Kommunalwahl in Stuttgart Genossen möchten den Autoverkehr bremsen

Von unserer Redaktion 

Die SPD will die Ampel für Fußgänger und Radfahrer vermehrt auf Grün stellen. Das war das Ergebnis der Kreiskonferenz der Genossen. Deren Vorsitzender Dejan Perc verlebte einen ruhigen Abend.

SPD-Kreischef Dejan Perc hatte eine ruhige Versammlung. Foto: Achim Zweygarth
SPD-Kreischef Dejan Perc hatte eine ruhige Versammlung.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Fußgänger und Radfahrer fristen in Stuttgart nach Meinung der SPD ein Schattendasein – und das soll sich ändern. Mit ihrem neuen Verkehrskonzept rücken die Sozialdemokraten schwächere Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt. Bei nur einer Gegenstimme beschloss der Kreisverband auf seiner Jahreshauptversammlung am Montagabend das Grundsatzpapier, das die Partei mit zu einem Kommunalwahl-Erfolg tragen soll.

Knapp drei Jahre Arbeit stecken in dem Papier. Eine Kernaussage ist: „Anstatt wie bisher die Planung des öffentlichen Raums vorrangig aus der Perspektive des Individualverkehrs zu gestalten, müssen künftig bei jeder Planung die Belange der Fußgänger und Radfahrer mindestens gleichberechtigt beachtet werden.“ Bei der Gestaltung von Kreuzungen und Bürgersteigen dürften die Fußgänger nicht hintangestellt werden. Der Radverkehr soll bis 2030 von bislang rund 6 Prozent auf 15 Prozent ausgebaut werden. „Das ist realistisch“, sagte Reinhard Kühn, der für die SPD im Bezirksbeirat Süd sitzt. Die Topografie Stuttgarts dürfe in Zeiten der Pedelecs keine Ausrede mehr sein. Um die Sache voranzubringen, sollten jährlich zwei Stadtteilnetze ausgebaut werden. „Auch fordern wir mehr Abstellmöglichkeiten“, sagte Reinhard Kühn. Ein Fahrradparkhaus am Bahnhof wäre eine Möglichkeit. Busse und Bahnen sollen häufiger fahren und besser an Fuß- und Radnetze angebunden werden.

Der Autoverkehr füllt am meisten Seiten

„Langfristig streben wir einen 7,5-Minuten-Takt bei Stadtbahnen und Bussen an“, heißt es in dem 34-seitigen Papier. Auch schweben den Sozialdemokraten Sondertickets vor, etwa für Familien mit wenig Geld. Ein Sozialticket für 30 Euro im Monat sei im Doppelhaushalt beschlossen und soll 2015 kommen. „Die Finanzierung ist eines der ganz großen Probleme“, räumte Roswitha Blind, Chefin der Gemeinderatsfraktion, ein. Auch wenn der Autoverkehr im Konzept hinten steht: Er füllt die meisten Seiten. Geht es nach der SPD, soll sein Anteil bis 2030 um rund ein Drittel gesenkt werden – von 42 auf 29 Prozent. „Dazu gehört auch, nicht mit neuen Straßenverkehrsprojekten weiteren Verkehr in die Stadt zu ziehen“, heißt es. „Zu empfehlen ist im Wesentlichen nur der Cityring“, sagte Kühn.

Heftige Diskussionen blieben bei der Kreiskonferenz aus. Der Kreisvorsitzende Dejan Perc verkündete, dass die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um 39 auf 1969 gestiegen sei. Katharina Rudel wurde als neue Beisitzerin in den Kreisverband gewählt. Die 26-Jährige Juso-Vorsitzende ersetzt Bettina Bunk, die aus beruflichen Gründen kürzertritt. Abschied nehmen hieß es für Inge Fink. Die gute Seele der Kreisgeschäftsstelle geht nach 46 Jahren hauptamtlicher Arbeit für die Partei in den Ruhestand. Zum Abschied sagte sie: „Ich bin dann einfach mal weg.“

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8 Kommentare Kommentar schreiben

keine weitere autogerechte stadt nach us-vorbild: stuttgarts talkessel und einmalige lage ist viel zu schade, um hier weiterhin die autogerechte stadt nach us-vorbild zu bauen. viel zu viel stuttgart und viel zu viel historisches wurde dadurch vernichtet und besonderer lebensraum zu strassen zwangsenteignet. der stuttgarter bürger und der mensch mit seinen bedürfnissen muss hier wieder zentraler bestandteil der politik werden. viel zu sehr wurde stuttgart gesichtslos, austauschbar, standardisiert und nomiert, um der industrie und den investoren zu gefallen. nein- stuttgart braucht wieder mehr stuttgart. die spd und die andern parteien haben viel zu lange das stuttgartspezifische in der stadtplanung untersagt- und den sterilen emotionslosen zielen der investoren und der wirtschaft den eindeuigen vorrang gegeben. so wird vertrauen durch alle parteien verspielt. stuttgart war früher durch prachtvolle individuelle emotionale gebäude und strassen und plätzen geprägt. heute will man diese stadt zur industrieorientierten konsumgetriebenen stadt umbauen- inklusive der menschen. so sieht keine politik der zukunft und nachhaltigkeit aus....!

