KommentarKommentar zur Wegführung im Bahnhof Flaschenhals

Von Jörg Nauke 

Die Pendler im Stuttgarter Hauptbahnhof bekommen die Folgen von Stuttgart 21 verstärkt zu spüren – vor allem bei schlechtem Wetter. Denn der Weg von den Ferngleisen zur S-Bahn führt künftig durchs Freie. Bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Reisenden an die Vorgaben halten, gibt StZ-Redakteur Jörg Nauke zu Bedenken. 

Wenn der Abgang zur S-Bahn geschlossen ist, müssen sich Fahrgäste an neue Wege im Bahnhof gewöhnen. Foto: Gottfried Stoppel
Wenn der Abgang zur S-Bahn geschlossen ist, müssen sich Fahrgäste an neue Wege im Bahnhof gewöhnen.Foto: Gottfried Stoppel

Stuttgart - Die Bahn lässt in drei Wochen den direkten Zugang von den Fernbahngleisen zur S-Bahn sperren, um den Trog für den S-21-Tiefbahnhof zu bauen. Das bedeutet für Zigtausend Fahrgäste nicht nur einen noch weiteren Weg zu den unterirdischen Nahverkehrsstationen, als er durch die Verlagerung des Querbahnsteigs eh schon entstanden ist; es mangelt künftig auch an Komfort, weil die Bahn ihre vielen voll- und teilzeitbeschäftigten Reisendenlenker so instruiert, dass sie den Fahrgästen den Weg ums Bahnhofsgebäude herum empfehlen werden. Dass diese Wind und Wetter ausgesetzt sein sollen, hat im Technikausschuss sogar die CDU zu kritisch-konstruktiver Begleitung animiert: Man möge den Fahrgästen doch ein Dach über dem Kopf spendieren, forderte Fraktionschef Kotz unter dem Beifall der Grünen. Dieses Provisorium habe schließlich „x Jahre Bestand“.

Man kann den Reisenden die Wege nicht vorschreiben

Die Bahn hat, auch wenn sie das nicht explizit erwähnte, mit diesem Bypass-Plan ihr 2012 präsentiertes Konzept aufgegeben; es sah vor, die Fahrgäste auf dem kürzesten Weg durch die Schalterhallen und den Mittelausgang in die Klett-Passage zu führen. An den Abgängen zur und auf der Ladenebene hätte der Zustrom in den Spitzenstunden aber die Aufenthaltsqualität erheblich verringert. Diese Gefahr ist freilich nicht gebannt, man kann den Fahrgästen ja schlecht vorschreiben, welchen legalen Weg sie wählen. Kritisch sind aber vor allem die von drei auf zwei reduzierten Abgänge zu den S-Bahnsteigen zu sehen. An diesen Flaschenhälsen sieht nämlich auch der Bauherr die Kapazitätsgrenze erreicht.

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193 KommentareKommentar schreiben

Florian Spitzer: Der "Insider", der gesagt haben soll, dass S21 im Jahr 2025 fertig wird, ist also Winne Hermann? Da haben Sie uns doch sicherlich einen Link dazu. Danke im voraus.

Florian Spitzer, 10:11 Uhr "ich würde den VM in seiner Rolle als Projektpartner schon mal als Insider bezeichnen.": Ich nicht. Und ausser ihnen auch sonst niemand. Hab ich recht?

dan cortez, 08:38 Uhr: Welche "Insider" wären das denn, wenn man fragen darf? ;-) -------------------- was für eine frage. verkehrtminister hermann, alle parkschützer, das kontextwochenblättle, der herr spitzer und der herr renz, loeper, sittler, noch ein paar schauspieler und regisseure, der eisendings und der alte bahnhofsvorsteher. dass sie das nicht wissen.

dan cortez, 08:38 Uhr: ich würde den VM in seiner Rolle als Projektpartner schon mal als Insider bezeichnen. Zu seinen Aufgaben gehört eine realistische Betrachtung des Projekts. Herr Dietrich's Rolle besteht im wesentlichen darin, diese grandiose Anhäufung von Fehlplanungen (kurz Stuttgart 21) schönzureden. Und gerade dieser Projektsprecher ist ja bekanntlich der einzige, der noch verkrampft am Termin 2021 festhält. Natürlich ist mehr sehr wohl bewusst, das aus Befürwortersicht nur Frau Gönner in der Rolle als VM ein Insider wäre, hab ich recht?

Florian Spitzer, 21:14 Uhr "Insider behaupten zwar das es vor 2025 nichts wird...": Hm, schwer vorstellbar, dass es dem verbliebenen Häufchen gelingen wird, das Projekt so lange weiter zu verzögern und zu verteuern, auch wenn Sie sich das so sehr wünschen. Welche "Insider" wären das denn, wenn man fragen darf? ;-)

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