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Zwei Jahre mit einer Serie von Verletzungen liegen hinter Regula Runge. Die BMX-Fahrerin aus Kornwestheim ist aber überzeugt, dass nun bessere Zeiten vor ihr liegen. Am 8. August will die 22-Jährige als einzige deutsche Starterin in den BMX-Rennen bei den Olympischen Spielen in London ihr Heimatland vertreten. Und auf dieses große Ziel hat sie alle ihre Planungen ausgerichtet.
"Ich habe jetzt alle Verletzungen und Krankheiten hinter mir", ist Regula Runge überzeugt. "Und ich bin derzeit in der besten Form, in der ich jemals im Winter war." Auch wenn die BMX-Rennstrecken in Mitteleuropa noch unter Schnee und Eis liegen - eine Trainingspause kann sich Regula Runge nicht leisten. Verstärkt stehen derzeit Konditions- und Krafttraining an. "Ich habe im Winter die Trainingsinhalte modifiziert." Der Erfolg ist nicht ausgeblieben: "Ich bin nun fast 30 Prozent stärker."
Das jüngste Hallenrennen der Eurolaufserie in Belgien hat Regula Runge noch ausgelassen. Für ihr Studium im Fach Internationales Management hat die 22-Jährige noch Aufgaben zu erledigen gehabt. Für das kommende halbe Jahr hat sie aber bereits ein Urlaubssemester beantragt, um sich "zu 100 Prozent auf die Qualifikation für Olympia konzentrieren zu können".
Die wichtigsten Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele stehen bei der WM und bei den drei Supercross-Weltcup-Wochenenden am 30. und 31. März in Chula Vista bei San Diego (USA), am 13. und 14. April in Sandnes in Norwegen sowie am 11. und 12. Mai in Papendal in den Niederlanden auf dem Programm. Zudem plant Regula Runge Starts ein am 7. und 9. April bei den Europaläufen in Creazzo (Italien), am 21. April beim Bundesliga-Rennen in Weiterstadt, am 28. und 29. April bei den deutschen Meisterschaften auf ihrer Heimbahn in Kornwestheim und am 5. und 6. Mai beim EM-Finale in Orleans in Frankreich. Bei den BMX-Weltmeisterschaften vom 24. bis 27. Mai im britischen Birmingham will die Kornwestheimerin auf keinen Fall fehlen, da sie dort die noch benötigten Punkte für die Olympia-Qualifikation sammeln kann. "Möglicherweise kann ich vorher aber nicht alle Rennen fahren, weil sie zeitlich so eng zusammen liegen." Je nachdem, wie sie in Form sein wird und sich fühlt, wird sie kurzfristig über die Starts entscheiden.
Von den insgesamt mehr als 15 Millionen Aktiven, die sich weltweit dem BMX-Radsport verschrieben haben, dürfen im August bei den Olympischen Spielen in London nur 48 auf die Rennstrecke gehen: 32 Männer und 16 Frauen, die mindestens 19 Jahre alt sein müssen. Allein 82 Frauen sind neben Regula Runge regelmäßig bei der Weltcup-Rennserie am Start. Die meisten der Olympiaplätze werden an die sieben Staaten vergeben, die in der Nationenwertung der Weltrangliste vorne liegen. Den erfolgreichsten Ländern werden sogar zwei Startplätze eingeräumt. Deutschland wird nicht darunter sein, da aktuell neben Regula Runge nur noch eine Juniorin für ihre Nation Punkte sammelt. Derzeit ist Deutschland in der Nationenwertung auf Platz 14. Mindestens drei Startplätze gehen aber an die erfolgreichsten Fahrerinnen aus Ländern, die nicht über die Nationenwertung qualifiziert sind. Und darauf setzt Runge: "Die Frauen aus Frankreich und den USA dürfen ruhig alle vor mir sein. Wenn ich bei der WM bis ins Finale komme, sollte das für die Qualifikation reichen."
Schon vor vier Jahren hatte Regula Runge kurz davor gestanden, als einzige deutsche BMX-Fahrerin bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. "Im Jahr 2008 habe ich die Qualifikation im entscheidenden Rennen nur um einen Platz verpasst. Das passiert mir nicht noch einmal. Ich bin nun vier Jahre reifer und habe auch viel mental gearbeitet", sagt die 22-Jährige. Denn die Kornwestheimerin hat festgestellt, dass in der BMX-Weltspitze die Fahrerinnen bis auf zwei Sekunden gleich schnell unterwegs sind. "Die mentale Stärke macht bei der Entscheidung der Rennen daher rund 80 Prozent aus."
Da die mehrfache Deutsche Meisterin vor Ort nur wenig ernsthafte Konkurrenz hat, sucht sie zu Trainingszwecken bei Rennen in der Schweiz den Vergleich mit den männlichen Fahrern. "Das macht mich für die internationalen Rennen härter", sagt sie. "Denn Männer nehmen keine Rücksicht."
Männliche Kontrahenten können Regula Runge also genau so wenig schocken wie die anspruchsvolle Olympiastrecke, die in London auf sie wartet. "Das ist die größte, gefährlichste und schwierigste BMX-Bahn, die je gebaut wurde", sagt die 22-jährige Kornwestheimerin. In Papendal haben die Niederländer die Olympiapiste nachgebaut. "Und die Strecke liegt mir sehr." Mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Stundenkilometern geht es da den steilen Starthügel herunter, ehe die Sportler nach dem ersten Sprung zwölf Meter weit durch die Luft fliegen werden. "Es gibt BMX-Sportler, die davor Angst haben. Aber für mich gibt es kein schöneres Gefühl."


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