Leonberg Bringt der Brückenschlag ein neues Zentrum?

Von Thomas K. Slotwinski 

Gutachter sehen auf dem Postareal große Chancen für Lebensmittelmarkt und weiteren Handel.

Auf dem Gelände der jetzigen Hauptpost hat die Stadt viel vor. Foto: factum/Granville
Auf dem Gelände der jetzigen Hauptpost hat die Stadt viel vor. Foto: factum/Granville

Leonberg - Die geplante Bebauung des Postareals ist eine hervorragende Möglichkeit, bestehende Nahversorgungslücken in der Innenstadt zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), mit dem sich der Gemeinderat im Januar beschäftigen wird.

Denn gerade im zentralen und im nördlichen Bereich der Kernstadt haben die Experten akuten Bedarf für weitere Geschäfte ausgemacht. So sind das Haldengebiet und der Engelberg ohne nahegelegene Lebensmittelläden. Im Ezach gibt es sogar kein einziges Geschäft.

Gute Noten für die Versorgung in Höfingen

In den Stadtteilen wiederum bekommt Höfingen mit einem Lebensmittelgroßmarkt, einem Discounter, einem angestammten Metzger und drei Bäckerei-Filialen gute Noten. In Gebersheim und Warmbronn gibt es immerhin jeweils kleine Lebensmittelmärkte. Lediglich im kleinen Silberberg sind keine Geschäfte vorhanden.

Akuten Handlungsbedarf sieht Gerhard Beck von der GMA allerdings im Zentrum. Und das nicht nur, um die Nahversorgung zu optimieren, sondern um Leonberg als Einkaufsstandort zu stärken.

„Mit 241 Betrieben auf 86 000 Quadratmetern hat Leonberg eine vergleichsweise geringe Verkaufsfläche“, stellt Beck fest. Und das bei einem Marktgebiet, das mehr als 175 000 Einwohner umfasse und insbesondere in Richtung Weil der Stadt und Heimsheim hohe Potenziale habe.

Böblingen ist kaum größer, legt aber nach

„Die kaum größere Stadt Böblingen hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgelegt“, sagt der Experte und nennt beispielhaft das Einkaufszentrum Mercaden. Auch Breuninger in Sindelfingen hege Erweiterungspläne. Selbst kleinere Nachbarn wie Ditzingen hätten aufgerüstet.

Dennoch warnt Gerhard Beck davor, in Leonberg ein zweites Leo-Center aufzubauen. Vielmehr müssten das „in die Jahre gekommene“ Center aufgefrischt, vor allem aber ein „eigenständiges Profil“ in der Innenstadt entwickelt werden. Dabei spielt für die Gutachter das Postareal, auf dem der Brückenschlag zwischen Neuköllner Platz und Altstadt realisiert werden soll, eine wichtige Rolle. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Firma Layher auf dem alten Bausparkassengelände im Frühjahr mit dem Bau eines neuen Wohnquartiers für mehr als 500 Menschen beginnen will.

Einen größeren Lebensmittelmarkt halten die GMA-Experten dort für notwendig, idealerweise auch einen Drogeriemarkt und einen Bioladen. Mit weiteren Fachgeschäften, Gastronomie, Bäckerei und einer Postfiliale könnte hier ein eigenes Zentrum entstehen, das die Brückenschlagfunktion zwischen den beiden Polen Leo-Center und Marktplatz unterstützt.