Kurpark Schwimmer und Helfer aus der ganzen Republik

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DLRG-Mitglieder haben am Wochenende ehrenamtlich die 25. Deutschen Seniorenmeisterschaften organisiert.

Ingo König engagiert sich ehrenamtlich als Kampfrichter. Foto: Annina Baur
Ingo König engagiert sich ehrenamtlich als Kampfrichter.Foto: Annina Baur

Bad Cannstatt - Als Matthias Rees’ Wecker vergangenen Freitag klingelte, lag ein verdammt langer Tag vor ihm. Um 7.45 Uhr hat er mit Walkie Talkie und orangefarbener Weste ausgestattet Stellung an der Tür des Hallenbads Cannstatt bezogen und acht Stunden lang kontrolliert, dass keine Unbefugten das Gebäude betreten. Nach seiner Schicht musste er sich beeilen, um rechtzeitig zur nächsten anzutreten: „Weil ich am Samstag keine Zeit habe, mache ich eben am Freitag zwei Schichten“, sagt Rees und zuckt die Schultern. Bis 22 Uhr hat er an den Türen der Brunnenrealschule über die Habseligkeiten der Teilnehmer der 25. Seniorenmeisterschaften im Rettungsschwimmen der DLRG gewacht. Die meisten der rund 900 Teilnehmer sind in Matratzenlagern in Cannstatter Schulen untergebracht.Für ihr Wohlergehen geht nicht nur Matthias Rees bis an die Grenzen der Belastbarkeit. „Insgesamt sind rund 280 ehrenamtliche Helfer während der Meisterschaft im Einsatz“, sagt Isabell Waldbüßer, die Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Bad Cannstatt sowie des ganzen DLRG-Bezirks Stuttgart ist. Die meisten der Helfer kommen aus Stuttgart, einige haben auch eine weite Anreise in Kauf genommen.

Ingo König ist ehrenamtlich als Kampfrichter engagiert und aus Schleswig-Holstein gekommen. Mit dem schwäbischen Dialekt hat er Schwierigkeiten, aber zum Glück geht es im Schwimmbecken um andere Dinge: „Als Wettkampfleiter achte ich am Beckenrand darauf, dass Hindernisse korrekt gemeistert werden oder das Gesicht der Puppe während der Rettung nicht unter Wasser gerät“, erklärt König. Wenn ein Teilnehmer gegen die Regeln verstößt, vergibt er Strafpunkte oder kann eine Disqualifikation aussprechen. Trotz schwülwarmer Temperaturen und drangvoller Enge in der Halle muss er einen kühlen Kopf bewahren und gibt zu: „Nach drei bis vier Stunden wird es richtig anstrengend.“ Trotzdem ist König Feuer und Flamme für seinen Verein: „Die DLRG ist unglaublich vielseitig und bietet für jeden etwas.“Das sieht Manuela Lautenschlager ähnlich. Die Cannstatterin ist seit 38 Jahren in der DLRG und sozusagen mit dem Verein groß geworden.

Als Kampfrichterin und Athletin nimmt sie selbst aktiv an Wettkämpfen teil. Bei den Meisterschaften im „eigenen“ Schwimmbad, in dem sie immer montagabends trainiert, ist sie jedoch nur für andere da: Seit einem halben Jahr bereitet sie die Großveranstaltung mit vor und sorgt mit ihren Mitstreitern vor allem dafür, dass die Teilnehmer gut gestärkt ins Rennen gehen: „Ohne Mampf kein Kampf lautet unser Motto“, sagt Lautenschlager lachend, bevor sie einem Teilnehmer einen Apfel und ein Stück Kuchen verkauft. Sie sei aber nicht ausschließlich selbstlos, sagt Lautenschlager: „Ich arbeite aus Spaß an der Freude mit.“ Schließlich seien derartige Wettkämpfe auch eine tolle Gelegenheit, viele bekannte DLRG-Gesichter aus der ganzen Republik zu treffen.

LEBENS-RETTUNGS-GESELLSCHAFT

DLRG
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist mit circa 560 000 Mitgliedern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. In mehr als 2000 örtlichen Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr sechs Millionen Stunden freiwillige Arbeit.

Seniorenmeisterschaften
An den 25. Deutschen Seniorenmeisterschaften im Hallenbad Cannstatt haben sich rund 900 Teilnehmer im Gurtretten, in Puppenstaffeln und anderen Disziplinen gemessen. Das Wort Seniorenmeisterschaften ist allerdings ein wenig irreführend. Dazu zählen bei der DLRG alle von 25 Jahren an. Die älteste Teilnehmerin in Bad Cannstatt war 86 Jahre alt.

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K21_Kneift Peter Hauk?: Kneift Peter Hauk? Die Bevölkerung ist offenbar nicht so vergesslich, wie dass mancher Politiker denkt. In seinem Flyer, Tage vor der „S21-Volksabstimmung“, hat Peter Hauk (CDU-Fraktiosvors.) die Ausstiegskosten aus dem Projekt S21, scheinbar unbemerkt, um 1Milliarden EUR höher beziffert, als von der Bahn genannt und sich dafür verbürgt, dass bei Bau von S21 die Kosten im bekannten Rahmen bleiben, auf keinen Fall werde der Deckel überschritten. Nach diesen Aussagen müsste Peter Hauk endlich mal erklären, wie er die neueren Finanzprobleme mit S21 von der Bevölkerung fern halten will und, wie er seine Bürgschaft einzulösen gedenkt. Immerhin hat er mit seinen Behauptungen, viele, noch unschlüssige Bürger, im letzten Moment, überzeugt, für S21 stimmen zu können. Mit dieser, vermutlich bewussten Täuschung der Wähler, hat Herr Hauk die Wahl entscheidend beeinflusst. Das ist ein wesentlicher Grund, die Volksabstimmung für nichtig zu erklären. Werner Lunau

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