Kosten für Stuttgart-21-Filderbahnhof Kretschmann nennt Dimension für Beteiligung

Von dpa/lsw 

Die Debatte über die Zusatzkosten bei Stuttgart 21 wird immer theoretischer. Die Bahn beziffert die Mehrkosten auf eine dreistellige Millionensumme, Kretschmann kann sich nur eine zweistellige vorstellen. Eine Einigung wird problematisch.

Kretschmann hat sich zum Filderbahnhof geäußert. Foto: dpa 23 Bilder
Kretschmann hat sich zum Filderbahnhof geäußert.Foto: dpa

Stuttgart - Zwischen den Vorstellungen des Landes und der Bahn zur Finanzierung möglicher Mehrkosten beim Bahnprojekt Stuttgart 21 liegen Welten: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) umriss mit der Summe 24 Millionen erstmals eine Größenordnung, bei der das Land eine Beteiligung an den Zusatzkosten für einen neuen S-21-Filderbahnhof erwägen könnte. Die Bahn veranschlagt die Verbesserungen dagegen auf die zehnfach höhere Summe von 224 Millionen Euro. Diese Summe liege eine ganze Dimension über der, die er sich vorstellen könne, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

Er sei stets davon ausgegangen, dass die Kalkulation der Bahn die „Elastizität“ besitze, dass solche Dinge unterhalb des Kostendeckels von 4,5 Milliarden Euro zu finanzieren sind. „Der Kostendeckel gilt“, bekräftigte Kretschmann. Die Kosten liegen derzeit offiziell bei 4,3 Milliarden Euro. Samt anderen noch nicht im Projektrahmen veranschlagten Kosten, etwa für Brandschutzmaßnahmen im Tiefbahnhof, würden die von der Bahn genannten 224 Millionen Euro das Kostenlimit überschreiten. Das Verkehrsministerium prüft derzeit die Machbarkeitsstudie der Bahn zu den Mehrkosten des geplanten Fernverkehrshalts. Erst nach Abschluss sei es überhaupt möglich, ein abschließendes Urteil zu fällen, sagte Kretschmann.

„Irgendwelche Töpfe führen nicht zu Geldvermehrung.“

Zum Kostendeckel gebe es auch einen einstimmigen Kabinettsbeschluss, an den alle gebunden seien, fügte er hinzu. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel hatte zuvor einen Extratopf für den verbesserten Flughafenhalt vorgeschlagen. Kretschmann sagte dazu: „Irgendwelche Töpfe führen nicht zu Geldvermehrung.“ Die Haushaltssanierung sei schließlich ein wichtiges Ziel von Grün-Rot. Wechselnde Mehrheiten im Landtag bei einem so wichtigen Thema schloss Kretschmann aus. Hintergrund ist, dass SPD-Fraktionsvize Rosa Grünstein den Grünen damit gedroht hatte, eine Beteiligung des Landes an den Zusatzkosten für den Flughafenbahnhof notfalls mit Hilfe der Opposition durchzusetzen. Schmiedel lehnt dies aber ab. „Es darf keine wechselnden Mehrheiten geben, sonst ist diese Koalition in ihrer Substanz gefährdet“, hatte er den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt.

Der Verkehrsclub Deutschland forderte das Verkehrsministerium unterdessen auf, eine Nutzen-Kosten-Analyse für den veränderten Flughafenbahnhof zu erstellen. Diese sei gesetzlich für alle Maßnahmen im Schienenverkehr mit Kosten über 50 Millionen Euro zwingend vorgeschrieben, sagte VCD-Landeschef Matthias Lieb. Er betonte, wer zusätzliches Geld für Stuttgart 21 fordere, müsse erklären, welchen anderen Verkehrsprojekte in Baden-Württemberg dafür aufgegeben werden sollten.

