KommentarLandtagswahl in Sachsen-Anhalt Frust im Osten

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Die AfD feiert in Sachsen-Anhalt einen beispiellosen Wahlerfolg. Auf den CDU-Ministerpräsidenten kommen schwere Zeiten zu.

Der Ministerpräsident  Reiner Haseloff und  AfD-Spitzenkandidat  André Poggenburg Foto: dpa
Der Ministerpräsident Reiner Haseloff und AfD-Spitzenkandidat André PoggenburgFoto: dpa

Magdeburg - Das massive Erstarken der AfD und der dramatische Sinkflug von SPD und Linken sind die beiden herausragenden Akzente der Wahl in Sachsen-Anhalt. Wie kein anderes hat dieses Land im Osten stets ein Potenzial von Protestwählern gehabt, die ihren Frust gelegentlich an der Wahlurne ausließen. Historisch bedingt leben in dem zu DDR-Zeiten wirtschaftlich starken Sachsen-Anhalt viele Verlierer der Wende. Es ist tragisch für die abgestürzte SPD, aber auch für die gebeutelten Linken, dass sie es nicht verstanden haben, die Sorgen der kleinen Leute aufzunehmen. Aber es waren offenbar nicht nur soziale Verlierer, die die Rechtspopulisten wählten, sondern auch Menschen aus der bürgerlichen Mitte, die ihren Unmut über die Flüchtlingspolitik loswerden wollten. Und das in einem Flächenstaat, der relativ wenige Flüchtlinge aufgenommen hat, unter Abwanderung leidet und über einen hohen Wohnraumleerstand verfügt.

Im Jahr 2011 hatte die SPD übrigens eine mögliche Regierungskoalition mit der Linken ausgeschlagen, jetzt ist es zu spät dafür. Der Wahlgewinner ist CDU-Ministerpräsident Haseloff. Er zehrte vom Amtsbonus und hat das Ergebnis für seine Partei bei leichten Verlusten fast stabil halten können. Sein Problem: Sein SPD-Koalitionspartner ist im Schwinden begriffen.