Leonberg Mit fallenden Mieten rechnet hierzulande niemand

Von Arnold Einholz 

Platz 18 belegt die Stadt Leonberg in der Liste der 30 teuersten Mietstädte. Das geht aus einer Präsentation hervor, die Reinhard Brümmer jüngst auf einem Treffen des Vereins „Haus und Grund, Leonberg und Umgebung“ zum Thema Mietspiegel vorgelegt hat.

Symbolbild. Foto: Keystone
Symbolbild.Foto: Keystone

Leonberg - Platz 18 belegt die Stadt Leonberg in der Liste der 30 teuersten Mietstädte innerhalb Deutschlands. Das geht aus einer Präsentation hervor, die der Vorsitzende Reinhard Brümmer jüngst auf einem Treffen des Vereins „Haus und Grund, Leonberg und Umgebung“ zum Thema Mietspiegel vorgelegt hat.

Damit befindet sich die Stadt unter dem Engelberg in guter Gesellschaft, denn allein sechs weitere Städte im näheren Umkreis sind noch teurer. Als Basis der Untersuchung gilt der Durchschnitt der Mieten in Deutschland, der als 100 angenommen wird: Damit liegt auf Platz vier Tübingen (133), auf fünf Stuttgart (131), sechs Leinfelden, neun Ditzingen (126), auf Platz 13 rangiert Fellbach (122) und auf 16 Ludwigsburg (121). „Als Ergebnis dieser Untersuchungen kann angenommen werden, dass der Mietspiegel für Leonberg soweit in Ordnung ist“, lautet Brümmers Fazit.

Wie sich die Mieten künftig entwickeln werden, sei schwer vorherzusagen. Doch er ist sich sicher, der zusätzliche Wohnbedarf für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen und die neuen Industrieansiedlungen in Ditzingen, Renningen, Weissach werden die Mietpreise in Leonberg und Umgebung weiter ansteigen lassen.

Eine Richtlinie, an der sich Vermieter und Mieter vor einem Vertrag orientieren können, ist der Mietspiegel einer Kommune. Der berücksichtigt Lage, Größe, Ausstattung und Alter des Gebäudes. Er enthält die Nettomiete ohne Betriebskosten, stellt aber keine Preisempfehlung dar.

Der Gemeinderat Leonberg hat im März 1996 beschlossen, dass für die Stadt ein Mietspiegel verabschiedet wird. Der Leonberger Mietspiegel ist ein sogenannter einfacher Mietspiegel im Vergleich zum qualifizierten Mietspiegel. Er ist eine Übersicht der ortsüblichen Vergleichsmieten im frei finanzierten Wohnungsbau. Er wird in der Regel alle drei Jahre überarbeitet und fortgeschrieben. Der qualifizierte Mietspiegel, wie ihn etwa Stuttgart oder Ludwigsburg haben, ist nach wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet und muss alle zwei Jahre wieder neu erstellt werden.

Ein Muss ist ein Mietspiegel aber nicht, denn von den 677 deutschen Städten mit mehr als 20 000 Einwohnern haben gerade mal 337 entweder einen einfachen oder einen qualifizierten Mietspiegel. Die etwa 2560 Mitglieder des Vereins „Haus und Grund, Leonberg und Umgebung“ vermieten oder wohnen selbst in mehr als 11 000 Wohneinheiten. Auf die rund 1400 Mitglieder in Leonberg entfallen etwa 6000 Wohnungen. „Das ist mehr als ein Viertel aller in Leonberg zur Verfügung stehenden Wohneinheiten“, ist Brümmer zufrieden.

Aus einem Vergleich einer zehn Jahre alten 90-Quadratmeter-Wohnung hat Reinhard Brümmer errechnet, dass Mieter in Leonberg 9,03, in Ditzingen 9,08, in Sindelfingen 9,04 und Ludwigsburg 9,73 Euro je Qua­dratmeter zahlen. Gegenwärtig werden bei Neuvermietungen in Leonberg 10,33 Euro (13 Prozent über dem Mietspiegel), in Ludwigsburg 10,75 Euro (elf Prozent) und in Böblingen/Sindelfingen 11,50 Euro je Quadratmeter (25 Prozent) verlangt. „Die aktuellen Aufpreise für Leonberg und Ludwigsburg sind meines Erachtens in Ordnung“, sagt der Vereinsvorsitzende.