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Kompliziertes Umsteigen bei Eis und Schnee im Sackbahnhof: An den Aufklärungsresistenten: 'Im Netzplan des Finalen Simulaufs sind keine einzigen direkten Anbindungen mehr an Cannstatt aus Richtung Tübingen/Nürtingen vorgesehen. ' Wenn der Verkehrsminister Herrmann auch aus Stänkerei zusätzliche Züge von Heilbronn nach Nürtingen bestellt, dann bekommt er die natürlich auch. In Wahrheit werden die Züge natürlich fahren. ____________________________________________________________________ 'Erstens kürzen Pendler, die sich im Kopfbahnhof auskennen, über die Querverbindungen ab, welche ebenso direkt zum Tiefbahnsteig führen. ' Da gibt es keine Abkürzung. Der Quertunnel führt nur bis Höhe Gleis 2/3 zur Verbinderebene, den Weg zum Beginn des S-Bahnsteigs muss man dann trotzdem noch weiter latschen, ebenso im dümmsten Fall die Zuglänge auf dem jeweiligen Bahnsteig. _________________________________________________________________ 'eim gepl. Tiefbahnhof hat derjenige Fahrgast, der auf Höhe der Staatsgalerie aussteigt, einen zwangsweise viel längeren Weg zur S-Bahn (400 m). ' Nein, der Weg ist kürzer. Denn wer mit einem solchen Zug heute ankommt - z.B. typischerweise an Gleis 16 - der muss erst einmal 430m latschen, bis er überhaupt den Querbahnsteig erreicht. Dann nochmal 160m quer, dann Rolltreppe, wieder in die andere Richtung, noch ne Rolltreppe. Wer künftig bei S21 am Zugschluss ankommt, geht maximal 340m bis zum Abgang S-Bahn und dann ca. 20-60m zum S-Bahnsteig. ____________________________________________________________________ 'Ich sprach aber nicht von Heute ... sondern von „weiterhin“, falls S21 Wirklichkeit werden soll und Fernzüge weiterhin nicht in BB halten würden.' Sie sprechen in Rätseln. Warum sollten Fernzüge in BB halten? Wer dorthin will, nimmt den RE. __________________________________________________________________ 'Das ist falsch, man müßte ein paar hundert Meter laufen, um den S-Bahnhof zu erreichen.' Doppelt falsch. Die ICE/IC von Singen werden nach Antragtrasse in der Station Terminal halten, die S-Bahn hält gleich am Gleis gegenüber. Sollte sich wieder Erwarten jemand finden, der die teurere Version Bahnhof Flughafenstraße realisiert, beträgt der Umsteigeweg etwa 100m. Also keineswegs 'ein paar hundert Meter', wie Sie fälschlicherweise behaupten, sondern deutlich kürzer als man heute so zwischen Sackbahnhof und S-Bahn umsteigt.

Herzilein-EB nicht nur abenteuerlich träumend sondern auch fleißig faktenresitent: „Zum einen bleiben sämtliche RE-Linien von Tübingen/Reutlingen über Plochingen erhalten, sogar mit kürzerer Fahrzeit zum Hbf als heute und weiteren Durchbindungen, z.B. Cannstatt im Nachlauf.“ Alles schön und elegant umschrieben, was aber nichts mit den geplanten Fakten zu tun hat. Im Netzplan des Finalen Simulaufs sind keine einzigen direkten Anbindungen mehr an Cannstatt aus Richtung Tübingen/Nürtingen vorgesehen. Und das was Herzilein-EB mit „Nachlauf“ meint, ist eine einzige Verbindung über den Flughafen mit 12-minütigem Aufenthalt im gepl. Tiefbahnhof. Ach ja, da schimpfte doch jemand so intensiv auf den durchgebundenen Regio-Zug zwischen Ulm und Mosbach? .......... „... wenn ein Verfechter des offenen Sackbahnhofes, wo Fahrgäste Sturm und Schnee ausgesetzt sind, wenn sie bis zu 430m auf dem Bahnsteig langlatschen müssen, sich über mangelnden Komfort aufregt.“ Nun ja, wenn man sich den heutigen Zustand nach dieser Fast-Zerstörung des Kopfbahnhofs so anschaut, weiß man vollends, wie leicht Herzilein-EB als bezahlter Verfechter der Hardcore-Proler daher reden kann. Aber wer den Schaden hat ...!!! .......... Träumereien eines gutbezahlten Bahn-PR-Agenten: „Der Umsteigeweg zwischen dem Sackbahnhof Gleis 13 und dem Hbf-tief heute ist LÄNGER als zukünftig zwischen Flughafen-Fern und Flughafen-Terminal.“ Erstens kürzen Pendler, die sich im Kopfbahnhof auskennen, über die Querverbindungen ab, welche ebenso direkt zum Tiefbahnsteig führen. Beim gepl. Tiefbahnhof hat derjenige Fahrgast, der auf Höhe der Staatsgalerie aussteigt, einen zwangsweise viel längeren Weg zur S-Bahn (400 m). Zweitens träumt Herzilein-EB immer noch von vielen vielen Umsteigenden am Flughafen, denen er bestimmt am liebsten noch den Roten Teppich dafür auslegen würde. Aber laßt ihn weiterphantasieren, noch ist nichts fertiggeplant. Seine Träumereien sind daher derzeit ohne Substanz. Außerdem hat er die kommende Entwicklung des aufkommenden Busverkehrs nicht berücksichtigt, welche Bedarfslücken ausfüllen können, die die Bahn erst in 20 bis 30 Jahren schlißen könnte. Da wird es noch manch böses Erwachen geben. – Oben bleiben!

