Laith Al-Deen im Theaterhaus Eine brave Botschaft fürs All
Ulrich Bauer, 02.02.2012 10:48 Uhr
Gut, aber auch gut genug? Laith Al-Deen ist im Theaterhaus in Stuttgart aufgetreten. Foto: Archiv: AP
Gut, aber auch gut genug? Laith Al-Deen ist im Theaterhaus in Stuttgart aufgetreten. Foto: Archiv: AP

Stuttgart - „Am Ende des Tages treibt etwas von dir als Botschaft weit raus ins All, wer weiß ob es dort irgend jemanden interessiert, doch du suchst und suchst überall“. So treibt der Titel „Der letzte deiner Art“ auf sein Ende zu. Laith Al-Deen, Sohn eines Orientalen und einer Deutschen, nennt seine ganze Tournee und sein Album danach.

Vielleicht gipfelt ja auch alles in diesem Titel, in dem der Mann vor 1000 Besuchern im Theaterhaus zugibt, dass er nie wirklich jemand vertraut hat und sich wegen mangelnder Entdeckung den Rückzug befohlen hat. Die Gitarre röhrt arg und unser Sänger regt sich stimmlich gar übermäßig auf. Er hat sich in seinen Zwischenansagen eben noch locker gezeigt und jetzt schwillt ihm heftig der Kamm.

Seine Stimme ist einwandfrei, - vielleicht. Ein bisschen Soul, ein bisschen Aufregung an der richtigen Stelle, ein Tremolo hier und ein Stöhnen dort. Nichts dagegen. Aber auch nichts dafür. Das ist korrekt. Zu korrekt.

Am Ende ist es zu brav, zu kumpelig

Er macht wieder, was er vielleicht am besten kann, nachdem er eine Zeitlang Experimente ausgerufen hatte und zuletzt unplugged umklampft unterwegs war. Al-Deen macht wieder den deutschen Pop der gut abgehangenen Sorte. Ohne jede Überraschungen, aber alles richtig gekonnt. Und deshalb auch lau und langweilig. Seine Stimme ist gut, aber nicht prägnant.

Seine nette Beziehungslyrik hat er mit der Zeit erweitert. Für Singles. Für Paare. Und für welche, die zu dritt sind. Seine Ironie scheint weise geworden zu sein und gelassen. Das Publikum übt sich in positivem Denken und er kriegt manches ganz gut hin. Handwerklich. Mit seinen vier Musikern klampft er sich durch den Unplugged-Block, „Dreh dich nicht um“ und „Keine wie Du“.

So ist's recht. Alles wird gut. Der Gitarrist Ole Rausch hat sein Instrument ein bisschen solistisch winseln lassen und auch Keyboarder Tobi Reiss konnte zeigen, dass er orgeln kann. Wenn bloß die Musik manchen seiner Texte folgen könnte! Nur: sind diese Texte alle von ihm? Er bezieht andere Musiker in sein Schaffen ein, was ihm sicher gut tut. Doch am Ende ist alles zu brav, zu nett, zu kumpelig, zu nachvollziehbar vorhersehbar.

Kommentare (2)
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FEB
04
mic, 21:31 Uhr

Leistung

Das Konzert war keinesfalls langweilig. Laith ist ein netter Typ, das soll´s ja noch geben. Das einzig schlechte war im Innenraum der seltsame Wein aus dem Plastikbecher für 4,50. Bei den Musikern und der ganzen Crew hat dagegen das Preis-Leistungsverhältnis der Show absolut gestimmt!

1
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FEB
02
Missimpossibel, 13:08 Uhr

Kritik

Mal abgesehen davon, dass sein Stammpublikum zwischen 35 und jenseits der 50, weiblich und aus dem Umland Stuttgarts stammt, kann man ihm nichts anlasten. Wir fanden seinen AUftritt toll, seine Stimme im Übrigen auch sehr prägnant. Aber wie immer, scheint das wohl Geschmackssache zu sein. Ich würde wieder hingehen!

6
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