Kosmologie
Universum ohne Gott
Rainer Klüting,
06.09.2010 06:55 Uhr
Foto: dpa
Stuttgart - Die Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik, nicht mitgehalten." Wer seinen Lesern gleich im zweiten Absatz seines Buches solch starken Tobak zumutet, legt die Latte für die nachfolgenden Kapitel hoch. Doch Stephen Hawking, der britische Physiker, der schon mal damit kokettiert, dass er immer noch keinen Nobelpreis bekommen hat, siedelt seine Ansprüche mit Vorliebe ganz oben an. Mit seinem ersten großen Bucherfolg, den Millionen gekauft, aber nach verbreiteter Ansicht nur wenige gelesen haben, hat er eine "kurze Geschichte der Zeit" hingeblättert.
Mit weniger fängt Hawking nicht an. Und er steigert sich. In seinem neuen Buch geht es ihm und seinem Mitautor, dem Physiker und Autor Leonard Mlodinow, um nichts weniger als die Theorie von allem. Das Faszinierende an Hawking (und den Mitautoren, die er sich sucht) ist, dass er prägnant formuliert und mit System, aber ohne große Umschweife zum Ziel kommt. So macht er sich zum Beweis der Anfangsbehauptung auf einen Schnelldurchgang durch die Philosophiegeschichte. Unterwegs zeigt er klare Vorlieben für Berühmtheiten, die in modernem Sinne am ehesten naturwissenschaftlich vorgingen. So zitiert er zum Beispiel genüsslich Pierre-Simon Laplace, der auf die Frage Napoleons, wie Gott in sein wissenschaftliches Bild der Welt passe, gesagt haben soll: "Diese Hypothese habe ich nicht benötigt, Sire."
Mit Gott hat es der 1942 geborene Astrophysiker genauso wenig wie mit den Philosophen. Er stellt "die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" (Hawking nach dem Romantitel von Douglas Adams) ausschließlich als eine Frage nach naturwissenschaftlich auffindbaren Regeln und Gesetzen. Wer Hawking deswegen vorwerfen wollte, er überschätze die Erkenntnisfähigkeit des Menschen, hat dieses neue Buch noch nicht gelesen. Denn genau darum geht es ihm: dass wir niemals herausbekommen werden, was "Wirklichkeit" ist, dass wir uns damit abfinden sollten, nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben, welches wir notgedrungen für die Realität nehmen müssen. "Modellabhängiger Realismus" heißt seine erkenntnisphilosophische Ausgangsbasis.
Solange es Physik gibt, und lange bevor diese Wissenschaft so hieß, haben Wissenschaftler nach fundamentalen Prinzipien gesucht, welche die Welt im Innersten zusammenhalten. In jüngerer Zeit sind sie auf vier Kräfte gestoßen, die den Job erledigen: die Schwerkraft und die elektromagnetische Kraft und im Atomkern die starke und die schwache Kernkraft.
Mit weniger fängt Hawking nicht an. Und er steigert sich. In seinem neuen Buch geht es ihm und seinem Mitautor, dem Physiker und Autor Leonard Mlodinow, um nichts weniger als die Theorie von allem. Das Faszinierende an Hawking (und den Mitautoren, die er sich sucht) ist, dass er prägnant formuliert und mit System, aber ohne große Umschweife zum Ziel kommt. So macht er sich zum Beweis der Anfangsbehauptung auf einen Schnelldurchgang durch die Philosophiegeschichte. Unterwegs zeigt er klare Vorlieben für Berühmtheiten, die in modernem Sinne am ehesten naturwissenschaftlich vorgingen. So zitiert er zum Beispiel genüsslich Pierre-Simon Laplace, der auf die Frage Napoleons, wie Gott in sein wissenschaftliches Bild der Welt passe, gesagt haben soll: "Diese Hypothese habe ich nicht benötigt, Sire."
"Modellabhängiger Realismus" heißt seine philosophische Ausgangsbasis
Mit Gott hat es der 1942 geborene Astrophysiker genauso wenig wie mit den Philosophen. Er stellt "die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" (Hawking nach dem Romantitel von Douglas Adams) ausschließlich als eine Frage nach naturwissenschaftlich auffindbaren Regeln und Gesetzen. Wer Hawking deswegen vorwerfen wollte, er überschätze die Erkenntnisfähigkeit des Menschen, hat dieses neue Buch noch nicht gelesen. Denn genau darum geht es ihm: dass wir niemals herausbekommen werden, was "Wirklichkeit" ist, dass wir uns damit abfinden sollten, nur ein Modell der Welt im Kopf zu haben, welches wir notgedrungen für die Realität nehmen müssen. "Modellabhängiger Realismus" heißt seine erkenntnisphilosophische Ausgangsbasis.
Solange es Physik gibt, und lange bevor diese Wissenschaft so hieß, haben Wissenschaftler nach fundamentalen Prinzipien gesucht, welche die Welt im Innersten zusammenhalten. In jüngerer Zeit sind sie auf vier Kräfte gestoßen, die den Job erledigen: die Schwerkraft und die elektromagnetische Kraft und im Atomkern die starke und die schwache Kernkraft.
