Stuttgart - Die Aussicht ist beeindruckend. Droben auf dem Bahnhofsturm liegt einem die Stadt zu Füßen. Es ist ein besonderer Ort, den das Bonatz gewählt hat. Fast ein Jahr lang stand der siebte Stock im Turm des Stuttgarter Bahnhofs leer, im Oktober hat Ralph Benda hier das Bonatz eröffnet. Er ist seit vielen Jahren in der Eventgastronomie tätig und wollte nun auch mal eine feste Adresse haben. Und die ist gleich alles in einem: Bar, Caféhaus, Lounge und Restaurant.
Rein optisch hat sich die Bar durchgesetzt. Im Herzen des Lokals steht stolz eine Theke aus Onyx-Stein, der von hinten beleuchtet wird. Die Decke ist spiegelndschwarz, die Wände sind silbergrau und erinnern ein wenig an die achtziger Jahre. Man sitzt an kleinen Tischchen, es läuft gepflegte Popmusik – und eigentlich wäre es passend, sich einen Drink zu ordern und zuzuschauen, wie die Autos sich durch die Stadt schieben.
Überschaubare Karte
Aber das Bonatz ist eben auch Restaurant – und nicht das schlechteste. Die Karte ist überschaubar, aber hat für jedes Bedürfnis ein Angebot: eine Suppe, einen Antipasti-Teller und ein Bonatz Club Sandwich, bei dem Toast und Hühnchen turmhoch gestapelt sind. Auch wenn als Beilage Chips serviert werden, heißt das nicht, das man hier das gängige Bistro-Programm abspult. Sondern das Bonatz ist ambitioniert. Der Kellner ist um perfekten Service bemüht, auch wenn der arg unterkühlt gerät. Es gibt zwar keine Tischtücher, aber Stoffservietten und schweres Besteck. Vorab wird Olivenbrot und Butter mit frischem Schnittlauch serviert. Das Geschirr ist originell, da kommt der Salat in einer asymmetrischen Schale, das Fleisch auf einer schmalen Platte, die beim Schneiden allerdings ständig auf dem gläsernen Tisch tanzt.
Macht nichts: Das Filetsteak vom neuseeländischen Ocean-Rind (31,50 Euro) ist perfekt gelungen. Außen knusprig und innen zartrosa. Die Rosmarinkartoffeln sind angenehm würzig, das Gemüse besteht aus einer bunten Mischung aus Paprika, Zucchini und Auberginen. Man sieht sofort, dass sich der Koch hier Mühe gibt – was man bei den Preisen auch erwartet. Auch die Penne mit Rinderfiletspitzen in Tomatensauce zu 12,80 Euro schmeckt sehr gut.
Der Beilagensalat (4,20 Euro) ist schön bunt gemischt, nur am Joghurtdressing wurde gespart. Beim Caesar-Salat (10,80 Euro) ist dafür reichlich Cocktailsauce dabei, wobei unter die Hühnchenstücke noch Brotwürfel gemischt wurden – viel Sättigung, wenig Salat. Eine schöne Überraschung bietet das Tiramisu (6,80 Euro) zum Abschluss. Es wird unkonventionell in einer großen Tasse serviert und wartet mit herrlich viel Creme auf und der genau richtigen Menge an Biskuit. Das ist so fein, dass man nichts abgeben mag. So wird man angenehm verköstigt, richtig gemütlich sitzt man allerdings nicht, dafür ist das Bonatz dann doch zu sehr coole Bar.
Bonatz, Arnulf-Klett-Platz 2, Stuttgart-Mitte, Tel. 0711/41105280. Geöffnet Dienstag bis Donnerstag 11 bis 24, Freitag, Samstag 11 bis 2 Uhr, Sonntag 11 bis 21 Uhr. Die Bewertung Küche **** Service *** Ambiente *** ***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.


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Bonatz im Turm
Also mir hat es wahnsinnig gut gefallen. Ambiente, wie auch das Essen ist hervorragend!!! Auch das Servicepersonal ist sehr aufmerksam und man fühlt sich hier gut aufgehoben. Kann gar nicht verstehen, was das Bonatz mit S21 zu tun hat! Man sollte hier doch bei der Sache bleiben. Wir kommen wieder!!! Bestens zu empfehlen!
Turmrestaurant
Ist das nicht lebensgefährlich, unten im Fundament werden die Holzpfeiler destabilisiert im recht ausgedehnten Filigranbau des Restbonatz? DIE Versicherung muss auch ne dicke Haut haben.
Demokratie und Meinungsfreiheit
Lieber *schmunzel* Manfred: Weshalb sollten sich die S21-Gegner "heraushalten"? Weil Sie es so wollen? Weil sie es als "saudummes Geschwätz" empfinden? Vermutlich empfinden Sie sich auch als lupenreiner Demokrat, der die Meinungsfreiheit achtet?