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Kultur regional
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Kommunales Kino Neue Heimstatt?

Thomas Klingenmaier, vom 27.08.2010 11:09 Uhr
Ein kommunales Kino, wie zum Beispiel in Waiblingen, fehlt in Stuttgart noch. Foto: Stollberg
Ein kommunales Kino, wie zum Beispiel in Waiblingen, fehlt in Stuttgart noch. Foto: Stollberg
Stuttgart - Über verschwundene Kultureinrichtungen muss man sich nicht lange den Kopf zerbrechen, wenn die Zukunft noch vorhandener, aber ebenfalls von Existenzängsten geplagter Institutionen auf der Tagesordnung steht. Mit diesem Gedanken dürfte mancher Gemeinderat und auch mancher Kulturschaffende der ersten Sitzung des Kulturausschusses nach der Sommerpause am 21. September entgegengesehen haben. Auf der Tagesordnung steht zwar wieder einmal die Frage, ob und wie ein neues Kommunales Kino geschaffen werden könnte. Aber bisher fehlte allen Visionen der konkrete Kern: Gebäude, Technik und Betreiber.

Diese Lage hat sich nun gewandelt. Eine private Betreibergesellschaft verhandelt mit dem Immobilieneigner LBBW über Anmietung und Wiedereröffnung der früheren Kinos Ambo 1 und 2 beim Hauptbahnhof. In dem "Ambo-Lounge-Kino" genannten Projekt könnte nach den Vorstellungen der Initiatoren um den Kinomacher Michael Kühnle auch das Kommunale Kino eine Heimstatt finden.

Bisher an den Kosten gescheitert


Kühnle, Jahrgang 1972, bisher Filmtheaterleiter unter anderem in Heilbronn (Cinemaxx) und München (Neues Forum am Deutschen Museum), und seine drei Partner, darunter zwei Investoren, wollen nach eigenen Worten "multifunktionales Kino mit gehobenem Programm, hochwertigem Innenausbau und modernster digitaler Technik, das flexibel für Kulturveranstaltungen und Liveübertragungen genutzt werden kann". Die Pläne der Kulturverwaltung, in den ehemaligen Ambo-Kinos ein neues Zentrum für die freie Theaterszene nebst angeschlossenem Koki zu installieren, waren bei den letzten Haushaltsberatungen schon an der Kassenlage gescheitert. Allerdings war auch die Resonanz aus der Theaterszene alles andere als enthusiastisch ausgefallen.

"Wir würden", schlägt Kühnle vor, "dem Kommunalen Kino unsere Infrastruktur vermieten. Wir würden nach Bedarf die Filme zeigen, die Kopien besorgen, wieder versenden und die Abrechnungen mit den Verleihern übernehmen. Die Programmgestaltung bliebe dagegen ganz in den Händen des Koki."

Ob also ein Verein das Angebot bestimmen würde oder ein einzelner Programmgestalter, bliebe Verhandlungssache zwischen Koki-Aktivisten und Kulturverwaltung. Damit steht das Ambo-Projekt nicht notwendig im Widerspruch zu den Konzepten der Projektgruppe Neues Kommunales Kino, die langfristig ein eigenes Filmtheater mit mehreren Sälen fordert. Es könnte auch als erster der kleinen Schritte kommunaler Filmarbeit gesehen werden, die laut Großkonzept zum künftigen Prestigeort alternativer Filmkultur hinführen sollen.
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