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Kreationisten unter sich
Hawking behauptet nicht, alles sei Zufall und habe sich selbst erzeugt. Er sagt, die Physik und ihre Gesetze sind der Ursprung von allem, kein intelligentes Überwesen. Wo es letztendlich einen Anfangspunkt gibt, wird man nie erfahren, aber vielleicht ist auch schon die Idee eines Anfangs ein Irrweg, weil er Zeit (und damit Kausalität) voraussetzt. Für die Kreationisten hört dagegen mit Gott alles auf. Dabei hat uns ja gerade die Naturwissenschaft gelehrt, dass die Erde ein relativ unbedeutender Planet in einer X-Beliebigen Galaxie ist, von denen es noch Millionen andere geben könnte. Schon allein die Vorstellung, das sei jetzt der große Wurf eines bärtigen netten alten Mannes (ein Mensch, zu allem Größenwahn noch!) ist völlig absurd. Und wie steht es mit der so perfekten "Schöpfung", in der es doch jede Menge Fehler gibt. Wenn es tatsächlich ein göttliches Überwesen gäbe, hätte das doch schon längst mal auf den Tisch gehauen und klar gemacht, ob man denn nur Schweine essen darf oder nicht. Im meiner jahrelange Tätigkeit als Programmierer habe ich zumindest die Überzeugung gewonnen, dass der Glaube an ein höheres Wesen genauso dümmlich wie absurd ist. Genausogut kann man an das fliegende Spaghettimonster glauben, und ich würde sogar behaupten, dass das noch die sinnvollere Variante wäre, denn dabei ist jedem klar, dass man es nicht ernst meint. Die Art von Gehirnwäsche aber, die an den Schulen im Religionsunterricht stattfindet, hat nur eines zum Ziel: Machterhaltung und die Erzeugung eines Druckmittels, das keiner weiteren Begründung mehr benötigt (wie Sie, Herr Seifert, ja selbst berichten: "... und lass die anderen dumm!"). Ich finde es unendlich viel nobler und sinnvoller, sich aus dem religiösen Gedankenverbot zu lösen, und die Realität nüchtern zu betrachten. Und man wird feststellen: Brennende Büsche - Fehlanzeige. Sich teilende Meere - Fehlanzeige. Sonst irgendein Phänomen, das ohne einen Gott nicht erklärbar wäre - Fehlanzeige. Statt dessen ein jahrhunderte alte Bücher, in denen nachweislich Müll steht (oder kennen Sie einen irgendeinen Programmierer, der erfolgreich mit Pi = 3 rechnet) und Schwachköpfe wie Althaus, die den Blödsinn auch noch wörtlich nehmen. Die Welt wäre besser, wenn es mehr Denker wie Hawking geben würde, und wenn diese Leute vor allem an den Schalthebeln der Macht säßen.
Hawkings Fehler
Um mal eine Parabel zu verwenden: Hawking sieht ein kompliziertes, ausstaffiertes großes Haus, in dem viele verschiedenste spezialisierte, anspruchsvolle Techniken und Lösungen eingearbeitet sind. Es scheint nahezu perfekt zu sein. Er studiert es, macht sich Skizzen und versucht, die Pläne nachzuarbeiten. Aber dann stellt er sich hin und behauptet, das alles war reiner Zufall und das Haus habe sich von selbst dorthin gestellt.
Gott Hawking und das Universum !
Hallo Leser, Im meinem Alter von ca´7 Jahren hatte unser Lehrer uns Kinder in der Religionsstunde von Gott und seinen Engeln, die im Himmel auf den Wolken sitzen erzählt. Der selbe Lehrer erzählte uns in der Naturlehrenstunde (Physik gab es 1942 in den Volksschulen nicht) von der unendlichen Weite und Leere des Universum. Auf meine Frage: Herr Lehrer wo ist denn da Gott? Antwortete der Lehrer: du mit deinem vorlauten Mund sei still und setz dich hin! Das genügte mir aber nicht. Im Treppenhaus während der Pause traf ich den Lehrer wieder, und stellte dieselbe Frage.Die Antwort war dann:Wenn du es schon weisst, dann halt den Mund und lass die Anderen dumm! In meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Programmierer habe ich die Überzeugung gewonnen , das es doch ein Schöpfer , also Gott gibt. Und dieser Gott hat meiner Überzeugung nach keinen Fehler bei seinem Wirken gemacht.Alles ist perfekt, vom Aufbau eines Baumblattes bis zu Menschen , wobei die Evolution seine größte Schöpfung war. Auch wenn wir Menschen das nicht immer erkennen können, muß es doch Sinn machen, wenn in jeder unserer Körperzellen, ( von den jeder Mensch Milliarden Zellen hat) ein kompletter Bauplan eines neuen Menschen liegt. Robert Paul