Ludwigsburg
Barockstadt wird zur Rockcity
Verena Mayer, Fotos: Deiner,
06.09.2010 07:26 Uhr
Ein Mann und sein Flügel: Udo Jürgens Foto: Deiner
Dank ihnen kennt Udo Jürgens nun nicht nur New York, sondern auch Ludwigsburg. Und das scheint dem 75 Jahre alten Entertainer gleich so gut zu gefallen, dass er im legendären Bademantel auch dann nochmal auf die Bühne kommt, als seine 5000 Gäste bereits gen Ausgang pilgern. Von einem "wunderschöner Anblick" schwärmt Udo Jürgens, der seinerseits ein wunderschönes Konzert gegeben hat. Nur mit Flügel und Gitarre inszeniert er seine Lieder, von denen einige älter sind, als manche Zuschauer. "Merci Chérie" zum Beispiel. Wobei es an all diesen Abenden viele Chéries gibt, die dankbar sind.
"Perfekt" ist das beliebteste Wort nach den Schlosskonzerten. Egal, ob das Publikum Hosen trägt, die bis zu den Kniekehlen reichen, Stöckelschuhe, die im Hofschotter versinken oder Schiebermützen, deren Zeit eigentlich vorbei ist. Die Mitarbeiter im Museumsshop sind nicht traurig, dass sie erst gegen 23 Uhr schließen können, und die Sanitäter, die drei Abende lang vergeblich auf Notfälle warteten, waren mindestens so zufrieden, wie der Oberbürgermeister, dessen Stadt mit den Music Open gar nichts zu tun hatte.
Aber nun sagt Werner Spec, dass man sich sehr gut eine Kooperation mit der Kreissparkasse vorstellen könnte–um solche Ereignisse künftig auch in der Arena zu haben. "Schaun m’r mal", lässt sinngemäß die Bank wissen–die auf jeden Fall nächstes Jahr wieder die Music Open (!) sponsern wird. "Irgendwie fängt irgendwo irgendwann die Zukunft an", hat Jan Delay am Donnerstag gesungen. Aber das wird dann vielleicht eine andere Geschichte.
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