Landtagswahl in Stuttgart AfD-Kandidaten zeigen sich angriffslustig

Von Wenke Böhm 

Um den heißen Brei herumzureden - das kann man den Stuttgarter AfD-Kandidaten sicher nicht vorwerfen. Bei ihrer Vorstellung in Bad Cannstatt fanden die vier Männer im vollen kleinen Kursaal klare Worte. Beherrschend war das Flüchtlingsthema.

Die AfD ist zuversichtlich: Die Kandidaten Bernd Klingler, Eberhard Brett. Landeschef Jörg Meuthen (Bildmitte) sowie Alexander Beresowski und Dirk Stroeder (v. l.). Foto: Lg/Stollberg
Die AfD ist zuversichtlich: Die Kandidaten Bernd Klingler, Eberhard Brett. Landeschef Jörg Meuthen (Bildmitte) sowie Alexander Beresowski und Dirk Stroeder (v. l.).Foto: Lg/Stollberg

Stuttgart - Um den heißen Brei herumzureden - das kann man den Stuttgarter AfD-Kandidaten sicher nicht vorwerfen. Bei ihrer Vorstellung am Sonntagnachmittag in Bad Cannstatt fanden die vier Männer im vollen kleinen Kursaal klare Worte. Beherrschend waren dabei bundespolitische Themen, allem voran die Forderung, den weiteren Zuzug von Asylbewerbern nach Deutschland zu stoppen.

„Nach Deutschland und Europa kommen Millionen vorwiegend muslimische junge Männer, die in ihren Gesellschaften eine Sozialisation erfahren haben, die mit westlichen Werten und Traditionen unvereinbar ist“, sagte Alexander Beresowski, der im Wahlkreis Stuttgart I antritt. Er kämpfe dagegen, dass sich Deutschland und Europa in den kommenden 25 Jahren „selbst abschaffen werden.“ Dirk Stroeder, AfD-Kandidat im Wahlkreis II, sieht die Heimat „massiv bedroht durch ein Kunstgebilde namens Vereinigten Staaten von Europa“. Er kritisierte, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Politik gern mit ihren christlichen Überzeugungen begründe. „Frau Merkel, machen Sie sich eines klar: Sie sind an das Recht und Gesetz gebunden, denn noch ist Deutschland ein Rechtsstaat und kein Gottesstaat.“

Kritik an der Polizeireform

Es sei auch eine Frage der Gerechtigkeit, sagte Bernd Klingler, der Kandidat für den Wahlkreis III. So sei es nicht fair, dass Menschen, die nichts in die Sozialkassen gezahlt hätten, vom ersten Tag an das gleiche bekämen, wie Menschen, die 30 Jahre hier gearbeitet haben und in Hartz IV rutschen.

Wie Klingler übte Eberhard Brett, der im Wahlkreis IV antritt, Kritik an der Polizeireform und ging kurz auf die Bildungspolitik ein. Doch zum Schluss machte auch Brett deutlich: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland und nicht zu seiner Kultur. Und so soll es auch bleiben.“ Bei Kommentaren über die anderen Politiker wurde der Ton manchmal rau. Beresowski bezeichnete Angela Merkel etwa als „Agitations- und Propaganda-Sekretärin“. Klingler sagte, wer Winfried Kretschmann (Grüne) wähle, bekomme in zwei Jahren Cem Özdemir.

Ein siegessicherer Landeschef

Siegessicher zeigte sich AfD-Landeschef Jörg Meuthen in seiner fast einstündigen Rede: Es sei keine Frage, dass die Partei am 13. März in drei weitere Landesparlamente einziehen würde. Er sei nicht so vermessen, zu glauben, dass sie die absolute Mehrheit holen könnten, sagte er auf eine Frage aus dem Publikum. „Noch nicht.“

Anders als bei der AfD-Veranstaltung am Dreikönigstag blieben diesmal stärkere Proteste aus. Nur einige wenige Gegner standen vor dem Gebäude. Die Polizei musste offenbar nicht eingreifen. Etwas Unruhe kam jedoch im Saal auf, als ein Mann in Meuthens Rede rief: „Ihr seid nicht die Opfer. Ihr werdet die Täter sein.“