Électricité de France EnBW-Ausstieg sorgt für Wirbel
Stefan Brändle, 20.12.2010 07:06 Uhr
Henri Proglio, der Mann an der Spitze der EdF, gibt Rätsel auf.Foto: dpa
Paris - Landtagsabgeordnete in Stuttgart hatten schon vergangene Woche gefragt, warum die Investmentbank Morgan Stanley – und nicht zum Beispiel regionale Banken – beim Kauf der EnBW-Anteile durch das Bundesland beratend beteiligt gewesen sei. Am Wochenende sind nun erstmals auch in Paris kritische Fragen zu dem 4,7 Milliarden Euro schweren Geschäft aufgetaucht. Wie die Zeitung "Libération" schreibt, "staunen einige Franzosen", dass die Électricité de France (EdF) beim Verkauf ihres 45-prozentigen Anteils keine offizielle Beraterbank einsetzte.Immerhin ging es für den größten Stromkonzern Europas um eine wegweisende strategische Entscheidung.
Eine anonym bleiben wollende Stelle innerhalb der EdF erwiderte auf Anfrage von "Libération", sie habe keine institutionelle Vermittlung in Anspruch genommen, da die Dinge "zu schnell" vonstattengegangen seien; der Rückkauf der Anteile sei in "weniger als zehn Tagen" vonstattengegangen. "Sie (die Stuttgarter Landesregierung, Anm. der Red.) habe mit ihrem Vorschlag an unsere Tür geklopft, und es gab gar keine Notwendigkeit für eine Bankberatung", gibt die anonyme EdF-Stelle zur Auskunft. "Wir verfügten über alle Entscheidungsgrundlagen."
Die EdF hatte schon früher bestätigt, dass der Impuls für den Verkauf aus Stuttgart gekommen sei. Gegenüber "Libération"kommt aus dem französischen Stromkonzern der Hinweis, er habe gegenüber der Landesregierung in Stuttgart darauf gedrungen, dass der Verkauf keinem Parlamentsvorbehalt unterliegt. Aus diesen Angaben geht hervor, dass auch die EdF offenbar eine öffentliche Debatte vermeiden wollte.
Nach wie vor fragt man sich in Paris, warum sich EdF-Chef Henri Proglio überhaupt aus dem deutschen Energiemarkt zurückzieht. Schließlich betont Europas größter Stromkonzern regelmäßig – zuletzt sogar noch beim Verkauf der EnBW-Anteile – , er wolle seine internationale und europäische Präsenz verstärken.
Die "Libération" erwähnt einen weiteren Punkt, der in Paris zwar kein Geheimnis ist, beim EnBW-Verkauf aber auch nicht an die große Glocke gehängt wurde: Proglios Zwillingsbruder René ist seit 2009 Chef von Morgan Stanley Frankreich. Zufall oder nicht – der Chef von Morgan Stanley Deutschland, Dirk Notheis, pflegt seinerseits geschäftliche – und als Taufpate auch private – Beziehungen zum deutschen Protagonisten der Milliardentransaktion, Ministerpräsident Stefan Mappus. Dies erklärt möglicherweise zusätzlich die Frage der Zeitung "Libération", warum Proglio keine Vermittlerbank eingesetzt habe. Aber vielleicht wollte der EdF-Chef seinem Unternehmen auch ganz einfach die Beraterhonorare ersparen.
Wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet, haben die Grünen in Baden-Württemberg eine Protestmailaktion gegen den Wiedereinstieg des Landes bei der EnBW gestartet. Über die Online-Aktionsplattform "Meine Kampagne" könnten Internetnutzer in einer Protestmail an Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) erklären, dass sie den Wiedereinstieg ablehnen, teilten die Grünen mit.
"Das Geschäft, für das das Land eine Bürgschaft von 5,9 Milliarden Euro aufnehmen musste, missachtet die Rechte des Parlaments, ist wirtschaftlich zweifelhaft und riecht nach Vetterleswirtschaft", heißt es in der E-Mail. Der baden-württembergische Landtag hatte am Mittwoch gegen die Stimmen der Opposition dem Aktienkauf zugestimmt.
Eine anonym bleiben wollende Stelle innerhalb der EdF erwiderte auf Anfrage von "Libération", sie habe keine institutionelle Vermittlung in Anspruch genommen, da die Dinge "zu schnell" vonstattengegangen seien; der Rückkauf der Anteile sei in "weniger als zehn Tagen" vonstattengegangen. "Sie (die Stuttgarter Landesregierung, Anm. der Red.) habe mit ihrem Vorschlag an unsere Tür geklopft, und es gab gar keine Notwendigkeit für eine Bankberatung", gibt die anonyme EdF-Stelle zur Auskunft. "Wir verfügten über alle Entscheidungsgrundlagen."
