Kriminalität von Flüchtlingen in Stuttgart Die Armutsdelikte überwiegen

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Die Zahl der Straftaten ist deutlich weniger angestiegen als die Zahl der Schutzsuchenden im Land, die sich mindestens vervierfacht hat.

Ladendiebstahl ist ein typisches Armutsdelikt.  Neben Schwarzfahren ist es eine der häufigsten Taten, welche Flüchtlinge begangen haben. Foto: Bernd Zeyer
Ladendiebstahl ist ein typisches Armutsdelikt. Neben Schwarzfahren ist es eine der häufigsten Taten, welche Flüchtlinge begangen haben.Foto: Bernd Zeyer

Stuttgart - Die Kriminalität von Flüchtlingen ist deutlich weniger angestiegen, als die Zahl der Schutzsuchenden im Land. Das belegen Zahlen des Innenministeriums und der Stuttgarter Polizei, die der Stuttgarter Zeitung vorliegen. Während sich die Zahl der Flüchtlinge mindestens vervierfachte, hat sich die Zahl der dieser Gruppe zugeschriebenen Straftaten im Land nicht einmal verdoppelt. In Stuttgart stieg die Zahl der Delikte von knapp 2000 im Jahr 2014 auf 3249 Taten 2015 sogar noch wesentlich weniger an.

Als nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln bekannt geworden ist, dass unter den Tatverdächtigen überwiegend Asylbewerber waren, ist eine hitzige Debatte losgebrochen: Im Kern ging es um die Frage, ob mit der steigenden Zahl der Schutzsuchenden ein Sicherheitsproblem entstehe. Die Stuttgarter Polizei hat zwar ihre Kriminalitätsstatistik für 2015 noch nicht veröffentlicht, verrät aber vorab einen Trend: Die Zahlen liegen etwa auf dem Niveau des Vorjahres, so dass insgesamt nicht von einer schlechteren Lage die Rede sein kann. Noch nicht in den Zahlen aus den Vorjahren erfasst ist der vorläufige Bericht der Ermittlungsgruppe Silvester der Stuttgarter Polizei, die am Aschermittwoch aufgelöst wurde. Sie hat mehrere Tatverdächtige ermittelt, die als Flüchtlinge ins Land kamen. ­Einige davon lebten jedoch nicht in Stuttgart, zuletzt wurde ein Tatverdächtiger in Mannheim festgenommen.

Manche Gruppen sind für bestimmte Delikte bekannt

Auffällig in den Statistiken ist, dass die meisten Tatverdächtigen mit 419 Algeriern und 173 Georgiern im Jahr 2015 aus Ländern kommen, deren Bürger wenig Aussichten auf Anerkennung als Asylbewerber in Deutschland haben. Tatverdächtige aus dem Bürgerkriegsland Syrien, aus dem im vergangenen Jahr der größte Anteil an Flüchtlingen nach Deutschland kam, liegen weiter hinten in der Statistik, mit 120 Tatverdächtigen beziehungsweise 58 im Jahr 2014. Auf den Spitzenplätzen liegen mit den Georgiern und Gambiern (172) auch zwei Gruppen, die immer wieder im Zusammenhang mit bestimmten Delikten auffallen. Die Polizei hat in den vergangenen Jahren mehrmals ganze Tätergruppen aus Georgien festgenommen, die als Einbrecherbanden ins Land gekommen waren. Die Gambier fallen regelmäßig beim Rauschgifthandel auf.

Beim Deuten der statistischen Zahlen muss man mehrere Faktoren bedenken. Bei den Einbrüchen geht es zum Beispiel um 110 Taten – das heißt nicht, dass 110 Flüchtlinge, Asylbewerber oder Asylberechtigte in Wohnungen eingestiegen sind. Es kann auch sein, dass einigen Verdächtigen eine Vielzahl von Einbrüchen zugeordnet wurde. Zudem sei eine Unschärfe der Statistik, dass sie nicht ausweise, wie lange die Tatverdächtigen schon im Land sind, betont der Polizeisprecher Stefan Keilbach: „Darunter sind Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge und Menschen, die mit einer Duldung hier leben.“ Die Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) gibt zu bedenken, dass man nicht feststellen könne, ob Georgier mitgezählt wurden, die gezielt als Einbrecherbande ins Land kamen, oder ob sie als Flüchtlinge registriert seien und dann in Deutschland straffällig wurden.

