Mailänder Platz in Stuttgart Ein Eichenhain nebst Wasserrampe

Von StZ 

Der Wettbewerb um das Europaviertel ist entschieden: Der Mailänder Platz wird wider Erwarten grün und die Bibliothek kommt ans Wasser.

An der Nordseite der Bibliothek 21 kann man in Zukunft entlang eines großen Wasserspiels flanieren. Foto: Visualisierung: Atelier Dreiseitl, Repro: Rudel 2 Bilder
An der Nordseite der Bibliothek 21 kann man in Zukunft entlang eines großen Wasserspiels flanieren.Foto: Visualisierung: Atelier Dreiseitl, Repro: Rudel

Stuttgart - Manchmal kommt es anders als gedacht: Als eine freie, städtische Fläche sollte der Mailänder Platz zwischen der Bibliothek 21 und dem geplanten ECE-Einkaufszentrum gestaltet werden, so hieß es vor dem Wettbewerb mit elf Planungsbüros. Jetzt ist der Wettbewerb entschieden, und die Akteure freuen sich, über ihren Schatten gesprungen zu sein: Der Mailänder Platz wird wider Erwarten grün und die Bibliothek kommt doch noch etwas ans Wasser, wenigstens an ihrer Nordseite. Das öffentliche Herz des Europaviertels bekommt einen Eichenhain mit 14 Bäumen, langgestreckten Sitzbänken dazwischen und wird flankiert von einer rund 50 Meter langen Wasserrampe.

Mit diesem Vorschlag für den neuen Platz in der Größe des Schillerplatzes begeisterte das Atelier Dreiseitl aus Überlingen die Mehrheit der Jury und machte den ersten Preis. "Wir sind zu einem guten Ergebnis gekommen, die Wasserstraße ist eine ganz schön raffinierte Sache", kommentierte der Baubürgermeister Matthias Hahn den Siegerentwurf, für den auch er sein Bild von einem steinernen Stadtplatz revidierte. "Vielleicht reagieren wir mit dieser Platzqualität auch auf neue Ansprüche des Klimas", so Hahn mit Verweis darauf, dass die Bäume so platziert würden, dass die Frischluftschneise durchs Quartier freigehalten werde. Wer in Zukunft von der Heilbronner Straße kommend entlang der Bibliothek und dem mit Fontänen bespritzten Basaltplateau flaniert, hat zudem einen freien Blick zum Rotenberg, den frei zu halten im Wettbewerb vorgegeben war.

Mailänder Platz soll bis 2014/15 fertig sein

Die Juryvorsitzende Cornelia Bott hob die Bedeutung des Platzes auch für das neue, über dem Einkaufszentrum entstehende Wohnquartier hervor. "Er ist nicht nur für die öffentliche Nutzung gedacht, sondern auch für die, die immer da sind." Der Entwurf setze einen gelungenen Kontrast zum städtisch-steinernen Pariser Platz und schaffe ein würdiges Umfeld für die Bibliothek 21. Auch Andreas Fuchs von der ECE zeigte sich hochzufrieden über die "sehr charmante Lösung", der Platz beschreibe etwas Besonderes, die Freiluftgastronomie werde sich um den Hain herum entlang der Gebäude abspielen. Die geforderten Fahrradstellplätze werden in den seitlichen Zuwegen zum Platz platziert.

Überzeugt zeigte sich die Jury von der Möglichkeit, dass die zur Bibliothek abfallende Fläche auch ohne Wasserspiel genutzt werden kann. Von den Planern eingezeichnete Verkaufsstände gefielen allerdings weniger. Auch die Bäume will man nicht in den Himmel wachsen sehen.

Hahn geht davon aus, dass der Mailänder Platz bis zur Eröffnung des Einkaufszentrums 2014/2015 fertig sein wird. Er räumte ein, dass die bisher veranschlagte Summe von einer Million Euro "wahrscheinlich nicht reichen wird".