Die EdF hatte schon früher bestätigt, dass der Impuls für den Verkauf aus Stuttgart gekommen sei. Gegenüber "Libération"kommt aus dem französischen Stromkonzern der Hinweis, er habe gegenüber der Landesregierung in Stuttgart darauf gedrungen, dass der Verkauf keinem Parlamentsvorbehalt unterliegt. Aus diesen Angaben geht hervor, dass auch die EdF offenbar eine öffentliche Debatte vermeiden wollte.
Nach wie vor fragt man sich in Paris, warum sich EdF-Chef Henri Proglio überhaupt aus dem deutschen Energiemarkt zurückzieht. Schließlich betont Europas größter Stromkonzern regelmäßig – zuletzt sogar noch beim Verkauf der EnBW-Anteile – , er wolle seine internationale und europäische Präsenz verstärken.
Grüne lehnen Wiedereinstieg bei EnBW ab
Die "Libération" erwähnt einen weiteren Punkt, der in Paris zwar kein Geheimnis ist, beim EnBW-Verkauf aber auch nicht an die große Glocke gehängt wurde: Proglios Zwillingsbruder René ist seit 2009 Chef von Morgan Stanley Frankreich. Zufall oder nicht – der Chef von Morgan Stanley Deutschland, Dirk Notheis, pflegt seinerseits geschäftliche – und als Taufpate auch private – Beziehungen zum deutschen Protagonisten der Milliardentransaktion, Ministerpräsident Stefan Mappus. Dies erklärt möglicherweise zusätzlich die Frage der Zeitung "Libération", warum Proglio keine Vermittlerbank eingesetzt habe. Aber vielleicht wollte der EdF-Chef seinem Unternehmen auch ganz einfach die Beraterhonorare ersparen.
Wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet, haben die Grünen in Baden-Württemberg eine Protestmailaktion gegen den Wiedereinstieg des Landes bei der EnBW gestartet. Über die Online-Aktionsplattform "Meine Kampagne" könnten Internetnutzer in einer Protestmail an Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) erklären, dass sie den Wiedereinstieg ablehnen, teilten die Grünen mit.
"Das Geschäft, für das das Land eine Bürgschaft von 5,9 Milliarden Euro aufnehmen musste, missachtet die Rechte des Parlaments, ist wirtschaftlich zweifelhaft und riecht nach Vetterleswirtschaft", heißt es in der E-Mail. Der baden-württembergische Landtag hatte am Mittwoch gegen die Stimmen der Opposition dem Aktienkauf zugestimmt.



ENBW Kauf
...es war einmal ein Land in dem die Bauern zu Mistgabeln und Fackeln griffen und die Aristokratie hinwegfegten! Dabei fielen dann Begriffe wie: Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit! Wo sind die geblieben? Einige wie das Bürschchen aus Pforzheim sind gleicher als das ihn wählende Volk, Freiheit gibts eigentlich nur wenn man ruhig alles hinnimmt als Beamter oder Arbeiter im Job genauso wie als Demonstrant gegen oder für S21! Brüderlichkeit gibts schon lange nicht mehr ausser bei Personen die anderen das Fell über die Ohren ziehen wollen! Deshalb - weils keine Bauern mehr gibt - Volk besorg die Mistgabeln und Fackeln und vertreibt die Aristokratie aus ihren Ämtern am besten geeignet dafür ist der Stimmzettel bei Wahlen CDU unter 5% das wäre es doch auch für mich als ehemaligem CDU Stammwähler. Diesmal wähle ich Links soweit links wies geht!
Zwillingsdeal
Seit Ihrem versteckten Artikel im Wirtschaftsteil habe ich zu dieser skandalösen Sachlage nichts mehr von Ihnen gelesen. Ich denke, Sie warten, ob sich in Frankreich noch jemand darüber aufregt. Wenn nicht (was ziemlich wahrscheinlich ist), können Sie ja beruhigt die Sache wieder in der Schublade verschwinden lassen. Mappus wird es erfreuen.
EnBW-Deal
liebe stuttgarter zeitungs journalisten, schon mal geschaut wie die finanzierung aussah...? wer welche papiere zu absicherung des geschäfts wo über nimmt? an welche investoren weitergibt? schon mal geschaut wie positionen von derivaten zu enbw/edf gestanden haben? nicht nur die an den börsenplätzen sondern auch otc? is doch was für gewiefte wirtschaftsjournalisten... oder? ein bischen arbeit... aber vielleicht doch.. ähnliche konstruktion wie bei wiedeking/härter vw??? wer partizipiert und geht das vielleicht auch schief? fragen über fragen... gibt es eine antwort? bleibt fast zu wünschen das die leute von wikileaks sich die richtige europäische großbank vornehmen... freu mich schon jetzt...