Kürzere Studienzeiten Auch Kunsthistoriker werden schneller
Renate Allgöwer, 04.08.2010 15:01 Uhr
 Foto: AP
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Stuttgart - Sollten die Eltern auf den baldigen Abschluss drängen, können Studenten gelassen auf die Statistik verweisen. Junge Leute studieren heute deutlich schneller als vor 30 Jahren. Der neue Bericht des Wissenschaftsausschusses des Landtags zur Entwicklung der Studienzeiten zeigt, dass Studenten im Jahr 2008 mit 9,7 Semestern zwei Semester früher ihre Prüfungen abgelegt haben, als die Absolventen des Jahres 1980.

Dabei liegen diese mit 11,8 Semestern längst nicht an der Spitze. Am meisten Zeit ließen sich die Studenten des Prüfungsjahres 1991 mit 13,4 Semestern. Das gilt für Universitäten. An Fachhochschulen ging es schon immer schneller. Nach 7,8 Semestern war 2008 ein Student fertig, vor 13 Jahren brachten es die größten Bummler der Statistik zufolge auf knapp über neun Semester. An den pädagogischen Hochschulen bewegen sich die künftigen Lehrer seit 30 Jahren zwischen 8,4 und 7,6 Semestern. Dabei fällt auf, dass der statistische Durchschnitt deutlich über der Regelstudienzeit liegt. Bis jetzt studieren Grund- und Hauptschullehrer auf dem Papier nur sechs Semester, angehende Realschullehrer sieben. Erst zum Wintersemester 2011/12 gibt es neue Regelstudienzeiten von acht Semestern für alle Lehrämter.

Staatsexamen dauert am längsten


Mit der Statistik ist es überhaupt so eine Sache. In den Durchschnittswert werden auch die neuen Masterstudiengänge eingerechnet, die in der Regel nur auf vier Semester angelegt sind. So erklärt sich, dass an den Fachhochschulen die Regelstudienzeit von acht Semestern statistisch gesehen unterschritten wurde. Bis zum Diplomabschluss brauchen Studenten an den Fachhochschulen tatsächlich auch heute 8,9 Semester, 0,3 Semester weniger als ihre Vorgänger im Prüfungsjahr 1995. Vermessungsingenieure und angehende Sprach- und Kulturwissenschaftler studieren dabei mit 9,3 beziehungsweise 9,4 Semestern am längsten. Den Bachelor dagegen haben Absolventen der Fachhochschulen nach 6,3 Semestern in der Tasche.

An den Universitäten dauern die Studiengänge mit dem Abschluss Staatsexamen mit durchschnittlich 11,4 Semestern am längsten. Auch dort lässt sich aber eine leichte Verkürzung feststellen. 1995 lag der Durchschnitt noch bei 12,1 Semestern. Erheblich beschleunigt wurden die Studiengänge für das Lehramt an Gymnasien. 2008 legten die Studenten das Staatsexamen nach 10,6 Semestern ab, 1995 machte man nach 12,9 Semestern Prüfung. Bis zum medizinischen Staatsexamen dauert es heute 12,9 Semester, 1995 lag der Durchschnitt bei 14,1 Semestern.

An die Studienzeiten der Mediziner reichen nur die Magister in Kunstgeschichte mit 12,4 Semestern annähernd heran. Aber auch sie beeilen sich inzwischen deutlich. 1995 kamen die Kunsthistoriker auf den unübertroffenen Spitzenwert von 15,9 Semestern (dicht gefolgt von den Evangelischen Theologen für das Lehramt an Gymnasien mit 15,4 Semestern).

Zahl der Bachelorabschlüsse steigt beständig


Inzwischen gibt es einen Bachelor in Kunstgeschichte in 5,4 Semestern. Die Zahl der Bachelorabschlüsse steigt beständig. Die neueste Statistik reicht bis zum Jahr 2008, damals schlossen 5047 Studenten an einer Hochschule in Baden-Württemberg mit dem Bachelor ab. Ein Jahr zuvor waren es erst 2545. Dennoch betrug der Anteil der Bachelorabschlüsse erst 11,4 Prozent an allen Hochschulabschlüssen. Masterabschlüsse wurden an Universitäten 1004 gezählt (4,4 Prozent aller Prüfungen), an Fachhochschulen 1640.

