La Bruschetta in Feuerbach Am besten sind die Vorspeisen

Von Frank Armbruster 

Es ist ein Lokal vom Typ „Italiener um die Ecke“, das Ristorante La Bruschetta in Feuerbach: Die Familie Sammarco bietet italienische Küche „alla mamma“ an – doch manchmal hapert es.

  Foto: factum/Weise
 Foto: factum/Weise

Stuttgart - Es ist ein Lokal vom Typ „Italiener um die Ecke“, das Ristorante La Bruschetta in Feuerbach liegt an der Kreuzung Stuttgarter/Salzburger Straße. Früher war dort eine Kneipe namens Roseneck, die die Familie Sammarco nach eingehender Renovierung vor einem guten Jahr als Restaurant neu eröffnet hat. In dessen vorderem Teil sitzt man nun gemütlich auf roten Kunstlederbänken an großen Tischen, das schummrige, mit allerhand Nippes voll gestellte Nebenzimmer im hinteren Teil lässt hingegen noch Raum für weitere Verschönerungen.

Neben der gedruckten Karte bekommen wir noch eine kleinere Tageskarte gereicht: Die mit Spargel und Mozzarella gefüllten Rouladen klingen verheißungsvoll, sind aber laut Aussage des Kellners schon aus – dabei ist es recht früh am Abend, und außer unserem ist nur noch ein Tisch besetzt. So lassen wir uns erst mal als Vorspeise die Bruschetta-Variationen (4,50 Euro) und eine Portion gegrilltes Gemüse (8,50 Euro) bringen. Und wir sind begeistert: die neben der üblichen Tomatenvariante mit diversen, frisch zubereiteten Pasten belegten Bruschette sind eine Delikatesse, und auch die hauchdünnen marinierten Zucchini- und Auberginenscheiben, zu denen handwarmes Pizzabrot aus dem Ofen gereicht wird, kann man kaum besser machen. Irritierend ist bloß, dass man statt Tellern kleine Untersetzer vorgesetzt bekommt.

Das La Bruschetta ist ein Familienbetrieb. Sohn Pasquale kümmert sich freundlich und aufmerksam um den Service, die Arbeit in der Küche teilen sich Mutter Linda – die schon einige Erfahrung in der Gastronomie hat – und Vater Pino.

Der Patron ist an diesem Abend fürs Kochen zuständig, und wir sind einigermaßen überrascht, als wir als Beilage zu den Kalbsschnitzeln in Weißweinsoße (15,50 Euro) die gleichen marinierten Gemüse bekommen, die wir schon als Vorspeise gegessen haben – ein Fauxpas, ganz abgesehen davon, dass die kräftigen Aromen nicht mit den zarten Scaloppine harmonieren, deren Zubereitung handwerkliche Mängel in der Küche offenbart: die Soße ist mit Bindemittel zu einer undelikaten Pampe eingedickt worden und schmeckt leicht bitter nach angebranntem Knoblauch.

Der gegrillte Fisch (16,50 Euro) ist gleichermaßen trocken wie faserig-zerfallen, was auf die Verwendung von Tiefkühlware hindeutet. Auch als Beilagensalat könnte man Ansprechenderes erwarten als eine Schüssel mit klein geschnittenem Eisbergsalat und Karotten. Die knusprige Pizza mit Salsiccia (9,50 Euro) präsentiert hingegen sehr solides Niveau. Hingegen lassen wir die merkwürdig feste, mit süßlich-klebriger Karamellsoße bedeckte Panna cotta mit Karamell (2,90 Euro) nach dem Probieren lieber stehen. Wirklich überzeugen konnte an diesem Abend neben den Vorspeisen nur der Wein: ein 2011er Sauvignon Blanc vom Weingut Mock (30,50 Euro).

Ristorante La Bruschetta Stuttgarter Straße 196, 70469 Stuttgart-Feuerbach, Telefon 41 15 38 98. Täglich geöffnet von 12.30 bis 14.30 (Mittagstisch) und von 17.30 bis 23 Uhr.

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5 KommentareKommentar schreiben

Ein perfektes lokal!: Also wo ich im la Bruschetta, essen war kann ich es nur weiter empfehlen,der Wein und allein schon die Vorspeisen waren perfekt. Das essen war perfekt man merkte,das da frisch frisch zubereitet und gekocht wurde! Ich als tester der Lokalitäten Sage ich nur SEHR GUT!! Herr Armbruster sie sollten aufjedenfall ihren Beruf wechseln!

Gastrokritik im Allgemeinen: Die Restaurantkritiken sind wohl eine Sache für sich. Ich war zwar noch nie in dem hier besprochenen Restaurant, kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass ich IMMER zu völlig anderen Ergebnissen kam, wenn ich eine Gaststätte aufgrund einer Restaurantkritik besucht habe. Ich glaube einfach, dass die Kritiker keine Profis sind und nach ihrem ureigenen Geschmacksempfinden urteilen, was denn doch reichlich subjektiv ist. Auf die Art kann man ein Lokal in den Himmel heben oder nachhaltig schädigen. Fachfremde Kritiker haben m. E. nicht genügend Übersicht über das Thema um hier Schicksal spielen zu dürfen. Restaurantkritiken sollte man nicht zu ernst nehmen, stattdessen lieber selbst testen. Guten Appetit :)

La Bruschetta: Ich denke das Herr Armbruster wohl seinen Beruf verfehlt hat, da er wohl von guten Essen keine Ahnung hat!!!! In diesem Lokal wird mit Liebe gekocht. Es stellt sich für mich die Frage wenn das Essen nicht nach seinem Geschmack war warum man dann nochmals nach Brot gefragt hat um die restliche Sosse aus dem Teller zu bekommen. In diesem Lokal wird nicht mit Bindemittel gearbeitet was Herr Armbruster schmecken müsste wenn er Ahnung hätte. Die Atmosphäre ist auf schwäbisch ausgedrückt sehr 'heimelich' Die Räumlichkeiten sind mit Liebe eingrichtet und nicht so kalt und juppimässig wie das was jetzt wohl gerade angesagt ist. Wenn man Ahnung vom Kochen hat, weiß man das wenn ein Fisch leicht auseinander fällt von seiner Frische zeugt.Die Desserts sind ein Genuss und werden jeden Tag frisch gemacht. Liebes La Bruschetta Team wir werden weiterhin zu Euren Stammgästen gehören und freuen uns schon auf die Wildsaison mit Euch.

La Bruschetta: Die Geschmäcker sind halt unterschiedlich... Seit der Eröffnung des Lokales ( nach der Kneipenzeit ) sind meine zahlreichen Freunde und Geschäftspartner sowie meine Familie und ich Gäste hier. Bisher gab es bei unseren wahrhaft häufigen Besuchen ( ca. einmal die Woche ) keine Klagen, die auf handwerkliche Mängel in der Küche hindeuten. Dass es Gerichte von der Tageskarte abends manchmal nicht mehr gibt, mag am Mittagstisch liegen, ist von uns jedoch immer als Beweis für die unbedingte Frische der verwendeten Zutaten gewertet worden. Meine Dorade war nie trocken und wir haben immer vernünftige Teller bekommen. Über die Einrichtung gibt es nichts zu meckern, vor allem nicht, wenn man sieht wie sich das Lokal ständig weiterentwickelt. Ich glaube Herr Armbruster hat einen schlechten Tag erwischt - so oder so. Wir sind auf jeden Fall immer gut bedient gewesen wenn die Wahl auf Linda, Pino und Pasquale viel.

tja: das Urteil lautet wohl durchgefallen und nicht zu empfehlen, denn Wein allein kanns nicht sein!

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