Innenministerium wertet die Entwicklung positiv

„Wenn die Zahl der Menschen steigt, die ins Land kommt, steigt auch die Zahl der Straftaten. Dass sie geringer gestiegen sind – also nicht im gleichen Verhältnis zu der Zahl der Flüchtlinge – werten wir als ein gutes Zeichen: Flüchtlinge sind nicht überproportional kriminell“, fasst Carsten Dehner, Sprecher des Innenministeriums, die Analyse der Behörde zusammen. Er hebt auch hervor, dass Ladendiebstahl und Schwarzfahren besonders häufig vorkommen: „Das sind klassische Armutsdelikte“, erklärt er. Bei den Körperverletzungsdelikten gebe es auch eine Besonderheit zu berücksichtigen: Die Mehrzahl der Fälle spielte sich in Unterkünften ab. Abschließend könne man sagen, dass sich die Sicherheitslage nicht verschlechtert hat, das Empfinden der Bürger sich aber seit Silvester nicht mehr mit objektiven Zahlen deckt. Für die Polizei bedeute die hohe Flüchtlingszahl jedoch mehr Aufwand, schließlich müsse sie häufig wegen kleinerer Konflikte zu Flüchtlingsunterkünften ausrücken, fügt der Polizeisprecher hinzu. Auch wenn der Anlass gering sei, seien die Beamten dann dort kurzfristig gebunden und stünden nicht für andere Einsätze zur Verfügung.

Dass Flüchtlinge mittlerweile häufig pauschal vorverurteilt werden, beobachtet der Stuttgarter Asylpfarrer Joachim Schlecht mit Sorge: „Zu mir kommen viele, die es als verletzend empfinden, dass sie mitverdächtigt werden“, sagt er. Manche würden es gar so empfinden, als stünde eine Mauer zwischen ihnen und anderen Menschen. Der Blick auf die Zahlen zeigt auch für ihn: „Bei einem Anstieg der Flüchtlingszahlen auf das Vierfache des Vorjahreswerts haben sich die Taten nicht verdoppelt.“ Das widerlege Vorurteile, dass durch die Zahl der Flüchtlinge die Kriminalität exorbitant steige, wie es manche polemisch im Wahlkampf verbreiten.

Bei der Auswertung sei zudem der hohe Anteil junger Männer zu berücksichtigen, betont die Sozialbürgermeisterin. Das sei immer eine Gruppe, egal welcher Herkunft, die in der Kriminalitätsstatistik auffalle. Die Zahlen hätten für die weitere Arbeit in Stuttgart keine besondere Relevanz: „Wir arbeiten ganz normal weiter. Wichtig ist, dass wir den Menschen das Gefühl vermitteln, sie können für einige Zeit hier anständig leben – dann gehe ich davon aus, dass sie sich an unsere Regeln halten“, soFezer.

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30 Kommentare Kommentar schreiben

Gleich zum ersten Satz sei gesagt,: Es wäre ja schlimm, wenn's anders rum wäre! Wir nehmen alles gerne hin und helfen doch gerne! Gruß vom Motzkigele

Anscheinend ist DIE WELT, bzw. die WAMS noch einer der wenigen Tageszeitungen die auf die Probleme hinweist: http://www.welt.de/politik/deutschland/article151898378/Fast-taeglich-neue-jugendliche-Taeter-aus-Nordafrika.html Das Problem sind nicht die bedürftigen Flüchtlingen, sondern die Migranten die die offenen Grenzen ausnutzen. Von den in diesem Jahr 130.000 neuen Flüchtlingen waren lediglich 20% Syrer. Warum ignorieren unsere regierenden Politiker dieses Problem und haben außer markigen Sprüchen, die sie von der AFD geklaut haben, keinerlei kurzfristigen Maßnahmen um zumindest den weiteren Zuzug Flüchtlingen insbes. aus dem Magreb zu stoppen, die ja zu 99,6% einen ablehnenden Asylbescheid erhalten werden und diesen auch erst nach vielen Monaten und ohne Abschiebungshandhabe ???

