Mängel der S21-Trasse auf den Fildern Streit um die Konsequenzen

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Der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung hat nach der Erörterung über Flughafen-Anbindung und Fildertrasse beschlossen, dass im S-21-Lenkungskreis diskutiert werden soll, wie Verbesserungen im Filderabschnitt finanziert werden könnten.

Nach dem Willen der Region soll die Station am Flughafen mit zwei Bahnsteigen wie bisher nur für die S-Bahn genutzt werden. Foto: Michael Steinert
Nach dem Willen der Region soll die Station am Flughafen mit zwei Bahnsteigen wie bisher nur für die S-Bahn genutzt werden.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Die schlechten Noten für die von der Bahn beantragte S-21-Trasse auf den Fildern veranlassen die Regionalpolitik zu einem neuen Vorstoß. Auf Antrag von CDU, Freien Wählern und FDP beschloss der Verkehrsausschuss am Mittwoch mit den Stimmen der SPD, dass im S-21-Lenkungskreis Ende Oktober über die Finanzierung von Verbesserungen im Filderabschnitt Gespräche stattfinden sollen und die Region dazu einen Beitrag leistet. Dem Lenkungskreis gehören die Bahn, Land, Stadt und Region Stuttgart an. Eine von den Grünen eingebrachte Resolution für eine Anbindung der Gäubahntrasse und gegen eine finanzielle Beteiligung wurde nur von einem AfD-Regionalrat unterstützt.

Die Region spricht sich damit wie schon im März 2013 mehrheitlich für den sogenannten Filderbahnhof plus aus, in dem der Fern- und Regionalverkehr gebündelt werden könnte, was es ermöglicht, dass die Station am Flughafen mit zwei Bahnsteigen wie bisher nur für die S-Bahn genutzt wird. Zudem soll, so die Region, die Trassenführung in der Rohrer Kurve so verbessert werden, dass der S-Bahn-Verkehr weiter ausgebaut werden kann. Der Verband Region Stuttgart ist Aufgabenträger der S-Bahn. Die Region erneuert in dem Antrag auch ihre Bereitschaft, sich an den höheren Kosten zu beteiligen, falls auch die Bahn und das Land dazu bereit sind. Der Finanzbeitrag der Stadt Stuttgart, so der Antrag, sei im regionalen Finanzierungsanteil enthalten.

Grüne wollen Gäubahntrasse erhalten

In eine andere Richtung zielt der – abgelehnte – Antrag der grünen Regionalfraktion, der allerdings die gleiche Basis hat, nämlich die Mängel, die die jetzt beantragte Trasse für den S-Bahnverkehr aufweist. Die Grünen plädieren dafür, die Gäubahntrasse zu erhalten und sie an den geplanten Tiefbahnhof anzuschließen. Die Alternativen für die Gäubahnanbindung seien aber „unter Wahrung des bisher geltenden Kostendeckels“ zu diskutieren. „Der Deckel darf nicht gelupft werden“, sagte die Grünen-Regionalrätin Ingrid Grischtschenko, während Rainer Ganske (CDU), Thomas Leipnitz (SPD) und Frank Buß (FW) betonten, dass die Region für eine bessere Lösung, wie es der Filderbahnhof plus sei, auch einen zusätzlichen Beitrag zahlen müsse. Es sei allein Aufgabe der Bahn, eine fahrbare Trasse zu planen und zu finanzieren, entgegnete Eva Mannhardt von den Grünen.

Die Position der grünen Regionalfraktion, der auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn angehört, problematisierte insbesondere die SPD. Um die Gäubahntrasse in das S-21-Netz in der Innenstadt einzufädeln, ist nämlich ein Tunnel nötig. Kuhn müsse klar stellen, ob er das auch wolle, forderte der SPD-Fraktionschef im Rathaus, Martin Körner. Die SPD jedenfalls lehne einen weiteren Tunnel in der Innenstadt ab. Und Thomas Leipnitz spottete über die Grünen, wie es denn zusammenpasse „Oben bleiben“ zu skandieren und dann einen weiteren Tunnel in der Innenstadt zu fordern.