man künftig für ein besseres Miteinander der Szenegänger und aller anderen Anrainer der Feiermeile sorgen kann. Die Beteiligten – ob Verwaltung, Polizei oder Clubbetreiber – sind sich in diesem Punkt einig, das war in den zurückliegenden Wochen von allen zu hören.

Zu besprechen haben sie am Mittwoch, wie sie die unangenehmen Begleiterscheinungen der Ausgelassenheit eindämmen können. An erster Stelle steht hier das Aggressionspotenzial: Fließt der Alkohol, fliegen irgendwann auch die Fäuste. Was in den Clubs feuchtfröhlich beginnt, endet für manche schmerzlich,wenn sie die Gaststätten verlassen. Immerhin 300 Fälle von Körperverletzung hat die Polizei im Umkreis der Vergnügungsszene aufgenommen. Hinzu kommen die Unannehmlichkeiten für die Anwohner, zum Bespiel im angrenzenden Hospitalviertel, deren Hauswände als Toilette benutzt werden. Und letztlich müssen anderntags die Müll- und Scherbenhaufen auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden.

Verbote sind nur die letzte Lösung

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Was sich im Umkreis der Theodor-Heuss-Straße abspielt, ist zwar kein Grund zur Panik, aber auch nicht nur harmloser Spaß. Die Verantwortlichen haben das Thema ernst genommen. Dass es die Gastronomen und das Partyvolk mitunter störte, wenn Uniformierte sich zu später Stunde in den Clubs sehen ließen, ist nachvollziehbar. Doch war das Vorgehen gerechtfertigt und notwendig. Denn letztlich geht es um die Sicherheit jener, die friedlich feiern wollen.

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Ordnungsamt: Das Problem wird auch hier wieder sein, dass Politiker und Ämter Beschlüsse fassen werden, die genauso weltfremd und unnütz sein werden, wie die von den gleichen Stellen jahrelang gezüchteten und tolerierten, asoziale Jugendliche und junge Erwachsene.

dass ich mal sowas sag...: ... aber früher war's echt besser, einige wenige clubs, dazu diverse normale geschäfte - mir fehlen die 90er. seit alles vollgepackt ist mit copy&paste-house-bars mit ihrem pseudo-schickimicki geht's mit der innenstadt bergab, da die kundschaft bei weitem nicht so fein ist wie sie gern wäre. die theo in eine 'feiermeile' zu verwandeln war nicht unbedingt der weisheit letzter schluss...

@Hartmut: Ach Du meine Güte, aus welchem Jahrhundert stammen Sie, dass Sie den jungen Erwachsenen 2mal im Jahr eine Party gönnen? Ich gehe mal sehr stark davon aus, dass die Theo schon wieder blitze-blank ist, wenn Sie am Tag dort entlanglaufen.Dann ist es eine völlig normale Straße. Und wem das Treiben nachts zu bunt ist, muss sich dort doch auch nicht aufhalten. An Häuser pinkeln oder sich schlägern: Keine Frage, dass darf nicht passieren. Aber die Theo, die für viel Umsatz und damit auch für Steuereinnahmen der Stadt sorgt, als Schandfleck zu bezeichen....Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Hart durchgreifen!: Dieses sogenannte Vergnügungsviertel ist ein Schandfleck - Glasscherben, vollgeko...Gehwege, Gegrölle, Jugendliche die sich nicht mehr auf den Beinen halten können - eben alles was kein Mensch braucht. Alleinig auf zwiellichtige Gestalten und kriminellles Gesindel ein lauschiger Hort. Für diese 'Vergnügungen' dieser Art gibt es 2mal jährlich eine adäquate Veranstaltung: Bierzelt aufm Wasen. Dabei sollte es dann auch bleiben.

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