Laura Dahlmeier, Claudia Pechstein und Co. Was wäre Ihre erste Maßnahme als Doping-Bekämpfer?

Von Dirk Preiß, und Jochen Klingovsky 

Laura Dahlmeier: Wer sich in internationalen Wettkämpfen messen möchte, der muss unabhängigen Kontrolleuren jederzeit die entsprechenden Kontrollmöglichkeiten geben. Wenn Kontrolleure Tests nur mit Visa und lange vorher angekündigt durchführen können, wird das System ad absurdum geführt. Außerdem wäre ich für eine deutliche Verschärfung der Sanktionen. Wer nachweislich und systematisch gedopt hat, der darf sich nicht beklagen, wenn er lebenslang gesperrt wird. Und das würde ich auch konsequent auf alle Hintermänner anwenden, die ein solches System erst ermöglichen.

Nadine Hildebrand: Ich würde definitiv härter durchgreifen und eine klare Linie gegen Doper fahren – um damit zugleich ein klares Statement für die sauberen Athleten abzugeben. Alle, die positiv getestet wurden (auch bereits beim ersten Mal), würde ich für immer in sämtlichen Sportarten von Meisterschaften und Wettkämpfen ausschließen. Das würde den Vorsprung der Betrüger etwas eindämmen und hätte auch abschreckende Wirkung.

Claudia Pechstein: Einheitliche Regeln und ein einheitliches Strafmaß im Kampf gegen Doping für alle Nationen. Wer diese Regeln nicht akzeptiert, wird mit seinen Athleten von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Verbänden, die sich verweigern, wird der Status einer olympischen Sportart entzogen. Ganz nebenbei würde ich mich persönlich auf Grund meiner erwiesenen Unschuld sofort rehabilitieren und den Eisschnelllauf-Weltverband zur Zahlung einer Megastrafe verdonnern. Als Ausgleich für das unmenschliche Unrecht, das mir angetan wurde.

Frank Stäbler: In allen Sportarten sollten dieselben Regeln gelten, beispielsweise bei Sperren. Außerdem muss ein einheitliches Meldesystem, vergleichbar mit unserem Adams-System, geschaffen werden. Dies muss für alle Nationen unabdingbar gelten und verbindlich sein. Sollte sich eine Sportart oder eine Nation hier nicht anschließen wollen, muss das Land oder der Verband gesperrt werden.

Silke Kassner: Sich bei der Vielzahl der Baustellen auf eine Aufgabe zu konzentrieren, ist schwierig. Priorität müsste sicher haben, die Wada auf finanziell und strukturell unabhängige Beine zu stellen.