Phantasien von Herzilein-EB immer abenteuerlicher: „Rufen Sie mal den Fahrplancomputer bei bahn.de auf - die Fahrt von Horb nach S-Vaihingen ist schon heute nur mit 1x umsteigen im System, ...“ Ich sprach aber nicht von Heute (obwohl bei der Fernbahn ebenso 2 mal umgestiegen werden muß, da in BB kein Halt), sondern von „weiterhin“, falls S21 Wirklichkeit werden soll und Fernzüge weiterhin nicht in BB halten würden. .......... „... von Singen, kann mit dem IC zum Flughafen fahren und dort am selben Bahnsteig die S-Bahn nach Vaihingen nehmen.“ Das ist falsch, man müßte ein paar hundert Meter laufen, um den S-Bahnhof zu erreichen. Aber was soll’s, selbst diese Phantasiemöglichkeit seitens Herzilein-EB ist schon abenteuerlich genug. – Oben bleiben!

Unsinnige Konzepte von Krampf21: Werter Doncarlos! 'Heute ist man in 56 Minuten an der Haltestelle Universität ab Reutlingen Hbf. ' Aber nur mit dem IRE und umsteigen vom Sackbahnhof zum Hbf-tief in die S-Bahn. Der fährt aber nicht immer. ____________________________________________________________________ 'Das sind 6 Minuten Fahrzeitverkürzung durch eine Neubautrasse aber mit einem weitem Umsteigeweg zwischen Fernbahnhof und S-Bahnhaltestelle Flughafen.' Der Umsteigeweg zwischen dem Sackbahnhof Gleis 13 und dem Hbf-tief heute ist LÄNGER als zukünftig zwischen Flughafen-Fern und Flughafen-Terminal. _____________________________________________________________________ 'Beim Kopfbahnhof-Konzept wären man in 38 Minuten in Vaihingen, 5 Minuten umsteigen und in 4 Minuten von dort an der Uni. ' Wer bitte sollte so dämlich sein und einen RE von Reutlingen nach Vaihingen fahren lassen? Den bezahlt niemand, selbst wenn der ganze Blödsinn von Krampf21 gebaut wäre, was niemals der Fall sein soll.

Ausgerechnet Freunde des offenen Sackbahnhofes mokieren sich über Eis und Schnee beim Umsteigen - lächerlich!: 'den Reutlinger und Nürtinger Pendler über den Umweg Flughafen in die Stuttgarter City fahren lassen will, und somit den direkten Anschluss nach Cannstatt kappt. ' Sie erzählen gleich doppelt Unsinn. Zum einen bleiben sämtliche RE-Linien von Tübingen/Reutlingen über Plochingen erhalten, sogar mit kürzerer Fahrzeit zum Hbf als heute und weiteren Durchbindungen, z.B. Cannstatt im Nachlauf. Für diejenigen, die es eilig haben, ist übrigens die Fahrt über Plochingen der Umweg, nicht über den Flughafen. Die Fahrt von Tübingen und Reutlingen über Flughafen zum Hbf wird sogar eine kürzere Fahrzeit bekommen als der heutige IRE, trotz mehrerer zusätzlicher Halte. ____________________________________________________________________ 'Zum Kaputtlachen. Bei Eis und Schnee ein paar Hundert Meter Umsteigeweg. ' Erstens wird es da einen windgeschützten Tunnel geben. Zweitens ist es wohl eher zum Kaputtlachen, wenn ein Verfechter des offenen Sackbahnhofes, wo Fahrgäste Sturm und Schnee ausgesetzt sind, wenn sie bis zu 430m auf dem Bahnsteig langlatschen müssen, sich über mangelnden Komfort aufregt. Denn am Flughafen wird es Tunnel geben, im Hbf ist zukünftig alles überdacht und geschlossen und damit deutlich angenehmer als heute. _________________________________________________________________ 'Und Fahrgäste aus Richtung Singen – Horb müssen nach S-Vaihingen weiterhin zweimal ebenfalls bei Eis und Kälte umsteigen. ' Rufen Sie mal den Fahrplancomputer bei bahn.de auf - die Fahrt von Horb nach S-Vaihingen ist schon heute nur mit 1x umsteigen im System, und zwar in Böblingen. Wer es künftig bequemer haben will, z.B. von Singen, kann mit dem IC zum Flughafen fahren und dort am selben Bahnsteig die S-Bahn nach Vaihingen nehmen. Das geht heute nicht.

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