""In den 75 Millionen Euro,[...] sind die Kosten für die äußere Verkehrserschließung noch gar nicht enthalten.""
Werner Wölfle, Fraktionschef Grüne
Leinfelden-Echterdingen - Am Mittwochabend haben sich Vertreter des Gemeinderats und der Verwaltung von Leinfelden-Echterdingen getroffen,
um das Gutachten über das geplante interkommunale Gewerbegebiet zwischen B27 und Flughafen zu diskutieren.Unterschwellig ging es bei dem Treffen aber auch um ein anderes Reizthema: den geplanten Fernomnibusbahnhof (FOB), der nach dem Aus für den Vaihinger Standort nach dem Willen der CDU und der Grünen im Stuttgarter Rathaus auf Echterdinger Markung am Flughafen angesiedelt werden soll. Weil die Leinfelden-Echterdinger das aus der Zeitung erfahren mussten, steht die gerade begonnene Annäherung zwischen den beiden Städten schon wieder auf der Kippe. Bekanntlich hatten sich Nachbarn jahrelange Auseinandersetzungen um den Bau der Landesmesse beim Flughafen geliefert - die ersten Ideen dazu hatte der frühere Messe-Chef Walther Gehring ebenfalls via Presse kommuniziert. Dementsprechend gereizt war die Stimmung unter den Teilnehmern des Treffens. Hinzu kommt, dass große Teile beider Räte den Plänen für ein 35 Hektar großes gemeinsames Gewerbegebiet aus unterschiedlichen Gründen skeptisch gegenüberstehen.
Skepsis auf beiden Seiten
Während man in der Messestadt fraktionsübergreifend vor allem unglücklich darüber ist, dass die als Lärmschutz gedachte Überdeckelung der B27 im Abschnitt Echterdingen-Ost nach Ansicht der Gutachter nicht finanzierbar ist, lehnen die Stuttgarter Grünen das Vorhaben aus ökologischer, städtebaulicher und ökonomischer Sicht ab. "In den 75 Millionen Euro, die beide Städte für die Entwicklung des Gebiets und den Ankauf der Grundstücke aufbringen sollen, sind die Kosten für die äußere Verkehrserschließung noch gar nicht enthalten", sagt deren Fraktionschef Werner Wölfle. Sein Fazit des Abends: "Ernüchternd."
In Leinfelden-Echterdingen denkt man aus Verärgerung über die "Stuttgarter Arroganz" (so ein Stadtrat) beim Thema FOB nun darüber nach, die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt zumindest auszusetzen oder gar ganz zu beenden, bevor sie richtig begonnen hat. Von einer "Denkpause" ist die Rede. Man werde sich von Stuttgart "nichts aufzwingen lassen".