Warnstreik in Stuttgart Warnstreik legt Stuttgart lahm

Wir haben den Streiktag in Stuttgart mit einem Live-Ticker begleitet. Von der Demo mit 5.000 Teilnehmern auf dem Schlossplatz über Staus bis zum S-Bahn-Chaos: hier können Sie die Ereignisse des Tages nachlesen.

Zu den Staus im Stuttgarter Feierabendverkehr kommen Störungen im S-Bahn-Betrieb. Und das am Warnstreik-Tag ... weitere Bilder zeigen wir in der folgenden Fotostrecke. Foto: Steinert 43 Bilder
Zu den Staus im Stuttgarter Feierabendverkehr kommen Störungen im S-Bahn-Betrieb. Und das am Warnstreik-Tag ... weitere Bilder zeigen wir in der folgenden Fotostrecke.Foto: Steinert

Stuttgart - Nichts geht mehr: In der Region Stuttgart bleiben am Mittwoch Busse und Stadtbahnen in den Depots, Kitas geschlossen und so mancher Schreibtisch in den Rathäusern unbesetzt. Denn die Angestellten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen sind im Streik.

Verdi fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. Am Donnerstag ist aber eine zweite bundesweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und öffentlichen Arbeitgebern angesetzt. 

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen sind die Angestellten bereits in den vergangenen Tagen in mehreren Bundesländern und einigen Städten in Baden-Württemberg, darunter Karlsruhe, Esslingen, Göppingen und Geislingen, auf die Straße gegangen. In unserem Live-Ticker können Sie den Warnstreik-Tag nachlesen. 
 

+++ 20:45 Uhr +++ Inzwischen hat sich die Lage auf den Straßen entspannt. Damit beenden wir den Liveticker.

+++20:08 Uhr +++ Letzter Stauschwerpunkt ist die B27 stadtauswärts bis zum Pragsattel.

+++ 19:28 Uhr +++ Von freier Fahrt kann man in der Innenstadt noch nicht reden:

+++ 19:11 Uhr +++ Rückruf aus der Bahn-Pressestelle: Die Störungen seien inzwischen behoben. Bis 20, spätestens 20:30 Uhr sollen die S-Bahnen wieder planmäßig fahren, so ein Bahnsprecher.

+++ 19:02 Uhr +++ Wir wollen den zuständigen Bahn-Sprecher nach Details zu den Störungen fragen. Ans Telefon geht eine Feierabendvertretung, die von den S-Bahn-Störungen in Stuttgart noch nicht einmal etwas mitbekommen hat.

+++ 18:57 Uhr +++ Morgens S-Bahn-Störung, abends S-Bahn-Störung: wir haben das mal zusammgenschrieben.

+++ 18:34 Uhr +++ Vom Totalausfall ist das ÖPNV-Netz nicht weit weg ... (aktueller Screenshot)

 

+++ 18:10 Uhr +++ Der schlechteste Tag für ein S-Bahn-Chaos ...

+++ 18:05 Uhr +++ Stadtauswärts ist zwischen Bopser und Albstraße viel los. Auch rund um den Pragfriedhof stehen Autofahrer im Stau.

+++ 17:32 Uhr +++ Die aktuelle Staulage: Staus am Berliner Platz und im Planietuennel, an der B10 am Neckar, auf der B14 stadtauswärts und auf der B27 ebenfalls stadtauswärts zwischen Türlenstraße bis Löwentor

+++ 17:21 Uhr +++ Am Donnerstag und Freitag sollen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde gehen. Verdi fordert die Anhebung der Entgelte um 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnen das ab, in der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag hatten sie kein Angebot vorgelegt.

+++ 16:53 Uhr +++ 30 Kilometer Stau hat es heute Morgen gegeben - und viele dieser Autofahrer wollen heute Abend wieder aus der Stadt raus ...

+++ 16:31 Uhr +++ Noch ist die Verkehrslage in der Stuttgarter Innenstadt vergleichsweise entspannt, wie die Live-Karte der städtischen Verkehrsleitzentrale zeigt:

+++ 16:23 Uhr +++ In Reutlingen, Tübingen, Ulm, Schwäbisch Gmünd, Ellwangen und Heidenheim gingen heute Hunderte auf die Straße.

+++ 15:30 Uhr +++ Bald beginnt der Feierabendverkehr. Die Stadt Stuttgart bietet hier eine Live-Karte mit der aktuellen Verkehrssituation.

+++ 15:26 Uhr +++ Falls heute Abend jemand zum Konzert von Casper in der Schleyerhalle geht: Die Sonderlinie U11 fährt nicht. Die SSB AG empfiehlt, mit den Linien S1, S2 oder S3 bis Bad Cannstatt zu fahren.

