LBBW
"Vetters Spitzel" räumt auf
Andreas Müller,
08.09.2010 16:43 Uhr
LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter Foto: dpa
""Alle Berater kommen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis von Herrn Vetter.""
Aus einem Schreiben an die Träger der LBBW
Doch mit Vetternwirtschaft hat sie für den Immobilien-Chef nichts zu tun: Als Wirtschaftsinformatiker, dessen Spezialgebiet das Risikomanagement bei Immobilien sei, habe ihn Morgan junior "durch Kompetenz und Qualifikation überzeugt". Das rechtfertigte wohl auch ein dem Vernehmen nach sechsstelliges Jahressalär.
Hilles Ex-Firma wird zum Partner
Mit einem anderen Morgan-Sohn, dem Hochzeiter Michael, kam die LBBW Immobilien dagegen nur beinahe ins Geschäft. Früher hatte der Mittdreißiger an der Seite Hilles im Frankfurter Büro der US-Immobilienfirma Hines gearbeitet. Nach dessen Weggang wechselte er in die Firma des Projektentwicklers Heinz-Günter Lang, die sich fortan Lang & Morgan nannte.
Neben seinen Kontakten, berichtete die "Immobilien-Zeitung", bringe der neue Partner gleich einen Auftrag mit: die gemeinsame Firma solle für die LBBW Immobilien ein Hochhaus in Frankfurt verkaufen. Daraus wurde nichts. Wegen der Veröffentlichung? "Allein aus sachlichen Gründen", sagt Hille, habe man Lang & Morgan nicht beauftragt.
Ebenfalls nur der Kompetenz wegen - so jedenfalls die offizielle Lesart - kam die LBBW Immobilien mit Hilles früherem Arbeitgeber ins Geschäft. Hines betreut für sie heute ein Projekt in Moskau - wo die US-Experten als sehr erfahren gelten - und ein Großvorhaben in München, wo die Einschätzungen über ihre Marktkenntnis auseinandergehen. "Hofstatt" heißt das frühere Areal des Süddeutschen Verlages, das die Stuttgarter für mehr als 300 Millionen Euro zu einem neuen, edlen Innenstadtquartier mit Wohnungen, Büros und Geschäften umbauen wollen. Doch das Renommierprojekt galt bald als Problemfall. Zunächst wurde es, auf Geheiß Vetters, von Morgan senior kursorisch begutachtet. Dann beauftragte die LBBW Immobilien Hines (damaliger Geschäftsführer: Hille) mit einer vertieften Prüfung. Deren Ergebnis war ernüchternd: anstatt des erhofften zweistelligen Millionengewinns drohe ein Verlust in etwa dreifacher Höhe.
Mittendrin wechselte Hille vom Beauftragten zum Auftraggeber. Inzwischen ist seine alte Firma noch dicker mit Stuttgart im Geschäft: Hines soll das schwierige Vorhaben (für Hille "das Komplexeste, was ich je erlebt habe") doch noch zum Erfolg führen. Das Projekt wäre "mit eigenen Leuten nicht erfolgversprechend zu bewältigen" gewesen, sagt der Immo-Chef. Die von Stuttgart gewünschte Umplanung erwies sich indes als unrealistisch. Um die Kosten zu senken, sollten die offenen Passagen wegfallen; zusätzliche Läden wären lukrativer. Doch da spielte die Stadt München nicht mit. Unweit des Marienplatzes wollte sie keine Abstriche an der städtebaulichen Qualität dulden. Monatelang wurde hart verhandelt, beide Seiten sparten nicht mit Drohungen - am Ende blieb es bei den Passagen. Jeder Monat Stillstand kostete die LBBW Immobilien fast eine Million Euro an Zinsen.
Das Hofstatt-Projekt wird abgeschottet
Für Hille wäre es schon ein "hehres Ziel", wenn man das Projekt ohne Verluste abschließen würde. Seine Exkollegen bei Hines können hingegen gut oder sehr gut daran verdienen: Ein hoher einstelliger Millionenbetrag ist ihnen als fixe und variable Vergütung sicher, je mehr sie den Verlust verringern, desto mehr bekommen sie obendrauf - im Idealfall laut Insidern 15 bis 20 Millionen Euro. Bemerkenswert vorteilhaft sei diese Vereinbarung für Hines, monieren Kritiker - zumal angesichts der Untreue-Ermittlungen gegen die frühere Geschäftsführung. Hille betont, seine Exfirma ("eine der besten ... der Welt") profitiere "erst, wenn am Ende messbare Erfolge stehen".
In Stuttgart entstand zudem der Eindruck, dass das Projekt Hofstatt gegenüber der Zentrale gezielt abgeschottet werde; eine allzu penible Kontrolle sei offensichtlich nicht erwünscht. Überhaupt wird die Riege um Hille, Gutte & Co., die untereinander oft per Du sind, als "Schattenregierung" oder "Firma in der Firma" wahrgenommen. Wenn das so wäre, sagt der Geschäftsführer, würde er es bedauern; ein solches Bild sei aber "falsch".
Ins Bild eines geschlossenen Zirkels passt, dass die LBBW Immobilien seit einiger Zeit Büroräume in Frankfurt unterhält. Aufmerksam wird in der Belegschaft registriert, wer freitags dort arbeitet - und gerätselt, worum es gehen mag. Der eine oder andere hat es jedenfalls nicht weit ins Wochenende. Hille, Gutte, Morgan und weitere - sie alle wohnen in der Rhein-Main-Region, wie übrigens auch Hans-Jörg Vetter. Und die Morgan-Hochzeit fand, natürlich, ebenfalls in Frankfurt statt.
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naja
so ein beraterhonorar in dieser höhe gibt es in vielen branchen. wenn denn der senior aufgeräumt hat - was solls... ob die webseite gelöscht wurde kann ich auch nicht sagen. aber von irgend so einem futzi jetzt hochzeitsbilder angaffen kann es auch nicht sein. wieso wird eigentlich so gar nichts mehr von den weltmeistern erzählt die den karren in den dreck gefahren haben?
Verfilzungen
...ich würde ja gerne schreiben "ungeahnten Ausmaßes", leider befürchte ich, dass das noch nicht das Ende der Verfilzungen sein wird. Nach dem Abgang der "old-boys" wird wieder ein Scherbenhaufen zum zusammenkehren daliegen... während die Herren sich in ihren unauffälligen Villen im Rhein-Main Gebiet selber beweihräuchern.... Was ist nur aus der guten Landesentwicklungsgesellschaft LEG geworden.... Global Player wollte man also werden und alles endete in einer Katastrophe... die wird nun nahtlos fortgesetzt: Vetter holt sich "seine" Leute, die sich noch ungeniert maßlose Honorare genehmigen lassen... wozu ein Aufsichtsrat? Die Herren mit Parteibuch sitzen in diesem Gremium und verstehen die Hälfte von dem was da gesprochen wird nicht mal... Ja, jedes Land bekommt eben die Leader, die es verdient... und wir in Baden-Württemberg haben es scheinbar ganz schlimm getrieben... anders ist diese Tristesse um Land, LBBW und Vetter mit Konsorten nicht zu erklären...
themorgans.de schnell gelöscht?
Gab es die zitierte Internet-Seite "www.themorgans.de" nie oder wurde sie schnell und gründlich selbst aus dem Google-Cache gelöscht?