Mannheim - Hinten rechts in der schicken Wohnung in Mannheim-Seckenheim verbringt Hauptkommissar a. D. Jürgen Bade seine stillen Tage. Der 54-Jährige liegt seitlich in seinem Krankenbett, neben ihm pumpt monoton die Beatmungsmaschine. Jürgen Bade kann sich nur noch mimisch mitteilen. Wenn er mit den Augen blinzelt, bedeutet das: ja. Seine Frau Hilde leiht ihm ihre Stimme. Sie erzählt:
Wir lernten uns vor 14 Jahren in einem Tanzlokal kennen. Ich war damals frisch geschieden und wollte eigentlich keine feste Beziehung mehr. Es war ein Montag, und in der Disco war nicht besonders viel los. Gegen Mitternacht kam ich die Treppe runter. Unten stand er: einsneunzig groß, athletische Figur - ein beeindruckendes Mannsbild. Jürgen sprach mich an: „Möchtest du tanzen?“
Die perfekte Harmonie
Ich merkte schnell, dass Jürgen ein außergewöhnlicher Kerl ist. Einerseits weltoffen und an fremden Kulturen interessiert. Andererseits bodenständig, in seiner Heimat fest verwurzelt. Ich bin ähnlich, reise gerne, mache es mir aber genauso gerne daheim gemütlich. Jürgen und ich harmonierten einfach perfekt.
Den Beschluss zusammenzuziehen traf ich. Jürgen ist Waage, und Waagen können sich nicht entscheiden. Also muss man ihnen das abnehmen. Wir genossen unser Leben, gingen shoppen und fuhren in den Urlaub nach Südfrankreich und Spanien. Ich weiß noch, wie sehr Jürgen das Dalí-Museum in Figueres gefiel.
Vor meiner Zeit hatte Jürgen viele Frauen, er liebte seine Freiheit und trieb sich gerne in Clubs und Bars herum. Seine Familie kam mit seinem lockeren Lebensstil nicht klar. Es gab oft Streit.


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