LBBW-Immobilien Gönner muss Geduld haben
Ulrich Schreyer, 31.12.2010 10:13 Uhr
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Die LBBW will ihre Wohnimmobilien nur als Gesamtpaket verkaufen. Foto: dpa
Die LBBW will ihre Wohnimmobilien nur als Gesamtpaket verkaufen. Foto: dpa
""Ob wir zur Tat schreiten können, ist noch offen"."
Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner

Stuttgart - "Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihre Wohnungen verkauft", sagt Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner. Was das Stadtoberhaupt ebenso wie andere seiner Kollegen auf Rathäusern umtreibt ist die Angst, die LBBW-Wohnimmobilien GmbH könne in die Hand eines Finanzinvestors fallen, der nach einem Kauf stracks die Mieten erhöht. Das wollen verschiedene Städte im Südwesten verhindern, indem sie selbst zugreifen. Allerdings: an einzelnen Kommunen, die nur an den Wohnungen in ihren eigenen Mauern interessiert sind, hat die LBBW kein Interesse - Esslingen ist mit einem solchen Ansinnen bei der Bank bereits abgeblitzt. Das Geldhaus nämlich will die Immobilien als Paket verkaufen.

Stuttgart und Ulm für ein Städtebündnis


Um dennoch zum Zuge zu kommen, basteln inzwischen mehrere Städte an einem Konsortium, das gemeinsam die Immobilien erwerben könnte. Stuttgarts Finanzbürgermeister Michael Föll macht sich für einen solchen Bund stark, Ulms Oberbürgermeister findet, die Idee habe "Charme". Bereits im Januar soll klar sein, wie der Zusammenschluss aussehen könnte. Doch ob der Städtebund so rasch einig wird, steht in den Sternen. "Die Henne, die das Ei legen soll, ist noch gar nicht geboren", sagt Gönner, in dessen Stadt 1200 LBBW-Wohnungen zur Disposition stehen. Gerne aber leistet er Geburtshilfe, auf dass die Stimme der Städte im Chor der möglichen anderen Bieter "nicht untergeht".

Wer diese sind, dürfte sich im Sommer herausstellen. Die L-Bank jedenfalls, früher im Gespräch als möglicher Retter vor Finanzinvestoren, sei "aktuell" nicht mehr mit von der Partie, sagt eine Sprecherin des Instituts. Von der LBBW, die die Wohnungen auf Geheiß der EU verkaufen muss, ist auch wenig Konkretes zu hören, immerhin aber gibt es die Erklärung, eine Prüfung des "komplexen Sachverhalts" könne bis Mitte kommenden Jahres dauern.

Mannheim lässt sich Zeit


Auch Föll hält sich noch bedeckt, schon weil er fürchtet, durch öffentliche Erklärungen ins Hintertreffen gegenüber anderen Mitbewerbern zu geraten. Doch in Stuttgart (4000 LBBW-Wohnungen), ist möglicherweise doch schon die Henne gesehen worden, die das Ei legen soll. "Die Städte", so sagt Föll, befänden sich bereits in "sehr konkreten Gesprächen" darüber, wie der Kauf bewerkstelligt werden könnte - bis hin zu Überlegungen, was mit Wohnungen in kleineren Gemeinden geschehen könnte, die der Schultes nicht will.

Aus Heilbronn dagegen ist zu hören, noch sei "nichts spruchreif", mithin auch nichts zu kommentieren. Und auf dem Esslinger Rathaus herrscht ohnehin Weihnachtsruhe. Mannheim (1250 LBBW Wohnungen) will prüfen, ob es dem Zusammenschluss beitritt - und sich dafür bis zum Sommer Zeit lassen. Einst wurden in Ulm mächtige Städtebündnisse geschmiedet. Doch im Kampf um die Wohnungen muss Gönner eines einräumen: "Ob wir zur Tat schreiten können, ist noch offen".
Kommentare (3)
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JAN
01
Genau, Hr. Bankenretter,, 14:24 Uhr

diese Gedanken hatte ich auch: Wer ist den "das Geldhaus"??

Zuallererst gehört es zu einem guten Teil den von Ihnen genannten Eigentümern. Zum zweiten ist es m.E. einer "der grössten Saftläden" vom Management her gesehen in ganz Deutschland. Dieses Management ist meines Erachtens nicht in der Lage, solide und weitsichtig zu arbeiten. Es handelt meiner Meinung nach ausschließlich nach dem amerikanischen Prinzip "Rendite Rendite Rendite". Fragen Sie mal die Ladenmieter in der Königstrasse nahe der Klettpassage, was dort mit den Mietverträgen los ist - zurzeit und seit einigen Jahren. Diese "Staatsbank" hat was Führungsqualität angeht meiner Einschätzung nach vollständige "fertig". Und die Eigentümer sind meiner Meinung nach ganz offensichtlich daran mit Schuld. Schauen Sie sich den Verwaltungsrat an - Politik Politik Politik - und "die üblichen Stuttgarter Verdächtigen; Sparkassenvertreter sind ja auch nichts anders: Kommunalpolitiker.... Es ist ein Graus! Aber: Alles meine Meinung. Danke.

DEZ
31
Bankenretter, 23:34 Uhr

Stuttgart hat Einfluss!

Rund 40% der Aktien der LBBW liegen mittel oder unmittelbar beim Land. Stuttgart besitzt weitere 19%. Die Stadt Stuttgart war es auch, die ihr Sparschwein geschlachtet hat und sich mit rund EINER MILLARDE an der Eigenkapitalaufstockung, und damit an der Rettung dieser maroden Bank, beteiligt hat (das Volumen übersteigt um ein Vielfaches sämtliche S21 Investitionen der Stadt!). Es wird Zeit, dass die Großaktionäre hier ihren Einfluss geltend machen. Forderungen der Bank wie so ein Paketverkauf, der sich ganz klar gegen das Gemeinwohl richtet, sollten sich die Stadt und Land nicht bieten lassen. Auch diese Bank wurde vom Steuerzahler gerettet. Schon vergessen, liebes Management?

DEZ
31
Ohne Worte!, 12:12 Uhr

Ich dachte.......

die Kommunen hätten kein Geld? Wo kommt nun wieder diese Finanzierung her? Habe die alle im Lotto gewonnen. Oder haben die Bürger dabei in Zukunft mal wieder Pech, weil dann alle die Zeche dafür zahlen müssen. Gibt es einen Businessplan, ein Finanzierungskonzept? Oder sind diese Dinge wieder am Städte Stammtisch in der Wirtschaft entstanden?