Lokaltermin: Bistro am Weinberg
Die inneren Werte überzeugen
Annina Baur,
09.08.2010 07:08 Uhr
Klein, aber fein: das Restaurant ist hell und gemütlich eingerichtet. Foto: Heiss
Stuttgart - Manche Häuser machen es einem reichlich schwer, sie schön zu finden. Der rostrote, mehrstöckige Flachdachbau an der Augsburger Straße in Obertürkheim gehört zweifellos dazu. Der mehr graue als weiße Pavillon, der die Terrasse vor dem Haus überdacht, macht es auch nicht einladender. Weil der Sommer gerade Pause macht, entscheiden wir uns aber ohnehin für einen Tisch im Inneren - und sind bass erstaunt, als wir die Tür zum Bistro am Weinberg öffnen, wo seit Juli Manfred Kuntzer (ehemals Kuntzers Öxle) den Kochlöffel schwingt.
Hat der Hausbesitzer schon vor geraumer Zeit damit begonnen, Teile des Gebäudes zu renovieren, so sorgt Kuntzer nun im Inneren des Bistros für Akzente. Die dunklen Holztische Platz sind mit weißen Rosen und Kerzen geschmückt und geben dem kleinen Raum einen edlen Anstrich. Die indirekte Beleuchtung und die Stühle, die ein wenig wie von Omas Dachspeicher zusammengewürfelt wirken, schaffen eine gemütliche Atmosphäre, die uns ein wenig an unser eigenes Wohnzimmer erinnert. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass wir an diesem Abend die einzigen Gäste sind.
Das allerdings ist schade, denn was uns von der unaufdringlichen, aber aufmerksamen Rosemarie Kuntzer serviert wird, mundet ausgezeichnet. Das geeiste Melonensüppchen (8,50 Euro) schmeckt süß und fruchtig, das dazu servierte Rauchfleisch liefert den würzigen Kontrast. Es könnte allenfalls etwas feiner geschnitten sein. Der Salat mit Hühnchen (8,50 Euro) überzeugt gänzlich: Die Mischung aus Blattsalaten, Rauke, Karotten- und Rettichstreifen ist knackig und angenehm gewürzt und passt gut zum zarten Hähnchenfilet, das mit einer leichten Currysauce und gerösteten Mandelblättchen daherkommt.
Der Hauptgang steht dem verheißungsvollen Auftakt in nichts nach: Der Rinderbraten (16,50 Euro) ist butterzart. Er wird mit reichlich dunkler Bratensoße serviert, in der die handgeschabten Spätzle baden dürfen. Das Lachsfilet (15,50 Euro) ist zart und saftig, die cremige Soße mit Safran und Shrimps ist köstlich. Etwas ungewöhnlich mutet die Gemüsebeilage an, die aus feinen Karottenstreifen, Pfifferlingen und Blumenkohl besteht. Geschmacklich ergänzen Pilze und Kohl den Fisch aber besser als erwartet. Die Weine, die uns unaufgefordert empfohlen werden (wir haben uns für einen trockenen Riesling zum Fisch und einen Trollinger mit Lemberger zum Rind entschieden) passen wunderbar dazu und stammen allesamt aus der Region.
Weil sowohl der Apfel- als auch der Birnenstrudel an diesem Abend aus sind, fällt uns die Auswahl beim Dessert leicht: Es gibt entweder einen geeisten Sommerbeerenteller oder ein gemischtes Eis. Wir wählen die Beeren, die zwar mit süßem Vanilleeis und Pfirsichsorbet serviert werden, alles in allem aber etwas zu säuerlich geraten sind. Die Portion ist dafür üppig. Wir bestellen zu zweit eine Portion und bekommen jeder einen ganzen Teller des fruchtigen Süppchens samt Eiscreme für 12 Euro - was uns restlos von den inneren Werten von Wirt und Wirtschaft überzeugt.
Küche: ****
Service: ***
Ambiente: ***
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Über Tipps und Infos zum Thema Essen und Trinken in der Region freut sich die Redaktion (per E-mail an d.eberhardt@stz.zgs.de).
Hat der Hausbesitzer schon vor geraumer Zeit damit begonnen, Teile des Gebäudes zu renovieren, so sorgt Kuntzer nun im Inneren des Bistros für Akzente. Die dunklen Holztische Platz sind mit weißen Rosen und Kerzen geschmückt und geben dem kleinen Raum einen edlen Anstrich. Die indirekte Beleuchtung und die Stühle, die ein wenig wie von Omas Dachspeicher zusammengewürfelt wirken, schaffen eine gemütliche Atmosphäre, die uns ein wenig an unser eigenes Wohnzimmer erinnert. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass wir an diesem Abend die einzigen Gäste sind.