Weißsein: Wenn ich mir die Kommentare hier anschaue: Wie gut haben es Weiße Menschen hier in dieser Gesellschaft. Wenn Sie etwas tun, müssen sie individuell dafür gerade stehen. Die Anderen stehen als Teil und Beleg für ein jeweiliges Ganzes, das sich mitverantworten muss.

Bei Flüchtlingen überwiegen Armutsdelikte: Vor lauter Zahlen, die dazu dienen sollen, zu beweisen, dass Flüchtlingen nicht überproportional Straftaten begehen (Asylpfarrer Schlecht) sagen doch die nackten Zahlen folgendes: 2014 haben 65 % der Asylsuchenden in BW Straftaten begangen, 2015 31 % (also jeder Dritte); zieht man die Straftaten in Flüchtlingsunterkünften ab (wo sie sich gegenseitig mit Eisenstangen, etc. an die Gurgel gehen) sind 56 bzw. 25 %. Für Stuttgart gilt: für 2014 90 % (!) haben Straftaten begangen, 2015 bei 7500 Personen 30 %, bei 9000 sind wären es 36 %. bereinigt ohne die Straftaten in den Unterkünften 85 % und 40 bzw. 33 %. Das sind überproportional hohe Straftaten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Es ist daher wirklich falsch und eine Vernebelungstaktik, wenn Pfarrer Schlecht sagt: " Bei einem Anstieg der Flüchtlingszahlen auf das Vierfache des Vorjahreswerts haben sich die Taten nicht verdoppelt", dies widerlege Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Jeder Dritte hat Straftaten begangen, 2014 waren es 90 %! Und der Spruch von Sozialbürgermeisterin Fezer, " ... dann gehe ich davon aus, dass sie sich an unsere Rechte halten" ist doch sehr naiv. Warum denn nicht schon heute?! Und auch Frau Bilger liegt in ihrem Kommentar liegt falsch. Natürlich fallen Flüchtlingen nicht wie die Wilden über unser Land her, aber sie begehen überproportional mehr Straftaten als die Gesamtbevölkerung. Das sind die nackten Zahlen.

Sauber recherchiert, Herr Bühler: Die traurige Realität ist: Wir können der Politik nicht glauben, wir können dem Klerus nicht glauben und für mich das Schlimmste, unsere Medien, die Wachhund der Republik sein sollten, haben ihren schlechten Ruf wahrlich verdient. Es wäre schlicht die Aufgabe der Presse gewesen, die Aussagen von Schlecht [sic], Fezer u. a. kritisch zu hinterfragen. Es gibt hier kommentierende Mitbürger, die mit Begriffen wie "schäbig" und "schmutzig" nur so um sich werfen. Aber leider auf die Falschen zielen.

Die Menge machts: Mir ist völlig egal, welche Nationalität welche Straftaten begeht. Entscheidend ist für mich der Satz "Wenn die Zahl der Menschen steigt, die ins Land kommt, steigt auch die Zahl der Straftaten." Die Gleichung heißt zwangsläufig, mehr Menschen=mehr Straftaten. Wir haben in der Region Stuttgart ohnehin keinen Platz mehr für zusätzliche Menschen, ob sie nun aus anderen Bundesländern, anderen europäischen Ländern und sonstwoher kommen. Die Region platzt aus allen Nähten. Das wird deutlich am Wohnungsmangel, überfüllten Straßen und einem überfordertem ÖPNV. Das sich Tiermassen auf engem Raum auf den Keks gehen und aggressiv werden, ist aus der Forschung bekannt. Und der Mensch ist auch nur ein Tier. Für die Region gilt daher momentan: Rien ne va plus, full house, Ende Gelände. Die Politik sollte endlich ihre Hausaufgaben machen und bundes- und europaweit für eine Angleichung der Lebensverhältnisse sorgen. Dann kommt es auch nicht zu solchen menschlichen Zusammenballungen. Und die Straftaten gehen automatisch zurück. In intakten Sozialräumen passiert weniger kriminelles.

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