100. Todestag von Graf Zeppelin in Stuttgart Verbeugung vor einem Visionär

Von Von Heidemarie A. Hechtel 

Zum 100. Todestag von Graf Ferdinand von Zeppelin drehte ein Luftschiff bei der Kranzniederlegung am Grab eine Ehrenrunde über dem Stuttgarter Pragfriedhof.

Der Zeppelin am Mittwoch über dem Pragfriedhof Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 8 Bilder
Der Zeppelin am Mittwoch über dem Pragfriedhof Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Sein Werk erschien am Stuttgarter Himmel und rief eindrucksvoll die Leistung dieses Pioniers der Luftfahrt in Erinnerung: Zum 100. Todestag von Graf Ferdinand von Zeppelinhatte auch ein Luftschiff aus Friedrichshafen den Flug nach Stuttgart angetreten, um über dem Grab auf dem Pragfriedhof eine Runde zu drehen. Eine große Gesellschaft aus Stuttgart, Friedrichshafen und aus der Familie hatte sich am Grab des Stuttgarter Ehrenbürgers versammelt, um seiner zu gedenken. „Wir schulden ihm Respekt und große Dankbarkeit“, würdigte Andreas Brand, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, den Grafen, der am 8. Juli 1838 in Konstanz geboren wurde, in Stuttgart aufwuchs und am 8. März 1917 in Berlin starb. Brand schilderte dieses Leben, in dem katastrophale Misserfolge nicht erspart blieben. Kaiser Wilhelm II. habe den Grafen sogar als „den Dümmsten aller Süddeutschen“ geschmäht. „Hier irrte der Kaiser“, konnte Brand versichern und brauchte nur zum Himmel zu zeigen. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer musste sich der OB vom Bodensee dann freilich mit der Faszination für das Luftschiff mit der Inschrift „Visionen leben“, einem Porträt des Grafen und seinen Lebensdaten teilen.

„Die Nachricht vom Tod des Grafen Zeppelin traf bei einer Gemeinderatssitzung unter dem damaligen Oberbürgermeister Karl Lautenschlager ein“, berichtete Bürgermeister Martin Schairer, der zu den vielen Kränzen an der Grabstelle einen weiteren Kranz für die Stadt Stuttgart niederlegte. Dass der geniale und unbeirrbare Visionär damals die populärste Persönlichkeit im ausgehenden Kaiserreich war, habe nicht nur der Trauerzug mit Zehntausenden Teilnehmern bewiesen. Schon zu Lebzeiten des Grafen hatten ihm Spenden in Millionenhöhe die Fortsetzung seiner Arbeit ermöglicht, nachdem ein Luftschiff in Echterdingen am 5. August 1908 in Flammen aufgegangen war.

Der Zeppelin wurde auch in der militärischen Luftfahrt eingesetzt und brachte im Ersten Weltkrieg Tod und Verderben. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel des Grafen, bat bei der Feierstunde „Gott und die Menschen“ um Vergebung für alle Opfer – ebenso für den Einsatz von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vor-100-jahr-starb-ferdinand-graf-von-zeppelin-verirrter-volksheld.f2f19dfe-bb0f-47e6-8622-a24668a32e95.html