Unerträglich: Solche Dreistigkeit. Der Park wurde 1993 für 200 Millionen renoviert. Jetzt wird er geschreddert. Stück für Stück. Seit 20 Jahren wird der Pendlerblick auf die grünen Hänge - zwischen Wald und Reben - zugebaut. Entdemokratisiert. Banken, Versicherungen und Ministerien repräsentieren zukünftig die Innerstädtische Bevölkerung beim Blick auf den Park. Um die Jahrtausendwende wurde zuerst ein beerdigtes Bahnprojekt für untot erklärt. Anschließend wurde die Physik komplett neu erfunden. Der Hindenburgbau wurde aufgestockt, der LBBW Glaskeil steht laut StN um 90° verdreht zum Strömungsmodell des Antrages und jetzt wird das Europaviertel so hoch möglich, daß man die Hänge erklimmen muß um grün zu sehen. Was hat die SPD zuwege gebracht. Zwei ehemalige Gemeinderatsfraktionsvorsitzende wohnen in Heumaden und stimmten mit - gegen die Filderauffahrt. Dort wäre es dann lauter geworden. Ein CDUler wohnt an der mittleren Filderhaupt und stimmt dafür damit es bei ihm leiser wird. Ausbaden soll das ganze jetzt Max Mustermann. Früher hieß der armer konrad weil er auch nicht mitbestimmen durfte. Herr und Frau Mustermann dürfen auf den Heimtrainer sitzen, damit die ehrbaren Bürositzer ihren neugebauten Blick auf den Restepark ohne Feinstaub genießen können. Macht endlich H7 platt , damit die IHK-Chefs eine freie Sichtachse bekommen.

Man kann nur noch den Kopf schütteln!: Da klagt man über Feinstaub, hat aber unweit der Messstation die Baustelle des Jahrhunderts. Stuttgart, die weltweit als Autoindustriestadt weltbekannt ist, zwingt die Bürger auf die Drahtessel und zum joggen Richtung Arbeitsplatz und Shoppingmeile. Alles schön und gut, aber dann reißt doch Stuttgart einfach zur Hälfte ab, pflanzt Palmen mit Lianen und baut von den Höhenlagen ringsherum Seilbahnen zum zentralen Knotenpunkt S21! Wir bewerben uns nun bei Tarzan, in der Hoffnung, ein Baumhaus anmieten zu können! Meine Herren, welch ein Hirnfurz ist als Virus unerkannt in deren Köpfen gelandet, die solch einen Schwachsinn von sich geben? Wo sind denn die Lungen für die Frischluft geblieben? Aus dem Schlossgarten habt ihr doch ne Staubwüste gemacht und die Immohaie können es kaum erwarten, das noch nicht gebaute zu verkaufen! Politik, wie sie verrückter nicht sein kann! Ob die Queen auch ihren Hyde Park in London abholzen lässt, um einen unterirdischen Airport zu bauen? Ich wittere da einen lukrativen Auftrag! Ende der Ironie

Ist die SPD glaubwürdig?: Schauen wir uns die Stuttgarter Stadtentwicklung der letzten Jahre an, in denen die SPD zusammen mit der CDU, FDP und den Freien Wählern Stadtgeschichte geschrieben hat, dann stellen sich einem die Haare zu Berge. mein Mitkommentator Betsch zeigt die richtigen Ziele und Leitlinien auf. Nur, was ist an "Lebensqualität" in dieser Stadt übrig geblieben? Reicht es nicht, dass man nach dem Krieg alles Alte verdammt und eine autogerechte Stadt kreiert hat. Aktuell verliert diese Stadt immer mehr an Gesicht, an Ecken und Kanten. Beton, Glas - Mainstream ist Alltag. Austauschbar in jeder Großstadt. Die grünen und kleinteilig bebauten Hänge der Stadt sind nicht mehr zu sehen, wenn man im Talkessel steht! Die Hochhäuser erschlagen das Stadtbild. Milaneo ist mit der hohen Parkplatzquote für den Auto-Kunden gemacht. S21 drängt den Zug-Passagier unter die Erde; der Autofahrer bleibt oben -pervers! Wo sind die innerstädtischen Grünbereiche geblieben? Schlossgarten? abgeholzt. Wo man derzeit hinschaut, alles im Rahmen von S21 gefällt. Stuttgart besteht die nächsten Jahrzehnte aus tiefen Löchern zu irgendwelchen alternativlosen Straßenbauwerken. Wo bleibt die Lebensqualität der heutigen Stadtbewohner? Die SPD war maßgeblich daran beteiligt. Ihre Argumente wirken heute unglaubwürdig.

Stuttgarter SPD: Wenn man sich anhört, was der sogenannte Baubürgermeister Matthias Hahn in regelmäßigen Abständen für einen Stuss von sich gibt... der gehört meines Wissens ja auch zu dieser seltsamen Partei.

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