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53 KommentareKommentar schreiben

Wird das wirklich ein 'Wasserspiel'?: Also eine Wasserfläche in der wirklich Kinder spielen dürfen? Oder steht dann wieder überall 'betreten verboten', weil es zu teuer ist für Wasserqualität, Algenfreiheit und Sicherheit zu sorgen? Man darf gespannt sein!

lieber arthur: Sie haben recht, in jeder Beziehung :-)) ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Endlich, endlich dürfen wir Schwaben wieder so sein wie wir von Natur aus sind. Jahrzehntelang wurde uns aus Gründen der political correctness verboten unser ureigenes schwäbisches Naturell auszuleben. Jetzt, dank S 21 dürfen wir wieder bruddeln wie es uns gefällt. Hurra die alten schwäbischen Bruddler sidn wieder da. An allem wird rumbruddelt. Jetzt sind wir wieder glücklich. Aber eines möchte ich noch anmerken. Dem schwäbischen Naturell entspricht es drhoim ond am stammdisch zom bruddla. Nicht im Internet und nicht auf Demonstrationen. Also geht heim zu euren Frauen oder Männern, geht am Sonndich zum Stammtisch und bruddelt dort so viel ihr wollt und geht uns nicht weiter auf dei Nerven mit eurem alles ist böse, alles ist schlecht.

Selber nachdenken....: Lieber Arthur, wenn ICH hier in Stuttgart als Architekt mit Stadtplanung mein Geld verdiente, hätte ich sicher ganz andere Probleme, würde aber stadtplanen. Doch weshalb sollte ich mir hier als Nichtstadtplaner die Finger wund schreiben? Ich kann mich diesem Thema auch von anderer Seite her nähern und da möchte ich Ihnen als erstes empfehlen, sich einmal zu überlegen, an welchen Orten Sie Ihren Urlaub verbringen würden, wenn Sie die Wahl hätten und dann versuchen Sie zu verstehen, weshalb es so wichtig ist, dass auch wir Menschen „artgerecht“ „untergebracht“ sein müssen. „Artgerecht“ hieße zum Beispiel, den vielen 'Sinnen' zu entsprechen, mit denen wir ausgestattet sind – und zwar, um diese benutzen zu können, denn tun wir´ s nicht, werden wir krank (Deutsches Ärzteblatt: Deutliche Zunahme psychiatrischer Erkrankungen während der letzten zwei Jahrzehnte). Sie können aber auch einmal nachschauen bei www.bbsr.bund.de: „Gute Beispiele nachhaltiger Stadtentwicklung“. Ich denke, dass man in erster Linie etwas über Menschen wissen muss, wenn man für sie baut............

lieber carlo…: …das problem ist, dass hier auf diesen seiten gar niemand 'die unzufriedenheit mit der architektur' genauer betrachten will. genaue analysen oder gar bessere vorschläge können sie hier lange suchen. hier wird gemotzt und sonst gar nichts. beton an sich scheint ja z.b. ein problem zu sein. jeder zweite kommentar hier redet davon. das ist mir persönlich einfach zu blöd und zeigt, dass diese leute einfach keine ahnung haben. was an diesen beiträgen hier ein fortschritt sein soll, müssten sie mir tatsächlich mal erklären. da müsste doch ein bisschen mehr kommen. vielleicht mal was neues, etwas, dass ich nicht schon hundert mal gelesen habe und sich tatsächlich mit den problemen und möglichkeiten auseinandersetzt. das wäre doch mal was. das würde aber bedeuten, dass man das das pure schwarz-weiss-denken verlässt. dieser wunsch wird allerdings nicht wahr werden, glauben sie mir.

Lieber Arthur...: ...was war zuerst da, der Mist oder das 'Gemaule'? Ergo: Erst Mist weg, dann allseits Jubelgesang!!! ................... So einfach ist das auch wieder nicht. Also lasset uns doch mal die Unzufriedenheit mit dieser Architektur genauer betrachten, dann stellen wir uns dazu Fragen und dann blättern wir in den Fachjournalen und lesen, dass solche Stadtentwicklungen zwar überall zu beobachten sind, dass sie aber keineswegs das sind, was Menschen brauchen. Und das 'WESHALB' und 'WAS BESSER WÄRE' und 'OB ES BEREITS BEISPIELE DAFÜR GIBT', wären weitere Schritte. Aber das dauerte etwas und dann wäre das Ergebnis nicht in 'Jubeln' oder 'Nicht Jubeln' zu fassen und es würde wieder seine Zeit benötigen, darüber zu 'kommunizieren'. Es gibt auch Stadtplaner, aber deren Aufgaben sind mir eigentlich nie so richtig klar geworden. Jedenfalls ist das mehrheitliche 'Gemaule' ein großer Fortschritt und nur für die Bequemlichkeit unangenehm.

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