Luftangriffe in Libyen USA bombardieren IS-Terrormiliz

Von red/dpa/AP 

Die USA sind in Libyen Luftangriffe in Libyen geflogen und haben dabei nach Angaben ein Trainingslager der Terrormiliz „Islamischer Staat“ getroffen. Ein hoher US-Funktionär sei getötet worden.

Libyen ist ein vom Bürgerkrieg gebeuteltes Land. Foto: dpa
Libyen ist ein vom Bürgerkrieg gebeuteltes Land.Foto: dpa

Tripolis/Washington - Die USA haben in der Nacht zum Freitag Luftangriffe auf mehrere Ziele in Libyen geflogen und dabei ein Trainingslager der Terrormiliz Islamischer Staat getroffen. Dies bestätigte ein Regierungsvertreter in Washington der Nachrichtenagentur AP. Auch ein hoher IS-Funktionär sei getötet worden. Es wurde aber nicht bekannt, um wen es sich handelt und wo genau die US-Kampfflugzeuge angriffen.

Zuvor hatte die „New York Times berichtet, die US-Luftwaffe habe im Bürgerkriegsland Libyen einen Stützpunkt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angegriffen und 30 Menschen getötet. Krankenhäuer vor Ort sprachen am Freitag von 40 Toten. Der Luftschlag auf das Ziel bei Sabrata westlich der Hauptstadt Tripolis habe einem aus Tunesien stammenden Anführer der Extremisten gegolten, berichtete die Zeitung.

In Libyen bekämpfen sich mehrere Milizen

Dieser gelte auch als Drahtzieher von zwei großen Anschlägen in Tunesien im vergangenen Jahr. Die Getöteten seien IS-Kämpfer. Die US-geführte internationale Koalition gegen den IS hatte angekündigt, sie wolle ihren Kampf gegen die Terrormiliz intensivieren und deren Machtausweitung im Krisenland Libyen um jeden Preis verhindern.

Libyen versinkt seit dem Sturz von Langzeitdiktator Muammar al-Gaddafi vor bald fünf Jahren in einem Bürgerkriegschaos. Mehrere Milizen bekämpfen sich. Zudem gibt es zwei Regierungen und zwei Parlamente. Ein international anerkanntes Abgeordnetenhaus im ostlibyschen Tobruk konkurriert mit einer Kammer in der Hauptstadt Tripolis, die von Islamisten dominiert wird. Seit Wochen ringen die Konfliktparteien um die Bildung einer Einheitsregierung.

Das Chaos in Libyen machen sich Extremisten wie der IS zugute, die große Gebiete kontrollieren. Das ölreiche Land gilt mittlerweile als Rückzugsort für IS-Kämpfer aus Syrien und dem Irak, die den dortigen Luftangriffen auf ihre Stellungen durch die US-geführte internationale Koalition und Russland entgehen wollen.