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Das sollte dem Bürger schon klar sein!: Wer zu wenig von dem Arbeitgeber erhält, muss still und leise, weil er sich schämt aufstocken! Leutchen, das bezahlt die Allgemeinheit mit. Das kann doch nicht sein, dass man viele Arbeitgeber damit entlastet und von seiner Pflicht entbindet! Jeder, der durch die Arbeit krank wird, jeder der entsorgt wird und auf den Ämtern landen muss, drückt auf euren Geldsack. Zum Dank erhalten jene dann noch den Stempel "Sozialschmarotzer" auf die Stirn gedrückt! Ja sind wir denn alle noch ganz sauber? Haben wir nicht begriffen, was hier für ein Spiel getrieben wird? Mir tun übrigens die Arbeitgeber leid, die alles für Ihre Belegschaft tun und von den Lasten des Staats und der Gesetzgebung fast ersticken! Das Ruder muss dringen rum gerissen werden! Ver.di, zeig den üblen Zeitgenossen endlich das Kanonenrohr des Pankers "Gewerkschaft"! Lasst euch nicht in den Keller drücken! Genossen, auf zum Kampf, es ist die Zukunft für uns und vor allem unseren Kinder!

Die Stadt Stuttgart hat...: ...doch genug Geld - für Stuttgart 21 jedenfalls immer. Was stand kürzlich in der Zeitung: die Stadt zahlt nur 290 Mio Euro. Eine glatte "Lüge"! Die Stadt zahlt bis dato über EINE MILLIARDE Euro. Und das wird nicht das Ende der ´Fahnenstange sein. Es wird Zeit, die Realität zu erkennen, dass Stuttgart 21 nicht nur den flächendeckenden Schienenverkehr kannibalisiert, Stuttgart selbst wird durch die Kosten zerfressen. Bsp: Verfrühter Kauf Gleisvorfeld 459,00 Mio € Zinsbelastung (5,5%) durch Zinsverzichte ca.780,00 Mio € (bis 2020) Finanzierungsbeitrag Flughafen an S21-Anteil Stadt 126,00 Mio € Anteil der Stadt bzgl Verband Region Stuttgart 26,00 Mio € Risikozuschlag 239,00 Mio € macht = 1.630,00 € (die Zinsbelastung bis 2020-hier müssen wir etwas abziehen, da wir erst bei 2014 sind) Dann kommen noch so Nebenkosten wie Lügenwerbekosten, die anteiligen Kosten für die SSB (Eigentum der Stadt), Verlagerung und Stabilisierung zweier Schulen, neue Stellen wegen S21, usw. Das sind nochmals ca. 180 Mio Euro. -Stand Oktober 2013- Das wird nicht das Ende der Fahnenstange sein! Die Stadt Stuttgart zeigt sich ständig großzügig gegenüber der Bahn. Für die Menschen, die für die Stadt oder den SSB usw. arbeiten muss man halt den Gürtel enger schnallen...

Fehlender Etatposten kein Argument...: Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle sagte zu den Kosten für den Lohnzuwachs: „Das Geld steht in keinem Etat drin.“ Das mag ja sein. Aber es ist doch nicht die Schuld der Mitarbeiter, dass man Gehaltserhöhungen nicht oder in zu geringer Höhe vorgesehen hat. Den Haushalt hat die Stadtverwaltung vorgelegt und der Gemeinderat diskutiert und beschlossen. Ich vermute, es ist Absicht, im Haushalt nicht schon vorher entsprechende Erhöhungen vorzusehen, weil sonst ja die Gewerkschaft daran schon sehen würde, mit wie viel sie mindestens an Erhöhung rechnen können, weil die Erhöhung schon einkalkuliert ist. Trotzdem kann das kein Argument sein - dann würde es nie Erhöhungen im öffentlichen Dienst geben, wenn die Politiker einfach nie Erhöhungen im Etat vorsehen würde... Natürlich vergessen die Politiker ihre eigenen Gehälter, "Diäten", usw. nicht - die werden bzw. wurden erst vor kurzem erhöht...

Da schaut nur her liebe Arbeitgeber!: Das ist nur der eine Muskel der Ver.di, wenn es darum geht, mal zu zeigen, wie kostbar jene sind, die heute fehlten. Faire Löhne wären die Lösung. Doch was bietet Ihr? Euer Gejaule auf hohem Niveau haben wir dicke! Der Mensch will von seiner Arbeit ohne Bittstellung bei den Ämtern leben, für seine Rentenzukunft sparen und einfach nur seine Ruhe! Doch was bietet Ihr? Abgespeckte Büro in denen die Arbeiter täglich Blut und Wasser schwitzen und im Bürokratismus ersticken, Umsatzzahlen Wünsche, die nicht mehr machbar sind weil kein Ersatz für die Entlassenen da sind und dann noch eine bescheidenes Arbeitsklima mit abgerichteten Kampfhunden (Kollegen die Arbeitnehmer freundlich geschliffen sind!), die täglich dafür Sorge tragen, uns das Leben psychisch noch richtig schwer gemacht wird. Mit mageren und abgespeckten Geldbörsen jagten sie heute bei der Demo berechtigt durch Stuttgart und legten damit mal den Verkehr, die Kinderbetreuung und die Müllentsorgung lahm. Das waren jetzt nur die Angestellten der Stadt. Ver.di spielt mit den Muskeln was ich klasse finde! Bevor ihr Großen alle an den Verhandlungstisch springt, überlegt gut, was ihr bietet und denkt fein an die Kollegen im Landtag, die da schon vertrocknet und verhungert am Hungertuch nagen müssen. Wer benötigt nun das Geld nötiger? Wer leistet mehr, als die wenigsten von Euch zu würdigen wissen? Den Kollegen danke ich für diese Streikunterstützung und wünsche viel, viel Glück!

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