Kommentar zur StZ-Umfrage Kretschmann überstrahlt alle
Thomas Breining, 19.08.2011 06:35 Uhr
 Foto: dapd
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Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist ein politisches Schwergewicht. Das hat man geahnt, aber das lässt sich nun auch in Zahlen ausdrücken. 62 Prozent der Befragten in der Umfrage von Stuttgarter Zeitung und SWR sind mit seiner Art, den Regierungschef zu geben, zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Das sind fast zwei Drittel und damit - zum einen - weit mehr, als an den Leistungen der grün-roten Landesregierung insgesamt Gefallen finden. Der Chef ist bei Grün-Rot also der alle überragende Leuchtturm. Seine Werte übertreffen - zum anderen - auch weit die seines Vorgängers. Im Sommer vergangenen Jahres hatten wir, noch vor dem Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten, nach der Beliebtheit des christdemokratischen Regierungschefs Stefan Mappus fragen lassen: Lediglich 37 Prozent zeigten sich mit ihm zufrieden oder gar sehr zufrieden.

Der Grünen-Politiker trifft mit seiner Art und seiner Ausstrahlung offenkundig den Zeitgeist bei einer Mehrheit der Menschen im Land. Offenbar haben sie sich nach einem Landesvatertyp gesehnt - und Kretschmann erfüllt diese Anforderungen. Seine Ankündigung, eine Politik des Zuhörens zu machen, die Menschen in politische Entscheidungen stärker einbeziehen zu wollen, kommt den Erwartungen der meisten Bürger entgegen.

Ein Drittel ist pessimistisch

Winfried Kretschmann rekultiviert erfolgreich für die politische Klasse zerstörte Glaubwürdigkeit. Das ist derzeit sein wichtigstes Kapital. Es basiert aber auf einem Vorschuss, den ihm die Bürger zugestehen. Ob Kretschmann in den hundert Tagen seines Landesregiments tatsächlich so viel richtig gemacht hat, ist den Menschen gar nicht so wichtig. Immerhin hat er in dieser Zeit nicht so viel falsch gemacht, dass das mit seiner Wahl geweckte Vertrauen enttäuscht worden wäre.

Das ist angesichts des Dauerkonflikts zwischen den Koalitionspartnern Grüne und SPD über Stuttgart 21 keine Selbstverständlichkeit. Auch Kretschmann war bei diesem Streit nicht in jeder Wendung souverän. Seine Unsicherheiten sind ihm aber verziehen worden. Das muss freilich nicht so bleiben. Immerhin mehr als 30 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das grün-rote Experiment in Baden-Württemberg nicht die ganze Legislaturperiode hält. Das ist ein Warnzeichen für die Akteure.

Kommentare (34)
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FEB
08
goegie, 15:19 Uhr

Kretschmanns beliebtheit ist nicht zu erklären

Liebe Leser, ich kann mir nicht erklären weshalb MP Kretschmann so beliebt ist! Er ist ein erklärter S 21 Gegner und wir entsprechend seinem offenem Brief alles unternehmen das Projekt zu behindern und zu verteuern. Wenn ich eine Sache nicht verhindern kann, lege ich die Hürde hoch - das ist gängiges Verwaltungshandeln.

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NOV
20
Ferdinand, 13:06 Uhr

SPD in der Grube

Und ob sich die Haltung von Schmid(el) & Co. zum Tiefbahnhof-Nadelöhr auszahlt: jetzt 20 % nach den bereits desaströsen 23,1 % bei der Landtagswahl sind doch eine deutliche Quittung. Mal sehen, wie lange die SPD-Basis dieser Selbstzerstörungsstrategie noch zuschaut.

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AUG
19
ldl-bilder, 17:47 Uhr

““.... Es gab noch nie in Deutschland ein MP, der so wenig Stimmen erhalten hat wie Kretschmann. Bitte, es ist definitiv nicht mein Schuld, dass die Realität nicht so rosig....““

schreibt Forist “Hari Seldon“, 19. 08. 2011 - 16:22 Uhr, der versucht seine Scheinwelt als Realität auszugeben und setzt fort: ----- ““Es gab noch nie in Deutschland ein MP, der so wenig Stimmen erhalten hat wie Kretschmann. ....““ -----Die Wirklichkeit sieht so aus: -----Es gab noch nie einen CDU-Ministerpräsident mit einer derartigen kurzen Amtszeit wie von Herr Mappus praktiziert. ----- Und es gab in der Geschichte der BRD noch nie einen Ministerpräsident, welcher der Partei ““Bündnis 90/DieGrünen““ zugehörig war. ----- Herr MP Kretschmann ist im Amt, weil der Souverän so entschieden hat, was von allen Demokraten zu respektieren ist. ----- Das Recht beugen, wie es Forist “Hari Seldon“, betreibt, spricht nicht für politische Gruppierung für die er eintritt oder vorgibt Partei zu ergreifen. ----- Unser Wahlrecht geht so, das ist die maßgebende verfassungsgemäße Ordnung, die für alle verbindlich ist: ----- ““Artikel 28: (1) Die Abgeordneten werden nach einem Verfahren gewählt, das die Persönlichkeitswahl mit den Grundsätzen der Verhältniswahl verbindet. .... Artikel 46 (1) Der Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder ohne Aussprache in geheimer Abstimmung gewählt. Wählbar ist, wer zum Abgeordneten gewählt werden kann und das 35. Lebensjahr vollendet hat. (LV BW)““ ----- Am 27. 03. 2011 hat sich Herr Mappus für 5 Jahre von der Bürgerschaft in Pforzheim wählen lassen, heute verabschiedet er sich und tauscht sein Mandat, das dem Gemeinwohl verpflichtet ist, in lobbyistische Interessen ein - Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Noch nach der Wahl hat er gegenüber sein Pforzheimer Bürgern erklärt, dass er bleibt, das Mandat auf Dauer annimmt. DER SPIEGEL, 28. 03. 2011, schreibt dazu nach der Wahl: ----- ““ Sein Landtagsmandat will Mappus aber behalten. Er wolle den Wählerauftrag "sehr gerne" annehmen, um die Interessen seines Wahlkreises Pforzheim im Parlament vertreten zu können. ““ http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753692,00.html

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