Markgröningen Neuer Investor für Magna-Näher

Von Alexander Günzler 

Gesellschafter der Pelzer-Gruppe wollen das Werk das Autozulieferers Magna in Markgröningen übernehmen. Bei Mitarbeitern keimt Hoffnung.

Mit solchen Plakaten haben die Magna-Beschäftigten gegen ihre bisherige Geschäftsführung protestiert. Jetzt hoffen sie auf den neuen Eigentümer. Foto: factum/Granville
Mit solchen Plakaten haben die Magna-Beschäftigten gegen ihre bisherige Geschäftsführung protestiert. Jetzt hoffen sie auf den neuen Eigentümer.Foto: factum/Granville

Markgröningen - Der entscheidende Satz kommt etwas gestelzt daher: "Die drei Geschäftsführenden Gesellschafter der HP Pelzer Gruppe (...) haben Verträge bezüglich der Übernahme des deutschen Akustikgeschäfts der Magna-Gruppe unterzeichnet." Das Zitat aus einer Presseerklärung des nordrhein-westfälischen Autozulieferers dürfte bei den 800 Mitarbeitern in dem Magna-Näher-Werk in Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) Hoffnungen wecken. Denn im Klartext bedeutet es, dass für ihren Standort - wo Magna bis 2013 rund 700 Stellen streichen wollte - neue Investoren gefunden worden sind. Das Werk stellt Innenverkleidungen für Autos her, die auch dem Lärmschutz dienen.

"Die Standorte werden nicht in die Unternehmensgruppe integriert, sondern eigenständig weitergeführt", erklärt ein Sprecher der Pelzer-Gesellschafter. Ansonsten halten sich die Investoren noch bedeckt, denn der Vertrag werde erst in zwei bis drei Wochen endgültig wirksam. "Momentan sind die Erwerber noch bei der Bestandsaufnahme", sagt der Sprecher. Klar sei, dass der Standort defizitär und somit dringend sanierungsbedürftig sei.

Konzernmutter hat Stellenabbau geplant

Andreas Klose, der Bezirksleiter der Region Stuttgart bei der IG Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) und für Magna-Näher zuständig, bewertet die jüngsten Entwicklungen daher "zurückhaltend optimistisch". Noch könne man nicht sagen, was der Einstieg der Pelzer-Gesellschafter konkret für die Beschäftigten am Standort Markgröningen bedeute. Die erste Mitarbeiterinformation der Investoren an die Belegschaft habe aber in jedem Fall besser geklungen als das, was die österreichisch-kanadische Konzernmutter Magna vorgehabt habe. Diese hatte Anfang des Jahres nach langem Hin und Her überraschend die radikalen Stellenabbaupläne in dem Werk in Markgröningen verkündet.

Die Gesellschafter der Pelzer-Gruppe hingegen wollten sich ein Standbein in der Region aufbauen und vor Ort weiterproduzieren, sagt Klose, der auch für den Betriebsrat von Magna-Näher spricht. "Vor Ort" bedeute in diesem Fall, die beiden relativ neuen Produktionsstraßen im Stadtteil Unterriexingen auszubauen, da die Mietverträge am beengten alten Standort 2013 auslaufen. "Die Investoren haben vor, mit dem Werk in Ausschreibungswettbewerbe um neue Aufträge zu gehen." Magna habe dies für Markgröningen nicht mehr in Erwägung gezogen.

  Artikel teilen
0 KommentareKommentar schreiben
Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.