London
Angst vor dem "Yorkshire-Ripper"
Peter Nonnenmacher, London,
16.03.2010 08:36 Uhr
Im Londoner High Court wird über die Freilassung des Serienmörders Peter Sutcliffe entschieden. Die festgelegte Strafe von 30 Jahren hat er bereits im Gefängnis verbracht. Foto: AP
""Die sollten den Strang zurückbringen.""
Neil Jackson, Ehemann eines Opfers
Sutcliffe war der blasse, bärtige Lastwagenfahrer aus Sheffield, der von 1975 bis 1980 den Norden Englands in Angst und Schrecken versetzte. Mit Hämmern, Schraubenziehern und Messern attackierte er seine Opfer, erst gezielt junge Prostituierte, dann generell Frauen in Leeds, Bradford, Manchester oder Halifax. Seine Taten lösten die bis dato größte Polizeiaktion im Vereinigten Königreich aus.
"Die sollten den Strang zurückbringen"
Vier Monate nach seiner Festnahme 1981 wurde Sutcliffe zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter empfahl eine Mindesthaftdauer von 30 Jahren. Die Regierung versäumte aber, diese Haftdauer offiziell festzuschreiben. So ist unklar, ob Sutcliffe 2011 seine Freilassung beantragen kann oder nicht. Da nun allein die Gerichte für die Strafzumessung zuständig sind, hat er den High Court angerufen. Ein Urteil, zu dessen Anhörung außer den überlebenden Opfern und den Angehörigen der Toten auch der Verurteilte selbst geladen werden soll, wird in wenigen Monaten erwartet.
Der Massenmörder dürfe niemals freigelassen werden, meinen viele der Betroffenen. "Man muss ihn der Gesellschaft für immer vom Hals halten", sagt Beryl Leach, deren Tochter Barbara zu Sutcliffes Opfern gehörte. Neil Jackson, dessen Frau Emily von Sutcliffe getötet und furchtbar zugerichtet wurde, hält nicht einmal lebenslang für lang genug: "Die sollten den Strang zurückbringen." Eine Haftentlassung sei zu keinem Zeitpunkt denkbar, weil der "Ripper" ein ewiges Sicherheitsrisiko bleibe, schreibt die "Sun".
Derweil glauben die Ärzte, die Sutcliffe seit 1984 in einer Hochsicherheitsanstalt für Geisteskranke wegen paranoider Schizophrenie behandeln, dass ihr Patient auf die Therapie gut angesprochen habe und heute "nur noch ein geringes Risiko" sei. Der 63-Jährige leidet an Diabetes und ist nach Attacken von Mithäftlingen auf einem Auge blind und auf dem anderen nur begrenzt sehfähig.
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