KommentarKommentar zur S-21-Demo im Sonderzug Politische Vertreter glänzten mit Abwesenheit

Von  

Bei der Zugfahrt des Sonderzugs Stuttgarter Stern geht es darum, schnelle Verbindungen zu zeigen und gegen Stuttgart 21 zu protestieren. Dabei fehlen offizielle Vertreter außer der Polizei – ein Armutszeugnis, meint StZ-Redakteur Thomas Durchdenwald.

Im  Sonderzug protestieren Stuttgart-21-Gegner gegen den Tiefbahnhof. Foto:  
Im Sonderzug protestieren Stuttgart-21-Gegner gegen den Tiefbahnhof.Foto:  

Stuttgart - Man kann zu den Vorschlägen der Initiatoren der Sonderfahrt Stuttgarter Stern stehen, wie man mag. Gewiss, manches ist vor Jahren geprüft und verworfen worden – wenn auch unter der mittlerweile umstrittenen Prämisse, dass mit Stuttgart 21 alles besser werde im regionalen Nahverkehr. Einige Ideen sind Zukunftsmusik, zumal eine gelungene Sonderfahrt weit entfernt ist von einem werktäglichen Taktverkehr. Auch wenn die Sonderfahrt ein bisschen zum Betriebsausflug der Oben-bleiben-Fraktion geriet, liegen jene falsch, die meinen, den Bürgerinitiativen, die zum Lager der S-21-Kritiker gehören, gehe es eigentlich nur darum, gegen den Tiefbahnhof zu agitieren.

Die Vorschläge wären nämlich mit und ohne S 21 verwirklichbar und würden in absehbarer Zeit die Stammstrecke entlasten, die als Nadelöhr wesentlich zur diesjährigen S-Bahn-Malaise beitrug. Anders gesagt: es würde sich lohnen, sich abseits der S-21-Debatte mit den Initiatoren und ihren Ideen ernsthaft auseinanderzusetzen. Dennoch glänzten die Vertreter des Nahverkehrs, der Region, der Kreise und Städte durch Abwesenheit. Stattdessen wurde der Zug auf den meisten Bahnhöfen von Polizeistreifen begrüßt – ein Armutszeugnis.

  Artikel teilen
45 Kommentare Kommentar schreiben

Voller Terminkalender: Ich hoffe, dass unsere Politiker wichtigeres zu tun haben als an jeder einzelnen Veranstaltung zum Thema S21 teilzunehmen. Der Großteil der Bevölkerung (auch der Stuttgarter) hat seine politischen Vertreter wegen anderen (wichtigeren) Themen gewählt. Die Forderung einiger Kommentierer, dass die politischen Vertreter ihren Terminkalender nach S21-Veranstaltungen planen sollen, ist wirklich krank. Nehmt Euch nicht so wichtig mit Eurem Bahnhöfle.

Kalle Viel, 13:48 Uhr Einkaufszentren, die in direkten Wettbewerb mit den bestehenden Geschäften in der Umgebung des Bahnhofs treten und somit eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur empfindlich stören werden: Ja wie, der antikapitalistische "Widerstand" macht sich jetzt plötzlich zum Anwalt der Königstrasse und will uns die dortigen Riesentempel als von der Existenz bedrohte Tante-Emma Lädchen verkaufen?

@ Michael Wenig, 14:39 Uhr : Sie haben recht, "Die S - Bahnen und Züge fuhren in Stuttgart pünktlich". Allerdings war das BEVOR die DB angefangen hat, im Zuge der sog. "Bauarbeiten" wichtige Signale abzubauen, Entgleisungen und Verspätungen zum Alltags-Event werden zu lassen. Das muss man mal sagen, Chapeau an die Bahn - eine wahre Meisterleistung! Der bestehende Bahnhof hat es trotz der jahrelang unterlassenen Unterhaltungs-Investitionen bis nach Beginn der sog. "Bauarbeiten" noch immer geschafft, den anstehenden Verkehr pünktlich und mit hoher Zuverlässigkeit abzuwickeln - siehe das Prädikat von Stiftung Warentest: "zweitpünktlichster Bahnhof Deutschlands". Der von Ihnen wohl präferierte HalbTiefAusnahmegenehmigtSchrägHaltepunkt hingegen bringt das Rückrad des ÖPNV (i.e. die S-Bahn) nach Ansicht der Stresstest-Auditoren von SMA in den kritischen Bereich. Das von wegen "verbesserten Nahverkehr gibt es nur mit S21". Wohl eher das Gegenteil ist - auch nach Ansicht der SMA - der Fall. Aber was macht das schon, wenn man für (derzeit) bis zu 6,8 Mrd. einen bereits jetzt unwirtschaftlichen, verkehrlich zumindest fragwürigen, hoch riskanten (baulich, technisch, für Umwelt und Mineralwasser, nicht zuletzt auch noch finanziell) HalbTiefAusnahmegenehmigtSchrägHaltepunkt und ca. 14 Hektar mehr Baufläche als bei der mass- und sinnvollen Sanierung des bestehenden Bahnhofs erhalten könnte. 14 Hektar mehr Baufläche für noch mehr Einkaufszentren und Bankenakademien. Bankenakademien, die man besser in offener Bauweise am Nordpol errichten sollte, damit die angehenden Milliarden-Zocker sich ihr Mütchen schon während der Ausbildung etwas kühlen können. Einkaufszentren, die in direkten Wettbewerb mit den bestehenden Geschäften in der Umgebung des Bahnhofs treten und somit eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur empfindlich stören werden. Die FDP sieht das sicher anders. Dort reguliert "der Markt" bekanntlich auch die Banken - mit dem allseits bekannten Ergebnis (i.e. Finanzkrise). Wenn auch Sie etwas Positives darin sehen wollen, mit erheblichem Einsatz von Steuermitteln den ÖPNV faktisch zu verschlechtern und die über Jahrzehnte gewachsene Struktur Stuttgarts rein willkürlich umzukrempeln, dann bitte!

@kopfschüttler: In welche Richtung schütteln sie denn Ihr Haupt ? Von links nach rechts oder von oben nach unten ??? - Sollten Politische Vertreter nicht bei jedem Milliardenschweren Projekt zugegen sein, wenn es Bevölkerungsteile gibt, die sich kontrovers am Geschehen beteiligen ? Ist es nicht die Aufgabe derer, die von der Bevölkerung gewählt wurden, in ihrem Terminkalender eben diesen Wählern zur Seite zu stehen ??? WELCHE Aufgaben haben die "politischen Vertreter" denn sonst ???

Vogel: Einen zu haben ist nicht schlecht besonders bei absurden ideologischen Gedanken , gelle .

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.