| Zeitungsgruppe Stuttgart |Sonntag, 12. Februar 2012
Kultur regional
Artikel weiterempfehlen

Linden-Museum Neue Direktorin hat große Pläne

Michael Werner, vom 04.03.2010 16:44 Uhr
Inés de Castro ist die neue Direktorin des Linden-Museums. Foto: Zweygarth
Inés de Castro ist die neue Direktorin des Linden-Museums. Foto: Zweygarth
""Hier ist der Ort, um das Welterbe zu bewahren.""
Inés de Castro über das Linden-Museum

Stuttgart - Die Ausgangslage ist paradox: "Thematisch treffen Völkerkundemuseen den Nerv der Zeit", sagt Inés de Castro, die neue Direktorin des Stuttgarter Linden-Museums. Migration und Konflikte zwischen Religionen seien nämlich ureigene Themen der Völkerkunde. Dennoch mussten die Völkerkundemuseen in den letzten Jahren europaweit einen starken Rückgang der Besucherzahlen verzeichen. In Zeiten globalen Reisens sei dies kein Wunder, sagt Inés des Castro: "Die ethnologischen Museen haben ihr Alleinstellungsmerkmal als Vermittler von fremden Kulturen und von Exotik verloren."

Erfolg könne ein Haus wie das Linden-Museum nur dann haben, wenn man sich auf die eigentlichen Stärken zurückbesinne: "Das Völkerkundemuseum ist ein Ort, an dem fremde Kulturen gleichwertig ihren Platz finden und an dem das Weltkulturerbe bewahrt wird."

Inés de Castro wird am Donnerstag offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Am Mittwoch stellte die 1968 in Buenos Aires geborene, ehemalige stellvertretende Direktorin des Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums ihre Pläne für das Linden-Museum vor: Das "bedeutende Haus" soll mehr noch als bisher "ein lebendiger Ort der Diskussion und der Begegnung" sein.

Die Außenfassade wird nachts angestrahlt


Inés de Castro erklärte, dass sie "die Sinne ansprechen" möchte, ohne deshalb gleich der "Eventkultur" Tür und Tor öffnen zu wollen. Zunächst wird deshalb gebaut: Das Foyer wird derzeit modernisiert, die Außenfassade wird mit großen Schaukästen bestückt und demnächst nachts angestrahlt. "Dadurch bekommen wir ein ganz anderes Standing", hofft de Castro.

Die großen Sonderausstellungen sollen das untermauern. Am 23. Oktober wird "Indiens Tibet - Tibets Indien" eröffnet, eine Schau, die sich mit dem Westhimalaja befassen wird, einem "Schmelztigel der Kulturen", wie es hieß. In diesem Refugium des tibetischen Buddhismus auf indischem Territorium treffen die Lehre Buddhas, der Hinduismus und uralter Geisterglaube aufeinander - auch in der Kunst.

Vom 26. Februar 2011 an will das Linden-Museum die Höhepunkte deutscher Korea-Sammlungen präsentieren, und von Juni 2011 an werden fünfzig Jahre deutsch-türkisches Miteinander in Stuttgart beleuchtet. Vom 17. September 2011 an werden bei der großen Landesausstellung zum hundertsten Geburtstag des Linden-Museums rund 500 Schätze des Völkerkundemuseums im Kunstgebäude zu sehen sein.
Weitere Artikel
Kommentare (0)
Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
 
Anzeige
 

Sie suchen ein neues Zuhause?

Wir haben Sie alle! Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus. In Baden-Württembergs bedeutendstem Immobilienmarkt finden Sie Angebote aus Stuttgart, der Region und dem Rest der Republik.
zur Immobiliensuche
 
StZ digital
Stuttgarter Zeitung digital
Die gedruckten Ausgaben im Originallayout.

 
 
ePress App
Genießen Sie Ihre Stuttgarter Zeitung auch auf dem iPad.
 
 
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung. Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.
Abonnement