Landesregierung Villa Reitzenstein ist bald saniert

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Der Sitz des Ministerpräsidenten war in die Jahre gekommen und musste aufwendig saniert werden. Die Arbeiten stehen vor dem Abschluss. Im Sommer zieht Ministerpräsident Winfried Kretschmann vom Clay-Haus zurück in die Villa Reitzenstein.

Die Zeiten, in den sich Bagger durch den Garten der Villa Reitzenstein wühlten, gehen zu Ende. Foto: Archiv Jürgen Brand
Die Zeiten, in den sich Bagger durch den Garten der Villa Reitzenstein wühlten, gehen zu Ende.Foto: Archiv Jürgen Brand

Stuttgart - Wie man munkelt, sind die Mitarbeiter des Staatsministeriums in Zeiten von Stuttgart 21 auf eines besonders stolz: Der Kostenplan kann bei der Sanierung der Villa Reitzenstein (10,4 Millionen Euro) und bei der Errichtung eines neuen Anbaus (15 Millionen Euro) klar gehalten werden. Und auch der Zeitplan hinkt kaum hinterher: Auf der Website ist noch Frühjahr angegeben, jetzt soll im Juni die erste Kabinettssitzung in der renovierten Villa stattfinden; der Anbau wird vermutlich im Herbst bezogen.

Land hat dem Bund das Clay-Haus abgekauft

Rund zwei Jahre lang hatten der Ministerpräsident Winfried Kretschmann und viele Mitarbeiter des Staatsministeriums in ein – recht luxuriöses – Exil gehen müssen: Wegen der Arbeiten zog die Mannschaft in das direkt angrenzende Clay-Haus auf der Gänsheide. Dieses Haus, erbaut 1915 vom Pforzheimer Fabrikanten Georg Wilhelm Fühner, war von 1945 an vom amerikanischen General Lucius D. Clay genutzt worden. Vor dem Umbau hatte das Land das Gebäude dem Bund abgekauft.

Es wird auch künftig zum größeren und mit neuem Zaun versehenen Sitz des Ministerpräsidenten gehören. Im Clay-Haus soll die Staatsrätin Gisela Erler mit ihrer Abteilung die Büros haben. Auch im Umfeld der Villa Reitzenstein sind einige Häuser renoviert worden. Dafür und für einige Interimsbauten wurden zusätzlich sieben Millionen Euro aufgewendet.

Anbau aus der 70er-Jahren musste weichen

Die Villa Reitzenstein aus dem Jahr 1913 war zuletzt 1975 saniert worden. Jetzt wurden die Fenster ausgetauscht, das Vordach neu gebaut und die Elektro-, Heizungs- und Sanitärausstattung erneuert. Die Sanierung nutzte man zudem zum Abriss eines Anbaus aus den 1970 Jahren, der stark mit Asbest belastet war; stattdessen ist nun der erwähnte Anbau in L-Form errichtet worden, der unterirdisch beginnt und erst in einiger Entfernung zur Villa Reitzenstein auf zwei Etagen anwächst. So soll die Villa wieder mehr Wirkung entfalten können.

Zu Beginn der Bauarbeiten hatte es von Anwohnern Beschwerden wegen des Baustellenverkehrs und -lärms gegeben. Man habe sich aber bemüht, die Bewohner gut einzubinden, sagte Arne Braun, der Sprecher des Staatsministeriums. Seit dem vergangenen Jahr zeigt sich das Staatsministerium auch insofern bürgernah, als es das Gelände öffnet; mehrmals jährlich ist der Park der Villa Reitzenstein zugänglich. Auch in diesem Jahr wird das so sein, der nächste Termin ist am 25. April.

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