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Ludwigsburger Neckaraue Zugwiesen-Flutung lockt Massen
Ludwig Laibacher, 02.02.2012 11:11 Uhr
Bald sollen die Zugwiesen eine Flusslandschaft sein. Foto: FACTUM-WEISE
Bald sollen die Zugwiesen eine Flusslandschaft sein. Foto: FACTUM-WEISE
"Wir werden bald den Damm entfernen. "
Barbara Grüter,

Ludwigsburg - Dieses Spektakel wollten sich die Ludwigsburger trotz Eiseskälte nicht entgehen lassen: Mehrere hundert Schaulustige sind am Donnerstag zum Neckarufer gepilgert, um zu sehen, wie die Zugwiesen geflutet wurden. Der Oberbürgermeister Werner Spec hat mit einem symbolischen Baggerbiss Wasser vom Neckar in den neuen Seitenarm entlang der Staustufe Poppenweiler geleitet. Es wird ein paar Tage dauern, bis das 38 000 Quadratmeter große Gelände ganz überschwemmt sein wird.

Damit ist das seit bald 20 Jahren diskutierte und von der EU ebenso wie von der Region Stuttgart geförderte Ökoprojekt fast fertig gestellt. Nun muss noch das Wasser- und Schifffahrtsamt seinen Part einlösen und das betonierte Ufer beseitigen. „Wir werden in den nächsten Wochen den Damm entfernen und damit die Fläche mit dem Wasser des Neckar verbinden“, sagte die stellvertretende Amtsleiterin Barbara Grüter. Die große Einweihungsparty soll noch vor Beginn der Sommerferien steigern – bei dann hoffentlich angenehmeren Luft- und Wassertemperaturen.

Keine Festwiese

Die angelegte Wasserfläche erstreckt sich auf einer Länge von 1,7 Kilometern. Sie soll eine große Auenlandschaft mit Stillgewässern, kleine Inseln und Wiesen bilden. In dem ökologisch neu geordneten Bereich sollen sich wieder vermehrt Wasservögel, Fische und Amphibien ansieden. Menschen seien trotzdem willkommen, betonte OB Spec: „Aber es sollen gewisse Regeln geben, es soll her keine Festwiese entstehen.“

Außerdem wurde entlang der Staustufe eine Treppe angelegt. „Auf insgesamt sieben Metern Höhenunterschied können Fische wie Nase und Barbe endlich wieder stromaufwärts wandern“, sagt Rainer Schilling vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen. „Für mich geht heute ein Traum in Erfüllung“, sagte Claus-Peter Hutter vom Verein Nature-Life International, der maßgeblich an der Umsetzung des Ökoprojekts beteiligt war. Aufgewachsen am Neckar, könne er sich noch an die Schmutzbrühe erinnern, als der Schaum zwei Meter hoch vorüberfloss“.

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