Landtagswahl in Baden-Württemberg Enttäuschung bei den Linken

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Die Linke um Bernd Riexinger verpasst den Einzug in den Landtag. „Das ist wirklich bitter für uns“, sagte der Spitzenkandidat Bernd Riexinger. „Wir sehen einen Rechtstrend in ganz Deutschland.“

Linke-Parteichef Bernd Riexinger ist enttäuscht: „Das ist bitter für uns.“ Foto: Lichtgut
Linke-Parteichef Bernd Riexinger ist enttäuscht: „Das ist bitter für uns.“Foto: Lichtgut

Genau drei Prozent, das verhießen die letzten Umfragen vor der Wahl der Partei Die Linke. Ein Wert, der die Euphorie im Voraus nicht eben schürte – und sich am Wahlabend bestätigte. Gedämpfte Stimmung war am Sonntag nach 18 Uhr, nach der ersten Schätzung, zu spüren. „Das ist wirklich bitter für uns“, sagte der Spitzenkandidat Bernd Riexinger, „wir sehen einen Rechtstrend in ganz Deutschland.“ Dennoch erhielt er im Waldheim in Sillenbuch viel herzlichen Beifall von seinen Parteifreunden. Riexinger sprach von einem guten Wahlkampf und der Unterstützung von vielen jungen Leuten. Manche der Linken an diesem hatten mit vier Prozent gerechnet, aber einen Einzug in den Landtag allenfalls erhofft. Mehr nicht.

Vor der Wahl hatte Riexinger Grün-Rot präzise und ohne viele Worthülsen aufs Korn genommen. Und erst recht die AfD verdammt, diese „unerträgliche rechte Hetze“. Stets war bei Wahlveranstaltungen sein Satz gut angekommen, dass es „mit meinen Werten nicht vereinbar ist, wenn Menschen im Mittelmehr ertrinken“.

Die eigentlichen Linke-Themen waren Nebenschauplätze

Doch in einem Wahlkampf mit dem Megathema Flüchtlinge konnte die Linke nur ein leises Instrument im aufbrausenden Orchester der Argumentationen spielen. Die eigentlichen Themen der Linken, die sozialen von der Arbeitslosigkeit über Altersarmut bis zum Wohnraum für alle blieben auf den Nebenschauplätzen dieses Landtagswahlkampfs. Das gilt auch für Schlagworte wie Leiharbeit, Werkverträge, Job-Befristungen oder eine höhere Steuer für Vermögende.

Hier gibt es die Ergebnisse der Landtagswahl

Vor fünf Jahren, vor der letzten Wahlentscheidung, hatten die Prognosen noch rosiger ausgesehen für die Linke. Um die fünf Prozent waren vorausgesagt worden und Riexinger und Freunde hatten sich auf einen langen Wahlabend zwischen Hoffen und Bangen eingerichtet. Doch damals im Landespavillon im Schlossgarten wurde nur ganz kurz gejubelt. Die Freude über Stefan Mappus’ Scheitern und Erfolge von Grün und Rot wurde vom eigenen Scheitern erschlagen: 2,8 Prozent, das entsprach nun überhaupt nicht den eigenen Ansprüchen und Erwartungen.

„Auch andere Parteien haben mehrere Anläufe gebraucht“

„Auch andere Parteien haben mehrere Anläufe gebraucht, um ins Parlament zu kommen“, hat Riexinger den Seinen für 2016 Mut gemacht. Jetzt, an diesem Sonntagabend, konkretisierte er diese Perspektive: Die Linke will jetzt ihr Augenmerk auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr und auf Kommunalwahlen richten.

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