Korb - Der Streit um eine Aussichtsplattform in den Weinbergen beim Korber Kopf geht vermutlich in eine neue Runde. Der Wengerter Ottmar Escher hatte die rund 16 Quadratmeter große Plattform im Jahr 2009 ohne eine Baugenehmigung in seinem Weinberg erstellt und war daraufhin von der Gemeindeverwaltung aufgefordert worden, das Bauwerk wieder abzureißen. Seitdem liegen Escher und die Gemeinde Korb im Clinch.
Gestern Nachmittag hätte die Sache vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart ein für alle Mal geklärt werden sollen. Alle Beteiligten waren da – nur kein Vertreter der Gemeinde Korb. Wie sich zeigte, hatte die Verwaltung dem Gericht am Mittag per Fax mitgeteilt, dass sie die bisherige Abbruchanordnung gegen Ottmar Escher vom Sommer 2010 zurücknehmen werde – allerdings nur, um eine neue Verfügung „auf anderer rechtlicher Basis“ zu erlassen.
Bei der ersten Abbruchverfügung hatten die Korber auf der Grundlage der Landschaftsschutzgebietsverordnung des Rems-Murr-Kreises argumentiert: Der Bau stelle eine Veränderung dar, welche die Landschaft verunstalte, und müsse daher beseitigt werden. Der Korber Bürgermeister Jochen Müller hält nach wie vor an diesem Standpunkt fest: „Die Plattform ist ein Fremdkörper in dieser Rebenlandschaft.“
Allerdings habe sich bei Gesprächen und einem Ortstermin mit Vertretern des Verwaltungsgerichts gezeigt, „dass es unterschiedliche Auffassungen zur Frage der Verunstaltung gibt“. Der Ermessensspielraum sei in solchen Fällen groß. Und damit wohl auch die Gefahr, dass die Gemeinde Korb mit diesem Argument vor Gericht den Kürzeren zieht. „Wenn die Gemeinde mit der derzeitigen Abbruchverfügung den gerichtlichen Instanzweg beschreitet, riskiert sie in einem langwierigen Verfahren den Anspruch zu verlieren, eine neue Abbruchverfügung zu erlassen“, begründet die Verwaltung ihren überraschenden Rückzug. Deshalb werde man nun auf das Planungsrecht setzen und andere, sprich baurechtliche Argumente, ins Feld führen, so Müller: „Das ist ein Bauvorhaben im Außenbereich, das so nicht zulässig ist.“ Wenn Ottmar Eschers Plattform genehmigt werde, dann sei klar, dass weitere folgen würden, auch solche, die größer dimensioniert seien.

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