Kommentar zur S-Bahnzulassung Chefsache

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die S-Bahn als Rückgrat des Nahverkehrs in der Region Stuttgart braucht rasch neue Züge und stabile Verhältnisse, meint StZ-Redakteur Wolfgang Schulz-Braunschmidt.

Die Zulassung der neuen Stuttgarter S-Bahnen lässt auf sich warten. Foto: Horst Rudel
Die Zulassung der neuen Stuttgarter S-Bahnen lässt auf sich warten.Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Beim Reizthema S-Bahn ist das frühere Markenzeichen „Pünktlichkeit“ inzwischen auf der Strecke geblieben. Täglich ärgern sich in der Region Tausende von Pendlern, dass sie – wie berichtet – wegen nicht eingehaltener Fahrpläne wichtige Anschlüsse verpassen und deshalb zu spät zur Arbeit kommen. Und der Ärger der Kundschaft ist umso größer, weil die Probleme der Bahn – Stichwort Dreifachentgleisung auf dem Hauptbahnhof – offenbar vor allem der Unfähigkeit des alles andere als kundenfreundlich auftretenden Schienenkonzerns entspringen.

Bei den „verspäteten“ neuen S-Bahn-Zügen ist die Bahn selbst von dem andauernden Zulassungszwist zwischen dem Hersteller und dem Eisenbahn-Bundesamt (Eba) betroffen. Wie und vor allem wann dieser beendet ist, steht gegenwärtig in den Sternen. Es bleibt zu hoffen, dass alle Sicherheitsfragen bezüglich Bremsen oder Zugsteuerungssoftware rechtzeitig gelöst werden können. Eine Gewissheit, geschweige eine Garantie, gibt es dafür nicht.

In ähnlichen Fällen standen fertige Züge fast aller Hersteller bis zu zwei Jahre auf dem Abstellgleis, bis das wahrlich nicht mit zu viel Personal ausgestattete Eba endlich die Lizenz zum Fahren erteilte. Das liegt nicht nur daran, dass die Prüfer – zu Recht – sehr genau sind. Hinzu kommt, dass sich Technik heute viel rascher wandelt. So kann schon eine veränderte Software neue Fragen bei der Zulassung aufwerfen.

An allen Schaltstellen der Region muss das Thema S-Bahn zur Chefsache werden. Beim wichtigsten Nahverkehrsmittel im Ballungsraum ist im Berufsverkehr wieder ein stabiler 15-Minuten-Takt – mit oder ohne neue Züge – zu gewährleisten. Strafzahlungen der Bahn bei Vertragsverstößen mögen zwar die Kasse des Regionalverbands auffüllen, doch dieses Geld bringt keinen einzigen Pendler pünktlich zu seinem Arbeitsplatz.

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20 KommentareKommentar schreiben

Interessierter vom Land mit ICE-Anschluss???: 'Freundliche Grüße vom weiten Land, wo man noch mehr Geld für den Stuttgarter Nahverkehr nicht befürworten kann.'#####Nehme an, sie sind einer der Glücklichen mit ICE-Anschluss auf dem weiten Land, dem zu seinem Glück noch der ICE-Anschluss des Stuttgarter Flughäfele fehlt...ob die 99% der Regional- und Nahverkehrspendler und - kunden in, nach und von Stuttgart und Umgebung diese Fehlallokation bezahlen sollen????

ans landei , ihr zitat : 'Werter Pendler, wenn Sie einen Job haben, bei dem es auf die Minute ankommt, hätten Sie sich nicht dem öffentlichen Transportsystem ausliefern dürfen.': aha . soll er doch auto fahren oder wie ????? gute güte , ann können wir das nahverkehrssystem ja gleich beerdigen ......... übrigens : in der schweiz funktioniert der öpnv eins a . warum wohl ????? har har har

@Interessierter vom Lande: Wozu denn dann noch Fahrpläne? Diesen Haufen von Planern kann die Bahn doch auch noch in den Eimer klopfen. Das spart Geld.

@Jürgen: nicht aufgepasst, setzen 6 ! unter rollendem Rad wird bei S21 gebaut und das obwohl versichert wurde dies nicht zu tun. Und nun dürfen sie raten warum ein IC dreimal an einer Weiche, auch mit Verletzten, entgleist ist. Richtig, es wurde unter rollendem Rad gebaut, denn diese Weiche existiert nur wegen S21 und ist nagelneu. Jetzt fährt kein IC mehr darüber und Gleis 10 bleibt gesperrt. Reicht das Ihnen noch nicht ? Gut ein weiteres Beispiel, das Bahnsteigdach. Beim Abriss des Südflügels wurde ein Pfeiler beschädigt, was zum teilweise einknicken des Bahnsteigdaches führte. Dumm nur das ausgerechnet zu dieser Zeit ein Zug auf Gleis 16 stand. Auf dem Dach dieses Zuges wurden Teile der zu Bruch gegangenen Glasscheiben gefunden. Es war ein wahres Glück das nicht mehr passierte oder das Dach weiter einknickte. Stuttgart 21 unter rollendem Rad gebaut. Reicht immer noch nicht ? Gut weiter geht es. Durch Wegfall der Seitenflügel ist das Dach nun extrem instabil geworden. Aus Angst vor dem Zusammenbruch hat man sämtliche Scheiben entfernt und der Bahnkunde steht nun im Regen ! Das ist aber noch nicht alles, da sich die Konstruktion durch den Wegfall der Seitenflügel anscheinend in Richtung Nordflügel bewegt, musste Gleis 8 unter dem Bahnhofsdach gesperrt werden. Da befinden sich jetzt Betonblöcke mit Behelfsstützen auf den Gleisen um das Dach vor seitlicher Verschiebung zu schützen. Bauen unter rollendem Rad findet bei S21 statt und zwar in der Art das es Menschenleben gefährdet. Also bitte schreiben sie nicht so einen Unsinn und wenn dann stellen sie auch die realen Fakten da. Bei Stuttgart 21 wird mehr gepfuscht als bei jedem Hobbyhandwerker, dabei wurde noch nicht einmal angefangen zu bauen. Raten sie mal was mit der Geologie oder dem Mineralwasser passieren wird. Wir könnten gerne eine Wette darauf abschließen !

@Pendler: Werter Pendler, wenn Sie einen Job haben, bei dem es auf die Minute ankommt, hätten Sie sich nicht dem öffentlichen Transportsystem ausliefern dürfen. So macht es doch den Eindruck, Sie machen Andere für Ihre Verspätungen verantwortlich. Wenn ich zu Kundenterminen um Stuttgart herum oder mittendurch muss, plane ich eine Stunde mehr ein. Nach meiner Beobachtung der ganzen Diskussion ist das eher ein Thema der Verantwortung des Einzelnen, nicht der Gesellschaft. Ist aber schwer zu verstehen nach Jahrzehnten links-grüner Indoktrination. Freundliche Grüße vom weiten Land, wo man noch mehr Geld für den Stuttgarter Nahverkehr nicht befürworten kann.

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