Von der Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master hat sich das Wissenschaftsministerium ebenso einen Beitrag zur Verkürzung der Studienzeiten versprochen wie von der Einführung der Studiengebühren. Seit dem Sommersemester 2007 müssen Studenten im Land 500 Euro Semestergebühr bezahlen. Jetzt studieren sie zielgerichteter, hat Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) schon im Frühjahr im StZ-Interview konstatiert. "Es besteht jetzt nicht mehr die Notwendigkeit, die Studiendauer weiter zu senken", sagt Frankenberg. Vielmehr wäre es kein Problem, wenn einige Bachelorstudiengänge vier Jahre dauern würden. Frankenberg befürwortet ohnehin zusätzliche Vorbereitungssemester vor Beginn des Studiums. Jetzt gehe es darum "mehr Flexibilität" bei der Studiendauer zu bieten.
Kommentare (4)
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AUG
05
H. Pestalozzi, 13:52 Uhr

G 8 und dann ein Vorbereitungssemester - das ist dilletantisch. Frankenberg und Schick widersprechen sich in ihrer dilletantischen Bildungspolitik!

Prof. Dr. Kaiser im Fachgespräch mit Vertretern der Landes-rektorenkonferenzen Baden-Württemberg am 01.02.2010: "...Im Moment bietet man Vorbereitungssemester an, um junge Menschen studierfähig zu machen. Manche Fachhochschulen haben sich darum beworben." Herr Prof. Dr. Kaiser hält diesen Ansatz Vorbereitungssemester für falsch. Ein teures Hochschuljahr tritt so an die Stelle eines kostengünstigeren Schuljahres. Die gymnasiale Oberstufe sollte zur Studierfähigkeit führen. Außerdem wird das Jahr 2012 zu einem Schmalspurabitur führen. "Die Fachhochschulen nehmen seit geraumer Zeit wahr, dass bei den Studienanfängern ein enormer Aufholbedarf besteht. Die Defizite werden insbesondere bei den Naturwissenschaften größer. Die Fachhochschulen versuchen diesen Bedarf über Tutorien aufzufangen. Doch eigentlich ist das noch Aufgabe der gymnasialen Oberstufe! " Soweit Prof.Dr. Kaiser Herr Frankenberg, bitte wenden Sie sich an Ihre Ministerkollegin Schick! Die Schulzeitverkürzung auf G 8 und dann wird ein Vorbereitungssemester notwendig. Das ist doch dilletantisch. Aber teurer!

AUG
05
bernardo Lebereto, 00:13 Uhr

Achja die da vom Kultusministerium...

... wo morgens um 10.30 kommen und um kurz nach 15.00 Uhr schon wieder auf die Königsstrasse rausrennen. Als ganz im ernst bin ich der Meinung, die glauben inzwischen durchen den Genuß von 100 Big Mac'S wird der IQ um je 2 Punkte verbessert.

AUG
04
Isabelle Beaumot, 23:25 Uhr

Alles muß schneller gehen...

... und dan sieht man ja was raus kommt, wenn die Klassen-Deppen von einst, jetzt mit dem richtigen Partei-Buch einen auf große PPolitk machen. Wenn Posten und Jobs nur noch über Bezeihungen verteillt werden, irgendwann ist dann eben auch die Deutsche Industrie soweit wie drüben in den USA, wo Sie selbst als Ingenieur keine technische Zeichnung mehr lesen können, die alten Kraftwerke nicht mehr warten können. Da der ebenso Bescheurte NAchwuchs, ab auch eine Chance auf Abitur und Studium hat, senkt man eben die Ansprüche, macht aus Abitur ne Realschule mit Sprachenergänzung und aus einem Diplom-Studiengang nen Master und Bachelor und die FH kauft sich in Süd-Amerika noch nen Universitäts-Titel, weil das Sieht besser auf dem Briefkopf aus. Gute Nacht Deutschland und Deine Erb-, Geld, und Politk--Eliten, die sich gerne wünschen Sie wären doch so gerne Manager, wenn es auch noch nichtmal für das kloine 1*1 Reicht, bei sich selber und dem verzogenen Nachwuchs. Alles wie bei der Fifa, die machen dann auch das Spilefeld kloiner und demnächsat sind es wahrscheinlcih dann nur noch 7 statt 11 Spielern. µ ':-D

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