Landtagswahl 2016 – der AfD-Kandidat Roland Mackert Dauerfeuer gegen „die gute Mutter“

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Angst vor dem Untergang, massive Kritik an Angela Merkels Flüchtlingspolitik – aus diesen Zutaten speist sich die politische Agenda von Roland Mackert. Lange saß er für die SPD im Sachsenheimer Gemeinderat, jetzt will er für die AfD in den Landtag.

Roland Mackert als Jugendlicher und heute als Landtagskandidat Foto: privat, factum/Bach
Roland Mackert als Jugendlicher und heute als LandtagskandidatFoto: privat, factum/Bach

Sachsenheim - Es gibt ja politische Beobachter, die der AfD und der Linken immer schon eine unheilvolle Nähe unterstellen. Nach dem Motto: am äußersten Rand berühren sich die Extreme. Was immer man von dieser steilen These halten mag, eines fällt auf: AfD-Politiker wählen, wenn sie nach ihren Lieblingspolitikern gefragt werden, gern Linke. Für Anja Markmann, AfD-Kandidatin im Wahlkreis Vaihingen, ist es Sahra Wagenknecht, für Roland Mackert Oskar Lafontaine. Wobei Mackert und Lafontaine vor allem eines verbindet: die Abneigung gegenüber Angela Merkel. Es habe ihm gefallen, wie Lafontaine damals im Bundestag Merkel attackiert und auf ihre Vergangenheit in der DDR hingewiesen habe, sagt Mackert. „Man weiß bis heute nicht, ob Merkel für die Stasi tätig war.“

Merkel und die Flüchtlingspolitik – auf diese zwei Themen kommt Mackert immer wieder zu sprechen. Egal ob sich das Gespräch gerade um Bildung oder Wohnungsmangel dreht, am Ende landet der Sachsenheimer AfD-Stadtrat da, wo er hin will. Und sagt dann Sätze wie diesen: „Gemeinschaftsschulen wurden doch nur gemacht, weil man da Flüchtlingskinder unterbringen will.“

2004 wandte sich Mackert von der SPD ab

Zehn Jahre lang, bis 2004, saß Roland Mackert für die SPD im Sachsenheimer Gemeinderat, bevor er sich von den Sozialdemokraten abwandte und eine Bürgerbewegung gründete – in der er Positionen vertrat, die denen der heutigen AfD schon recht ähnlich waren. Mackert ist ein AfD’ler der ersten Stunde, war 2013 bei der Gründungsversammlung in Karlsruhe und eroberte später erneut einen Sitz im Gemeinderat, nun für die AfD. Die knapp sechs Prozent der Stimmen, die er bei der Kommunalwahl 2014 holte, würden jedoch für ein Landtagsmandat nicht reichen, das weiß er. „Es wird eng“, sagt Mackert. Ob er bald in Stuttgart große Politik machen darf, darüber wolle er nicht spekulieren.

Lieber als über sich redet Mackert über Merkel und die Flüchtlinge. An seiner Partei gefalle ihm der „Mut zur Wahrheit“, sagt er, denn die AfD mache deutlich, dass die Probleme der Welt „nicht durch Völkerwanderung zu lösen sind“. Er verschließe nicht die Augen vor dem Krieg in Syrien, setzte sich für „projektbezogene Entwicklungshilfe vor Ort“ ein. Grundsätzlich befürworte er aber das No-Way-Konzept nach dem Vorbild Australiens, das heißt: „das Meer und die Flüchtlingsrouten abriegeln“. Ansonsten drohten in Deutschland „afrikanische und arabische Zustände“.

Immer wieder landet Mackert bei Merkel und den Flüchtlingen

Das sind harte Worte, aber Mackert sieht das nicht so. Er sagt: „Die anderen Parteien wissen doch längst, dass die AfD Recht hat.“ Hin und wieder schlägt er moderate Töne an, fordert mehr ökonomische Hilfe für Afrika, um Fluchtgründe zu bekämpfen. Um dann wieder auf Angela Merkel einzuholzen, die Mackert mit Sarkasmus in der Stimme „die gute Mutter“ nennt. Merkels „Wir-schaffen-das“-Ansatz sei diktatorische Politik, sagt er, ein Auswuchs einer „Herrschaft des Unrechts“.

Mackert warnt viel, und die Angst vor dem Untergang verbindet ihn mit vielen AfD-Politikern. Die Brandanschläge auf Flüchtlingsheime seien Vorboten eines Bürgerkriegs, sagt er. Eines, seiner Meinung nach, notwendigen Bürgerkriegs? „Ich bin der letzte, der Gewalt gegen Menschen befürwortet. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her, von der Kanzlerin her.“

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6 KommentareKommentar schreiben

Altes Foto/ neues Foto: welcher Sinn steckt dahinter von dem Kandidaten ein Bild von vor 20 Jahren zu veröffentlichen. Das habe ich ja noch nie gesehen, außer bei sehr bekannten Persönlichkeiten / Schauspielern, wo man zeigen will, das war doch der...

Karriere vom Hinterbänkler zur AfD. : Wer sich für diese Partei aufstellen lässt, kann der von der SPD jemals eine Ahnung gehabt haben? Solche Kompetenz-Weltmeister werden der AfD dringend anempfohlen. Weiter so.

Genauso..: und nicht anders ist die politische Lage. Natürlich sind auch andere politische oder wirtschaftliche Themen wichtig, aber allen voran muss die Flüchtlings, Migranten- und/oder Einwanderungskrise klar formuliert werden und dahingehend politische Weichen für Deutschland und für die Zukunft unseres Landes gestellt werden. Die Maßnahmen stehen alle im Wahlprogramm der AfD. Unser Land braucht eine neue Politik ohne Frau Merkel und deren Ja-Sager und Ab-Nicker.

Unser Land braucht also: Atomenergie, keinen Klimaschutz, Verbot von Abtreibungen, Einflussnahme auf öffentlich-rechtliche Medien, Ideologie in der Schule, keine Gleichberechtigung für Homosexuelle, Abschaffung von Gleichstellungsbeauftragten, Wiedereinführung der Wehrpflicht und einen "Tag des Heimatschutzes"? Steht alles so im Wahlprogramm der AfD!

Ein merkwürdiger Artikel: Da ist beispielsweise zu lesen - Zitat: "Um dann wieder auf Angela Merkel einzuholzen, die Mackert mit Sarkasmus in der Stimme „die gute Mutter“ nennt." - Zitatende. Wenn für den Artikelschreiber die Bezeichnung "gute Mutter" gleich "Einholzen" ist, dann hat der Mensch meiner Meinung nach eine verzerrte Wahrnehmung der Realität und ich frage mich, woher das kommt. Mein Eindruck: der Artikelschreiber holzt hier mächtig gegen den AfD-Mann. Dafür passt dieser Ausdruck perfekt.

vom: Spezialdemokrat zum AfDler, das nimmt dem doch keiner ab, der ist und bleibt zu faul um zu arbeiten...Obwohl sich AfD und SPD inhaltlich sehr nahe stehen

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