Das allerdings ist schade, denn was uns von der unaufdringlichen, aber aufmerksamen Rosemarie Kuntzer serviert wird, mundet ausgezeichnet. Das geeiste Melonensüppchen (8,50 Euro) schmeckt süß und fruchtig, das dazu servierte Rauchfleisch liefert den würzigen Kontrast. Es könnte allenfalls etwas feiner geschnitten sein. Der Salat mit Hühnchen (8,50 Euro) überzeugt gänzlich: Die Mischung aus Blattsalaten, Rauke, Karotten- und Rettichstreifen ist knackig und angenehm gewürzt und passt gut zum zarten Hähnchenfilet, das mit einer leichten Currysauce und gerösteten Mandelblättchen daherkommt.
Weine aus der Region
Der Hauptgang steht dem verheißungsvollen Auftakt in nichts nach: Der Rinderbraten (16,50 Euro) ist butterzart. Er wird mit reichlich dunkler Bratensoße serviert, in der die handgeschabten Spätzle baden dürfen. Das Lachsfilet (15,50 Euro) ist zart und saftig, die cremige Soße mit Safran und Shrimps ist köstlich. Etwas ungewöhnlich mutet die Gemüsebeilage an, die aus feinen Karottenstreifen, Pfifferlingen und Blumenkohl besteht. Geschmacklich ergänzen Pilze und Kohl den Fisch aber besser als erwartet. Die Weine, die uns unaufgefordert empfohlen werden (wir haben uns für einen trockenen Riesling zum Fisch und einen Trollinger mit Lemberger zum Rind entschieden) passen wunderbar dazu und stammen allesamt aus der Region.
Weil sowohl der Apfel- als auch der Birnenstrudel an diesem Abend aus sind, fällt uns die Auswahl beim Dessert leicht: Es gibt entweder einen geeisten Sommerbeerenteller oder ein gemischtes Eis. Wir wählen die Beeren, die zwar mit süßem Vanilleeis und Pfirsichsorbet serviert werden, alles in allem aber etwas zu säuerlich geraten sind. Die Portion ist dafür üppig. Wir bestellen zu zweit eine Portion und bekommen jeder einen ganzen Teller des fruchtigen Süppchens samt Eiscreme für 12 Euro - was uns restlos von den inneren Werten von Wirt und Wirtschaft überzeugt.
Bistro am Weinberg, Augsburger Straße 562, 70329 Stuttgart, Tel. 0711/3004188. Montag bis Freitag 12 bis 14 und 18 bis 24 Uhr.
Die Bewertung:
Küche: ****
Service: ***
Ambiente: ***
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Über Tipps und Infos zum Thema Essen und Trinken in der Region freut sich die Redaktion (per E-mail an d.eberhardt@stz.zgs.de).
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Korrekturen
Liebe Kommentatoren, vielen Dank für die Hinweise. Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen. Wir haben diese korrigiert. Die Redaktion
Wer hat geschwindelt?
Fällt mir immer wieder auf, dass die Redakteure ausschwärmen und viel zu wenig informiert sind. Zum aktuellen Beitrag kann ich auch nur sagen, dass weder die Küche noch die Einrichtung vom neuen Besitzer eingebracht wurden. Der Vorbesitzer tat es bereits, wie auch schon ein anderer Kommentator angemerkt hat. Schade nur, dass die Gastrokritiken offenbar nur so am Rande mitlaufen, es macht sich nicht oft einer die Mühe, genauer hinzusehen. Für mich liest sich das meistens so, als ob meine Freundin irgendwo essen ginge und nach Lust, Laune und eigenem Geschmack urteilte. Dann schon lieber weglassen.
falsche Informationen!
Das Bistro am Weinberg war auch bevor Herr Kuntzer auf der Bildfläche erschienen ist alles andere als ein Imbiss mit Fritteuse! Das komplette Ambiente und die liebevolle Einrichtung ist dem ehemaligen Koch und Restaurantleiter zu verdanken! Auch die damalige Küche stand der jetzigen in nichts nach! Den einzigen Vorteil, den Herr Kuntzer hat, ist, dass er einen Namen in der Gastronomie hat und damit werben kann. Ansonsten hat er sich nur ins gemachte Nest gesetzt, und leider ganz ohne eine eigene Note mit einzubringen.