Kulturprojekt in Stuttgart Contain’t steht endgültig vor dem Aus

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Die Verwaltung bietet Ersatzstellplätze für drei Container des Kulturprojektes Contain’t an – allerdings erst ab 2017. Für den Verein zeigt der Vorschlag, dass kulturelle Freiräume bei der Stadt keinen Stellenwert besitzen.

Contain’t hat keine Fristverlängerung von der Stadt erhalten. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Contain’t hat keine Fristverlängerung von der Stadt erhalten.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Auch 7300 Unterschriften für den Erhalt des alternativen Kulturprojekts Contain’t haben die Stadtverwaltung nicht umstimmen können: Die Macher der Künstlerkolonie Contain’t hatten darauf gehofft, nach der Räumung ihres jetzigen Standortes im Neckarpark auf das benachbarte Degenkolbe-Areal umziehen zu können. Dem hat die Verwaltung nun einen Riegel vorgeschoben.

Das Degenkolbe-Grundstück funktioniere laut Stadt aus verschiedenen Gründen nicht als neue Spielweise für Contain’t: „Aufgrund der Nähe zum Wohngebiet Veielbrunnen sind an diesem Standort keine öffentlichen und privaten Veranstaltungen möglich, es darf außerdem zu keiner Lärmbelästigung der Anwohner durch die Nutzungen der Container kommen“, schreibt Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) in einem Brief an Contain’t. „Auf diesem Gelände gibt es weder Strom, noch Wasser oder eine Abwasserentsorgung. Sollten entsprechende Anschlüsse erforderlich werden, sind die Kosten hierfür nicht von der Stadtverwaltung zu tragen“, so Pätzold weiter.

Ein Stellplatz für drei Container wird angeboten – ab 2017

Der Verein Contain’t zeigt sich nun tief enttäuscht von der Stadtverwaltung, da die Stadt die Frist für den Auszug von der bisherigen Fläche am Neckarpark nicht verlängert und auch keine andere Ersatzfläche ins Spiel gebracht hat. Stattdessen bietet die Verwaltung einen Stellplatz für drei Container an – allerdings erst ab dem Jahr 2017. „Dieser Vorschlag wirft ein Licht auf die Wertschätzung für kulturelle Freiraumprojekte in Politik und Verwaltung“, sagt Manuel Albani vom Verein Contain’t.

Wie von der StZ berichtet, muss der Zusammenschluss zum 31. Januar im Neckarpark seine Zelte beziehungsweise Container abbrechen, weil die Stadt das Areal zur Vorbereitung des dortigen Wohnbauprojektes benötigt.

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4 KommentareKommentar schreiben

Die Zwischennutzung, Lust und Last: Die Zwischennutzung endet - dies haben Zwischennutzungen so in ihrem Wesen. Auch die die Menschen, die eine Zwischennutzung für ihre Projekte in Kauf nehmen wissen das. Interim ist interim und kann sich nicht verstetigen. Wir reden von einer großen Wohnbaufläche, hier sollte jede*r Mensch wohl verstehen, dass Zwischennutzung ihr ende finden muss

Nie mehr Zwischennutzung: Es ist doch immer das gleiche Theater mit diesen ach so tollen Kulturprojekten. Man gibt ihnen eine Fläche (oder ein Gebäude) für eine zuvor festgelegte Zeit. Sobald sich die Zeit dem Ende nähert, gibt es jede Menge Stress mit denen. Für mich wäre die klare Folge aus Sicht der Stadt: "Keine Zwischennutzungen mehr durch solche "Gemeinschaften" - Und Basta!

Nix Basta!: Vielleicht sollte der Staat auch aufhöre Steuern zu verlangen, da gibt es auch immer ärger weil die Leute garnicht so gerne Zahlen mögen. Oder? Schade wenn man es nicht für unterstützenswert hält wenn Menschen ihre Freizeit nutzen um sich zu engagieren und mit Projekten wichtige gesellschaftliche Prozesse anstoßen.

Ich hab im Moment auch keine Idee,..: aber evtl. kann bei Amazon oder Google oder sonst einem "Alleslieferanten" im Internet Platz und Raum bestellt werden. Sogar Zeit soll bei denen bestellt werden können.

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